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Ein „Prunkhaus“ soll auf diesem Grundstück hinter dem Café Weißenbeck gebaut werden.

Bauvorhaben in der Altstadt

Ein neues Haus an der Hangkante

Dachau - Die Altstadt wird sich etwas ausdehnen: mit einem geplanten „Punkthaus“ hinter dem Café Weißenbeck. Das plant zumindest der Grundstückseigentümer. Der Bauausschuss hat sich nun immerhin darauf geeinigt, wo dort der Innenbereich aufhört.

Der Hang zieht sich bedrohlich steil hinauf, gleich links von der Martin-Huber-Treppe aufwärts. Dort ist derzeit lediglich viel Gestrüpp zu sehen, ein Baumhaus, dahinter ragt die Neue Galerie auf, und in Richtung Konrad-Adenauer-Straße thront das Café Weißenbeck. Wenn es nach Wunsch des Grundstücksbesitzers geht, wird dort ein „Punkthaus“ gebaut – so bezeichnet er das Gebäude in seinen Plänen. Dass er dort bauen darf, ist theoretisch klar, denn auch in der Altstadt gilt der § 34 des Baugesetzbuchs: Im so genannten „Innenbereich“ ist es grundsätzlich erlaubt, zu bauen, wenn sich das neue Gebäude „in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“.  

Doch auf seinem Grundstück hört die Altstadt gleichzeitig auch auf, und der Außenbereich fängt an, also: § 35. Da geht es schon viel strenger zu – Bauvorhaben dürfen dort nur mit einem gewissen Zweck (etwa für die Landwirtschaft) oder im Einzelfall erlaubt werden.

Also stellt sich die alles entscheidende Frage: Wo genau hört die Altstadt auf? Eigentümer und Bauamt waren da unterschiedlicher Meinung. Der Bauausschuss konnte sich in einer inhäusigen Sitzung nur mit schnöden Zeichnungen auch nicht einigen – also ging es nun raus in die Eiseskälte, hoch hinaus, an die Hangkante der Konrad-Adenauer-Straße 22. Dort ist auf dem Plateau hinter der Freifläche des Cafés ein Maschendrahtzaun aufgestellt, hinter dem es steil hinab geht, in Richtung Mühlkanal. Bei bitteren Minusgraden erklärte der Eigentümer Helmut Geißler, Ehemann von Stadträtin Sabine Geißler, den dick eingepackten Politikern, dass dieser Zaun jedoch als Grenze nicht tauge, weil „die Neue Galerie das Grundstück prägt“. Das Ende der Galerie nahm er als Ausgangspunkt für eine Linie, die er entlang der Hangkante in Richtung Martin-Huber-Treppe weiterzog, und entlang der er das „Punkthaus“ plant, etwa elf mal elf Meter breit. Der Vorteil: So würde der Fluchtweg der Neuen Galerie erhalten bleiben, wie auch der „Innenhof“ hinter dem Café Weißenbeck.

Zurück im warmen Sitzungssaal erklärten die Politiker, dass der Termin „aufschlussreich“, so Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU), gewesen sei. Sie schob vorneweg: „Wir wollen auch in der Altstadt Bauen möglich machen.“ Dessen waren sich alle einig, wie in einem zweiten Punkt, den Wolfgang Moll (parteilos) aussprach: „Meine größte Sorge ist, dass hier etwas Vernünftiges entsteht.“ So weit, so gut, also ging es nun – immer noch – darum, die Außenbereichslinie zu ziehen.

Nach einigen Linien-Vorschlägen der Politiker und einigen Ermahnungen des Stadtbauamtsleiters, dass die Entscheidung rechtlich haltbar sein müsse, sowie einem verzweifelten Hinweis von Günter Heinritz (SPD), dass der imaginäre Verlauf der Linie immer undurchsichtiger werde, schritt schließlich Volker C. Koch zur Tat: Er zog mit seinem Kugelschreiber flott zwei Linien in die aufgelegte Karte: Einmal von dem Fluchtweg der Neuen Galerie hin zur Rückseite der Nummer 26 (hinter dem Caffe del Corso), und dann noch vom Café Weißenbeck parallel zur Martin-Huber-Treppe.

Dieser Vorschlag wurde einstimmig befürwortet. Die Folge: Der Eigentümer muss mit seinem geplanten Gebäude ein ganzes Stück weiter zum Café Weißenbeck heranrücken. Was das für das „Punkthaus“ und den Innenhof bedeutet, wird sich zeigen müssen.

np

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