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Gefährlicher Schädling: Die Raupe eines Buchsbaumzünslers kriecht durch einen Buchsbaum.

Es kommt aus Ostasien

Gefährliches Tier tötet beliebteste Gartenpflanze – und breitet sich rasant aus

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Das Tier sieht auf den ersten Blick wie ein harmloser Falter aus. Doch er ist gefährlich - und tötet Bayerns beliebteste Gartenpflanze zuhauf. Er breitet sich rasant aus.

Dachau - „Laufend rufen bei uns Bürger an, die wissen möchten, was sie dagegen machen können“, erklärt Siegfried Lex, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Dachau. Besonders schlimm sei das Problem im Stadtgebiet Dachau und in Schwabhausen, Hebertshausen und Haimhausen. „Wir haben einen großflächigen, starken Befall“, so Lex.

Der Buchsbaumzünsler legt seine Eier auf der Blattunterseite von Buchs ab. Die Raupen schlüpfen und sobald die Temperaturen über sieben Grad liegen, beginnen sie die Blätter zu fressen – bis der Buchs irgendwann abstirbt. In einer Saison schlüpfen so mehrere Käfergenerationen. „In China sind es bis zu acht Generationen, bei uns in Europa wahrscheinlich zwei oder drei“, erklärt Lex. Er rät deswegen allen Gärtnern, ihren Buchs oft und genau zu untersuchen: „Die Raupe des Buchsbaumzünders ist grünlich, hat Längsstreifen und Punkte sowie ein glänzendes, schwarzes Kopfschild.“ Vor der Verpuppung werde sie rund fünf Zentimeter lang.

Dachau: Gartenschädling aus Ostasien tötet Buchsbaum - das können sie tun

„Der Befall geschieht von unten nach oben“, erklärt Lex. „Die Raupen fressen zuerst im Inneren und hinter den Blättern.“ Wenn man den Schädling sehr schnell bemerke, könne man zwar versuchen, die Raupen aufzusammeln und zu töten. „Aber das ist viel Aufwand“, so Lex. „Auf einer Länge von einem Meter können über 100 Raupen im Buchs sein.“ Ansonsten sei es sehr schwer, dem Schädling Herr zu werden.

Diese Erfahrung machen auch die Gärtner der Stadt Dachau. „Der Buchsbaumzünsler ist inzwischen ein wirkliches Problem“, sagt Moritz Reinhold vom Stadtbauamt. „Ihn zu bekämpfen ist eine Daueraufgabe, wir sind eigentlich machtlos.“ Die Stadt versucht, mit Bio-Insektiziden gegen den Falter anzugehen. „Bisher war der Erfolg aber eher mäßig“, so Reinhold.

Gartenschädling tötet Buchsbaum - Experte nennt pflanzliche Insektizide

Auch Siegfried Lex verweist auf Insektizide auf pflanzlicher Basis: „Aber man darf sie nur genau nach Gebrauchsvorschrift anwenden“, betont er. Bei geschnittenen Buchsen sei es zudem schwer, die Blätter ausreichend zu benetzen. Lex führt derzeit außerdem selbst einen Versuch durch, ob es hilft, die Pflanzen mit Löschkalk zu bestreuen. „Aber da kann ich noch nicht sagen, ob es etwas bringt“, erklärt er.

Ansonsten bleibt vielen Gartlern nur Schadensbegrenzung. Hier weist Siegfried Lex darauf hin, dass freiwachsender, befallener Buchs nicht gleich komplett entfernt werden soll. „Es kann sein, dass er wieder austreibt“, sagt er. „Und zur Zeit greift sowieso der Artenschutz, weil Vögel in den Sträuchern brüten können.“ 

Ansonsten könne abgestorbenes Grüngut kostenlos bei der Grüngut-Sammlung der Recyclinghöfe abgegeben werden. Die Abfallwirtschaft bittet jedoch darum, darauf zu achten, dass es gut abgedeckt und in einem Sack verpackt ist, damit auf dem Weg nichts verloren geht und so weitere Buchsbäume befallen werden könnten.

Auch auf dem Kompost sollte man das Material nicht werfen: Weil bei der Kompostierung im eigenen Garten Lex zufolge nicht so hohe Temperaturen entstehen, könnten die Raupen überleben und sich weiter vermehren. In der Biotonne dagegen kann man das Grünzeug entsorgen, da das dortige Material zunächst in einer Vergärungsanlage bei sehr hohen Temperaturen vergoren und erst danach zu Erde kompostiert wird. Auch bei einer Entsorgung über die Recyclinghöfe wird das Material zunächst kleingehäckselt und dann bei einer Fachfirma kompostiert. „Dabei entstehen Temperaturen über 70 Grad, was die Raupen nicht überleben“, versichert die Abfallwirtschaft. Die Zünsler könnten so sicher unschädlich gemacht werden.

Bereits seit Jahren terrorisiert ein anderer Schädling aus Asien das Münchner Umland. Seinetwegen steht im Osten von München mancherorts kein Baum mehr.

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