Bauanträge an der Schleißheimer Straße in Dachau

Vier Häuser genehmigt, zwei wieder vertagt

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Die Schleißheimer Straße war – wieder einmal – Thema im Bauausschuss: und zwar die Bauanträge an der Nummer 84, wegen denen es in der Januar-Sitzung große Diskussionen gegeben hatte. Die Mehrheit blieb bei ihrer Zusage zu vier Häusern. Die letzten beiden Häuser aber wurden wieder einmal: vertagt.

Dachau – Sie ist das derzeitige Dauerthema im Dachauer Bauausschuss: die Frage, was denn nun Innen- und was Außenbereich ist. An der Schleißheimer Straße 84 scheiden sich, wie so oft, die Geister: Die Stadtverwaltung ist der Meinung, dass dort nur in erster Reihe gebaut werden darf, und dieser Meinung schlossen sich SPD, Grüne und Bündnis an. CSU, Bürger für Dachau, FW, ÜB und Wolfgang Moll (parteilos) sind der Meinung, dass dort die Grenze des Innenbereichs noch weiter südlich liegt – und demnach auch in zweiter Reihe nach § 34 gebaut werden darf.

In der Bauausschusssitzung am Dienstagnachmittag standen wieder einmal mehrere geplante Gebäude auf der Tagesordnung: die Häuser A, B, C, E, F und G. Haus D ist schon längst genehmigt. Die Häuser A, B, und C liegen entlang der Schleißheimer Straße und direkt neben der Wohnbebauung westlich des Grundstücks, ihre Vorbescheide waren schon erlaubt, bei ihnen ging es nur noch um Dachaufbauten – sie wurden dann ohne Gegenstimme erlaubt. Beim Haus E aber, ein Mehrfamilienhaus, das quasi in zweiter Reihe liegt, war die Verwaltung der Meinung, dass dies im Außenbereich liegen würde und somit nicht nach § 34 gebaut werden dürfte.

Die Befürworter sahen das anders. Sie stützten sich dabei auf eine Linie, die einst von der Regierung von Oberbayern in ein Luftbild von 2009 eingezogen wurde. Sie zieht sich vom südlichen Ende eines „Zeitungsvertriebs“ leicht schräg in Richtung Osten hinüber zur landwirtschaftlichen Hofstelle – und nördlich dieser gezeichnete Linie liegt auch das Haus E. Im Bauausschuss aber erklärte ein Mitarbeiter des Stadtbauamts, dass nicht die gesamte Länge der Linie gelten würde – sondern sie nur so lang gezeichnet worden sei, weil sie von einem Bezugspunkt zum anderen gezogen wurde. Heißt: Sie gelte nicht für das gesamte Grundstück.

Auf diese Erklärung hin platzte Peter Strauch (CSU) der Kragen: „Das ist echt nervig, dieses Rumgeeiere“, sagte er. „Das ist das erste Mal, dass hier jemand sagt, die Linie würde abknicken.“ Tatsächlich war diese Linie schon des Öfteren Thema im Bauausschuss, und tatsächlich hatte noch nie ein Stadtangestellter solch eine Erklärung zur Linie geliefert.

Strauch schloss schließlich, er sehe hier eine Baulücke. Die Mehrheit des Bauausschusses entschied sich also dafür, dem Vorbescheid für das Haus zuzustimmen, mit 9:6 Stimmen. Allerdings gekürzt: Statt der geplanten 33,76 Meter soll das Gebäude nun 26,25 Meter lang werden – und damit nicht länger als das längste Gebäude in der Umgebung. Der Vorbescheidsantrag zu den letzten beiden Gebäude F und G wurde dann vertagt.

Der Geschäftsführer der Antragstellerin, Werner Mooseder, zeigte sich zwar zufrieden über das Ergebnis zum Haus E. Er werde nun den Bescheid abwarten und dann das Gebäude so, gekürzt, neu planen. Er kritisierte aber auch, dass in der Sitzung nicht erwähnt wurde, dass etwa das Zufahrtsthema, das nach der letzten Sitzung vehement vom Bauamtsleiter kritisiert worden war, „schon vor Wochen geklärt“ wurde – und zwar in einem „Kompromiss“, der gemeinsam erarbeitet wurde: zusammen mit Bauamt, Verkehrsplaner und Ordnungsamt. Dass der letzte Vorbescheid schon wieder vertagt wurde, ärgert Mooseder dagegen: „Dann müssen sie halt Nein sagen, wenn sie nicht wollen.“ Er hat bereits im Februar eine Untätigkeitsklage in der Sache eingereicht.

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