+
Dramatische Minuten: Der Bergrettung Ratschings gelang es den 16-jährigen Verschütteten nach dem Schneebrettabgang an diesem steilen Hang außerhalb der Skipiste zu orten, auszugraben und zu reanimieren. Der Jugendliche wurde ins Krankenhaus Bozen geflogen.

Dramatische Rettung in Ratschings

16-Jähriger von Lawine verschüttet

Ein 16-Jähriger aus Karlsfeld ist bei einem Lawinenunglück im südtiroler Skigebiet Ratschings-Jaufen von einem Schneebrett erfasst worden. Der Bergrettung gelang es nach einer dramatischen Suchaktion, den Verschütteten auszugraben, zu reanimieren und ins Krankenhaus Bozen zu fliegen. Der Zustand des Jugendlichen war gestern kritisch.

Karlsfeld – Es war der letzte Tag der Skiferien in Südtirol. Fünf junge Freunde aus Dachau und Karlsfeld, 16 und 17 Jahre alt, wollten am Mittwoch ein letztes Mal Spaß haben im Skigebiet Ratschings-Jaufen. Gegen 11 Uhr fuhr das Quintett in einen steilen Hang außerhalb der gesicherten Piste. Über Nacht hatte es geschneit, die Bedingungen waren verlockend. Doch dann löste sich urplötzlich ein 50 Meter breites und 200 Meter langes Schneebrett. Wer es auslöste, stand gestern nicht fest. Vier der fünf Freunde waren mit dem Snowboard unterwegs. Sie alle entkamen der Lawine oder wurden nur leicht erfasst und konnten sich schnell befreien. Der fünfte, ein 16-Jähriger aus Karlsfeld, der Skier angeschnallt hatte, wurde hingegen verschüttet. Was folgte, war eine dramatische Rettungsaktion.

Beliebtes Skigebiet in Südtirol: Ratschings.


„Wir haben mit 30 Leuten und drei Hunden gesucht“, sagt der stellvertretende Leiter der Ratschingser Bergrettung, Josef Vantsch. Der Verschüttete hatte keinen Lawinenpiepser dabei, wohl aber sein Handy – und das war sein großes Glück. „Wir haben ihn mit dem Lawinenverschütteten-Suchsystem Recco in einem Meter Tiefe geortet“, sagt Retter Vantsch. Das Gerät reagiere auf magnetische und elektronische Teile und habe offensichtlich das Handy aufgespürt. Dennoch habe der 16-Jährige bis zu seiner Rettung 30 bis 35 Minuten unter den Schneemassen gelegen. „Wir haben sofort mit der Reanimation begonnen und ihn nach zehn Minuten mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Bozen geflogen – er war in kritischem Zustand“, so Josef Vantsch.

Nach Angaben der Stadtpolizei Bozen sind die Eltern des 16-Jährigen noch am Mittwoch ins Krankenhaus der südtiroler Landeshauptstadt geeilt. Der Zustand ihres Sohnes sei gestern weiter ernst gewesen, so die Polizei.

Die vier übrigen Jugendlichen des Verunglückten sind bereits wieder zu Hause. Sie werden derzeit vom langjährigen Krankenhaus- und Feuerwehrseelsorger Albert Wenning betreut. „Sie stehen vollkommen unter Schock“, berichtet der Vater eines der Burschen, der nur leicht verschüttet gewesen war. Die Heimgekehrten saßen gestern lange zusammen. Ihre Gedanken sind bei ihrem Freund, um dessen Leben die Ärzte im Krankenhaus Bozen kämpfen.

(zim)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Dean aus Wiedenzhausen
Der kleine Bub, der noch ganz verschlafen in die Kamera guckt, heißt Dean Aras und ist im Dachauer Krankenhaus zur Welt gekommen. Seine Eltern Dilara und Thomas Schulz …
Dean aus Wiedenzhausen
Finn aus Karlsfeld
heißt der kleine Bub, der sich hier in Mamas Armen dem Zeitungsfotografen präsentiert (Bild rechts). Das erste Kind von Patrycjy und Julian Meise aus Karlsfeld wurde im …
Finn aus Karlsfeld
Paul Adam aus Karlsfeld
Paul Adam
Paul Adam aus Karlsfeld
Betrunkener Asylbewerber (27) randaliert sich in die Zelle
Ein betrunkener Asylbewerber (27) hat in einer Dachauer Gaststätte und auf der Polizeiwache randaliert.
Betrunkener Asylbewerber (27) randaliert sich in die Zelle

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion