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Abwechselnd Krach der Maschinen und schrille Alarmtöne: Arbeiten an der Bahnstrecke.

Nervige Bauarbeiten an der Bahnstrecke

Schlafen geht nur mit Ohrstöpseln

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Bei der sommerlichen Hitze will man zumindest in der Nacht ein wenig Frischluft ins Schlafzimmer lassen. Wenn dann aber Baulärm von den Gleisen in die Wohnung dringt, ist an Schlaf nicht zu denken.

Dachau – Aktuell bringt fast nur die Nacht Abkühlung in die sommerlich warmen Schlafzimmer der Region. Blöd nur, wenn mit der frischen Luft auch noch Baulärm in das Schlafzimmer dringt. So geht es aktuell den Anwohnern am Dachauer Bahnhof.

Denn seit einigen Wochen wird wieder kräftig an den Gleisen und Lärmschutzwänden gearbeitet – und das bevorzugt nachts, „um den Zugverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen“, wie ein Sprecher der Bahn bestätigt. Er erklärt, welche Arbeiten gerade durchgeführt werden: „Zum Abschluss der Arbeiten an den Schallschutzwänden werden jetzt die Zwischenwände zwischen den S-Bahn- und Fernbahngleisen erneuert.“ Für die Anwohner bedeutet das, abwechselnd den monotonen Krach der Presslufthämmer und den schrillen Alarmton der Gleisfahrzeuge, der die Arbeiter vor den einfahrenden Zügen warnt, zu hören. Dazu kommen noch die Gespräche der Arbeiter: „Die können natürlich nichts dafür, aber bei offenen Fenstern hat man teilweise das Gefühl, als stünden die direkt im Zimmer“, schildert eine Betroffene. An Schlaf ist so natürlich nicht zu denken.

Das bestätigt auch die Betroffene: „Die Fenster muss ich aufmachen, sonst erstickt man ja in der Wohnung. Aber Schlafen geht dann nur mit Ohrstöpseln.“ Hoffnung macht den Lärmgeplagten im Moment lediglich der Wetterbericht, der zumindest ein wenig Abkühlung verspricht. 

Denn die Bauarbeiten der Bahn an den Gleisen werden so schnell nicht vorüber sein. Voraussichtlich bis März 2019 werden die Baumaßnahmen noch andauern. „Weil abschnittsweise gebaut wird, sind die Anwohner aber nicht durchgehend, sondern nur jeweils mehrmals für wenige Tage von Lärmbelästigungen betroffen“, erklärt die Bahn.

Die aktuellen Arbeiten sind Teil eines umfangreichen Bauprogramms, das den Lärmschutz auf der Strecke verbessern soll. Zuerst wurden die äußeren Schallschutzwände erneuert. Diese Arbeiten sollten eigentlich bereits im November 2017 abgeschlossen sein, aber wegen des früh einsetzenden Bodenfrosts konnten die Pfosten nicht mehr rechtzeitig gesetzt werden, und die Arbeiten verzögerten sich bis ins Frühjahr 2018 (wir berichteten).

Zwischen Mai und Juli dieses Jahres wurden zwischen Obermenzing und Dachau außerdem sogenannte besohlte Schwellen unter den Fernbahngleisen eingebaut. Diese Schwellen sollen langfristig ebenfalls den Lärm reduzieren, weil „dadurch der durch Erschütterungen ausgelöste Körperschall insbesondere bei Güterzügen oder schnellen ICE-Zügen reduziert wird“, so ein Sprecher der Bahn. Bis es soweit ist, müssen die Anwohner an den Gleisen vermutlich noch einige laute und schlaflose Nächte über sich ergehen lassen – für einen bessern Lärmschutz.

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