Konzert im Schloss: „Violinen der Hoffnung“

Instrumente mit tragischer Geschichte

Musik als Hilfe zum Überleben – die Mitwirkenden des Konzertes „Violinen der Hoffnung“ spielen auf Instrumenten mit einer ganz besonderen, tragischen Geschichte.

Dachau – Während bei einem klassischen Konzert normalerweise die aufgeführten Kompositionen oder die Interpreten im Fokus stehen, geht es beim Konzert „Violinen der Hoffnung“ vor allem um die Instrumente. Dabei handelt es sich um Violinen, die einmal Menschen gehört haben, die in den Konzentrationslagern in Dachau, Auschwitz und Buchenwald inhaftiert waren.

Die israelischen Geigenbauer Amnon und Avshalom Weinstein nahmen sich der Restauration und Pflege dieser Instrumente an, damit die Geigen ihre Geschichte auch weiterhin klingend erzählen können. „Es gibt immer weniger Zeitzeugen, deswegen sind solche Geigen als Sachzeugen umso wichtiger“, erklärt die Kreisheimatpflegerin Brigitta Unger- Richter. „Die Instrumente haben überlebt und werden gespielt. Hinter jeder Geige steht eine individuelle Geschichte und die ganze Geschichte des Holocausts“, fährt sie fort.

Bei dem Konzert, das am Sonntag, 18. Februar, um 18 Uhr im Dachauer Schloss stattfindet, werden acht dieser Violinen zum Einsatz kommen und von Violen, Klavier und Violoncelli unterstützt.

Bei den Spielern handelt es sich überwiegend um junge Stipendiaten der Villa-Musica-Stiftung, allerdings treten auch der weltweit renommierte Geiger Gil Sharon und Loka Salzmann auf, dessen Vater im KZ-Dachau inhaftiert war.

Musik hatte in den Konzentrationslagern vielerlei Funktionen, beispielsweise befahlen die Nationalsozialisten den gefangenen Musikern, beim Appell oder bei Märschen zu spielen. Es gab richtige „Häftlingsorchester“ und in Dachau wurde von der SS etwa das „Kommando Lagermusik“ eingerichtet. Aber vor allem bot das Musizieren den Gefangenen auch eine Art Zuflucht, ein Ventil und eine Hilfe beim Überleben.

Über die vielschichtigen Funktionen der Musik im Konzentrationslager informiert vorab eine Lesung, die am Freitag, 16. Februar, um 20 Uhr in der Stadtbücherei stattfindet. Auch hier wird eine „Hoffnungsvioline“ zum Klingen gebracht.

Das Programm beim Konzert im Dachauer Schloss orientiert sich an der Musik, die damals im Konzentrationslager gespielt wurde. Darunter befinden sich unter anderem Klassiker wie die Serenade „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart, aber auch das „Dachauerlied“ von Herbert Zipper und sogar Werke des jüdischen Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy. In der NS-Zeit galten diese zwar als „entartete Kunst“ und waren daher verboten, aber die Häftlinge spielten sie unbemerkterweise unter einem anderen Namen.

Karten für „Violinen der Hoffnung“

am Sonntag, 18. Februar, im Schloss Dachau gibt es im Vorverkauf bei München Ticket zu je 29,40 Euro. 

Susanna Morper

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