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Wahlkämpfer (v.l.): MdL Bernhard Seidenath, die Zweitstimmenkandidaten August Haas und Julia Grote sowie der scheidende Abgeordnete Anton Kreitmair.

August Haas ist Zweitstimmenkandidat der CSU

Ein „Homo politicus“ für den Landtag

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August Haas soll auf Anton Kreitmair folgen. Der Dachauer Landwirt hofft auf die Zweitstimmen bei der Landtagswahl. 

Dachau – Das „Kandidatenkleeblatt“ nennt Bernhard Seidenath sich und seine drei Kollegen für den anstehenden Wahlkampf. Und macht dabei einen wenn auch nicht glücklichen, so doch zufriedenen Eindruck. Immerhin ist es dem CSU-Kreisvorsitzenden gelungen, noch ein paar Tage vor dem Stichtag einen potenziellen Nachfolger für den Landtagsabgeordneten Anton Kreitmair aus dem Ärmel zu zaubern: August Haas, 57, Landwirt aus Dachau, ist der neue Zweitstimmenkandidat des CSU-Kreisverbandes für die Landtagswahl. „Er kennt die Nöte der Landwirte und hat Verständnis für die urbane Bevölkerung“, sagt Seidenath am Montagabend bei der Vorstellung im CSU-Bürgerbüro in der Altstadt.

Das natürlich vierblättrige Glücks-Kleeblatt vervollständigen neben Bernhard Seidenath, Stimmkreiskandidat für die Landtagswahl, der Bezirkstagspräsident Josef Mederer als Direktkandidat für die Bezirkstagswahl und Julia Grote, Zweitstimmenkandidatin für den Bezirkstag (siehe Kasten). Nun kann die Oberbayern-CSU ihre Liste vorstellen, der Termin ist schon am kommenden Samstag.

Ein bisschen Zeitdruck hatte der CSU-Kreisvorsitzende schon. Anton Kreitmair hatte erst wenige Tage nach Ostern verkündet, nicht mehr kandidieren zu wollen – hauptsächlich wegen der Doppelbelastung aus Mandat und Bezirksleitung des Bayerischen Bauernverbandes (wir berichteten). Wichtig war Seidenath vor allem, dass der Kandidat „ein ähnliches Klientel abdeckt“ wie Kreitmair: „Die Landwirte sind eine Macht im Landkreis Dachau.“ Der Vorschlag August Haas sei aus der Stadtratsfraktion gekommen. Seidenath habe mit Haas telefoniert, „ich musste ihn nicht überreden – er ist ein Homo politicus“.

Vor allem ist Haas ein CSU-Urgestein in der Stadt: seit 40 Jahren Mitglied der Christsozialen, seit 22 Jahren Stadtrat in der großen Kreisstadt. Aktuell ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Liegenschaftsreferent. Ansonsten hält sich Haas eher fern von Arbeitskreisen und Ämtern, da macht er keinen Hehl draus: „Ich bin mehr der Individualist.“

August Haas, dessen Hof Im Lus südwestlich von Dachau liegt, ist verheiratet und hat zwei Kinder, 11 und 13 Jahre alt. Seit 1996 ist er Stadtrat. Verantwortung übernehmen, das ist ihm ein Anliegen. Und „Freiheit in Verantwortung“, das sei seine Grundlinie. Eines seiner Ziele als Landtagsabgeordneter wäre es, das „Auseinanderdriften der Schwerpunktorte im Süden und der Gemeinden im Norden“ im Landkreis Dachau einzudämmen. Ganz nach dem Motto: „Stadt und Land – Hand in Hand“.

Sein Ehrenamt als Stadtrat würde Haas nicht aufgeben, wenn er in den Landtag gewählt würde. Immerhin sei er der Stadtrat mit den zweitmeisten Stimmen, und „ich sehe es als großes Glück an, im Stadtrat mitarbeiten zu können“, so Haas. Er würde als Landtagsabgeordneter dann wohl Personal für seinen Betrieb anstellen müssen, überlegt er. „Den Hof aufgeben, das kommt überhaupt nicht in Frage.“ Er ist Landwirt mit Herz und Seele.

Haas sei ein „würdiger Nachfolger“, findet Seidenath. Nicht nur weil der neue Kandidat wie Anton Kreitmair Landwirt ist. Nein, Seidenath hat noch etwas anderes an dem 57-Jährigen entdeckt, womit sich möglicherweise Stimmen im Wahlkampf fangen lassen: „Weil er in der Kreisstadt Dachau zuhause ist, kennt er auch die Themen der Stadt.“ Die Bande zwischen Stadt und Landkreis werden so weiter verstärkt, so Seidenath begeistert. Seine Bilanz: „Gemüselandwirt, Direktvermarkter, mittelständischer Unternehmer – eine bestechende Lösung.“ Auch Anton Kreitmair klingt überzeugt: „Auch Ihr zwei werdet Euch ergänzen.“

Jetzt fehlt nur noch die nötige Anzahl an Zweitstimmen für August Haas. Welche Chancen rechnet sich der neue Kandidat nun aus, am 14. Oktober in den Landtag gewählt zu werden? Immerhin ist ja Anton Kreitmair 2013 auch nur knapp hineingerutscht – und der war immerhin BBV-Bezirkspräsident. Da muss August Haas schmunzeln. Auch er war früher mal Mitglied im Bauernverband, erzählt er. „Aber ich hatte Auseinandersetzungen mit Kreitmairs Vorgänger.“ Seidenath ganz ungerührt: „Ein Mann mit Prinzipien.“   

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