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Ein Präsent für den Referenten: Domdekan Prälat Dr. Lorenz Wolf (Mitte) erhielt von BBV-Kreisobmann Anton Kreitmair und Kreisbäuerin Emmi Westermeier.

Kreisbauerntag

BBV-Obmann:  Stimmung bei Landwirten schlecht wie nie zuvor

„Die Stimmung in der Landwirtschaft ist so schlecht wie nie zuvor!“ Das hat BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair auf dem Kreisbauerntag in Ried deutlich gemacht. Er kritisierte nicht nur die Politik – auch der Umgang mit der Landwirtschaft in der Gesellschaft ist nach seiner Ansicht zum Problem geworden.

VON FRANZ HOFNER

Markt Indersdorf/Ried – Auf dem Dachauer Kreisbauerntag am Freitag im Gasthaus Doll in Ried übte BBV-Kreisobmann und Bezirkspräsident Anton Kreitmair scharfe Kritik an der Politik und dem Umgang mit der Landwirtschaft in der Gesellschaft. Domdekan Dr. Wolf legte in seinem Referat ein deutliches Bekenntnis der Kirche zur Landwirtschaft ab.

Ausgelöst durch das Bienen- und Artenschutzgesetz, der Verschärfung der Düngeverordnung, den Tierwohlansprüchen und den ständigen Schuldzuweisungen der Gesellschaft an die Bauern sei die Stimmung innerhalb der Landwirtschaft so schlecht und ernst wie nie zuvor. Den anwesenden Politikern wie der Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler und dem Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath (beied CSU) gab er mit auf den Weg: „So kann man mit einem Berufsstand nicht umgehen!“ Katrin Staffler solle die Bundeskanzlerin bitten, dass Landwirtschaftsministerin Klöckner und Umweltministerin Schulze zu einer vernünftigen Sachpolitik zurückkehren müssten.Die Bauerndemonstrationen – organisiert von „Land schafft Verbindung“ mit großer Teilnehmerzahl und Tausenden Traktoren in den Städten wie am morgigen Dienstag wieder in Berlin – seien „ein Beweis für die Geschlossenheit der Landwirtschaft“.

Das gelte auch für den Bayerischen Bauernverband mit 150 000 Mitgliedern in Bayern und 1500 noch im Landkreis Dachau. In diesem starken Verband könne sich jeder zu Hause fühlen, ob kleine oder größere Betriebe. Der Kreisobmann hob den ständigen Einsatz des Verbandes für die Bauern hervor und verwies auf die anstehenden Gebietsversammlungen im Landkreis, nur gemeinsam sei die Landwirtschaft stark. Auch beim Klimaschutz habe die Landwirtschaft eine wichtige Funktion und müsse von sich aus Lösungen anbieten. Auch die Energiewende werde ohne die Landwirtschaft nicht gelingen. Trotz aller momentaner Probleme und Schwierigkeiten zeigte sich der Bezirkspräsident überzeugt: „Der Landwirtschaft gehört die Zukunft.“

Von einem schwierigen Jahr für die Bauern sprach die Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler. Vele Diskussionen zu den Gesetzen seien oft zum Nachteil der Landwirtschaft ausgegangen, trotzdem sei es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben.

MdL Bernhard Seidenath hob die Bedeutung der Landwirtschaft bei der Nahrungsmittelproduktion, in der Waldwirtschaft, der Energieerzeugung und Landschaftspflege hervor.

Löwl: Bauern müssen sich besser vermarkten

Landrat Stefan Löwl versuchte, der Kritik von Kreitmair den Wind aus den Segeln zu nehmen: Die Politiker hier im Saal stehen zur Landwirtschaft, weil sie noch wissen, was die Landwirte leisten. Schwieriger sei es schon mit der Gesellschaft: „Hier sind im Gegensatz zu früher viele Bindungen verloren gegangen.“ Deshalb forderte Löwl die Landwirte auf, sich in der Öffentlichkeit noch besser zu vermarkten und zu zeigen, wie moderne Landwirtschaft funktioniert. 

Mut machte auch der Hauptreferent Domdekan, Prälat Dr. Lorenz Wolf von der Erzdiözese München-Freising. Sein Vortrag stand unter der Frage: „Steht die Kirche noch zur Landwirtschaft?“ Wolfs Kernaussage war ein deutliches „Ja“. Als Vorsitzender des Rundfunkrates wisse er genau Bescheid über die Zusammenhänge einer veränderten Gesellschaft. Das Thema Landwirtschaft sei so komplex, weil die Landwirtschaft selbst so komplex sei und von verschiedenen Strömungen begleitet werde. „Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar, Schuldzuweisungen auf die Landwirtschaft werden immer fataler.“ Niemand wolle auf die einzigartige Kulturlandschaft in Bayern verzichten. Dabei sei es der Gesellschaft gar nicht bewusst, dass dies nicht zum Nulltarif gibt, die Landwirte seien die Pfleger unserer Landschaft. Wolf beklagte die Tatsache, dass in den Dörfern viele Strukturen verloren gegangen seien, viele Landwirte seien mit ihrer Arbeit überlastet. Die Pfarrer benötigten Nachhilfe von den Landwirten wenn es darum geht, wie die Landwirtschaft arbeitet– denn im Gegensatz zu früher komme der Pfarrern

Mut machte auch der Hauptreferent Domdekan, Prälat Dr. Lorenz Wolf von der Erzdiözese München-Freising. Sein Vortrag stand unter der Frage: „Steht die Kirche noch zur Landwirtschaft?“ Wolfs Kernaussage war ein deutliches „Ja“.

Als Vorsitzender des Rundfunkrates wisse er genau Bescheid über die Zusammenhänge einer veränderten Gesellschaft. Das Thema Landwirtschaft sei so komplex, weil die Landwirtschaft selbst so komplex sei und von verschiedenen Strömungen begleitet werde. „Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar, Schuldzuweisungen auf die Landwirtschaft werden immer fataler.“ Niemand wolle auf die einzigartige Kulturlandschaft in Bayern verzichten. Dabei sei es der Gesellschaft gar nicht bewusst, dass dies nicht zum Nulltarif gibt, die Landwirte seien die Pfleger unserer Landschaft. Wolf beklagte die Tatsache, dass in den Dörfern viele Strukturen verloren gegangen seien, viele Landwirte seien mit ihrer Arbeit überlastet. Die Pfarrer benötigten Nachhilfe von den Landwirten wenn es darum geht, wie die Landwirtschaft arbeitet– denn im Gegensatz zu früher komme der Pfarrernachwuchs nur mehr zu einem geringen Teil aus den ländlichen Familien.

„Die Kirche muss Plattform sein, wenn es um den Dialog des Landes mit der Gesellschaft geht“, so der Domdekan. Er sei stolz, dass die kirchliche Familienberatung gut funktioniert. Sie helfe, in schwierigen Verhältnissen Zukunftsmodelle zu entwickeln. Der Prälat regte eine Solidargemeinschaft aller Menschen an, in der die Landwirtschaft eine ganz wichtige Rolle spiele. Keinesfalls dürfe trotz allen Wandels der Eindruck entstehen, dass die Kirche nicht mehr zur Landwirtschaft hält. „Es ist gut, dass es die Landwirte und die Landwirtschaft gibt!“

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