Auto rast offenbar in Bushaltestellen in Marseille

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Bisher blitzt die Stadt hauptsächlich tagsüber - aus Kostengründen.

Beschwerden häufen sich

Raser stören die Nachtruhe

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Raser sind eine Lärmbelästigung – vor allem nachts. Die Beschwerden von Dachauern häufen sich in sozialen Netzwerken. Doch Polizei und Stadt tun sich schwer, die Raser aufzuhalten.

Dachau– Illegale Straßenrennen kennen die meisten nur aus Spielfilmen – doch in den sozialen Netzwerken im Internet häufen sich die Beschwerden über Raser, die in Dachau vor allem nachts auf die Tube drücken. Die Lärmbrennpunkte sind über die ganze Stadt verteilt: Alte Römerstraße, Sudetenlandstraße, Münchner Straße, Schleißheimerstraße, aber auch Mittermayerstraße und Altstadt.

An aufgemotzen Fahrzeugen liege es aber nicht, dass es den Anwohnern zu laut wird, sagt Richard Wacht, Verkehrsexperte der Dachauer Polizei. Ende April war in der Facebook-Gruppe „Dachauer Ratsch“ eine Diskussion über die nächtliche Raserei entstanden, in der von getunten Autos die Rede war, die die Dachauer um ihre Nachtruhe bringen. Einige Beschwerdeanrufer bei der Polizei seien auch der Meinung, dass 60 bis 70 Prozent der Motorräder und Autos aufgemotzt sind. Das sei aber nicht der Fall, wie Wacht nach Polizeikontrollen weiß. Die meisten Fahrzeugbesitzer hätten Veränderungen, zum Beispiel am Auspuff in ihre Betriebserlaubnis eingetragen – sie sind legal. Aber: „Motorräder wie von Ducati oder eine Harley Davidson sind auch ohne große Veränderungen sehr laut.“ Laut Wacht gibt es aber in Dachau „kein Riesen-Raserproblem“.

Für die Radarkontrollen in Dachau ist allerdings grundsätzlich die Stadt Dachau zuständig, sie vergibt 100 Messstunden im Monat an eine externe Firma. Deren Mitarbeiter blitzen mit einem Radarwagen. Die Polizei messe in Dachau nur sporadisch, „wie es uns rausgeht“, sagt Polizeihauptkommissar Wacht.

Die Stadt blitzt vor allem tagsüber – bis 20 Uhr, sagt der Leiter des Ordnungsamtes Stefan Januschkowetz: „Bisher gibt es nur wenige Nachtkontrollen.“ Aber vor allem nachts stört der Lärm die Anwohner am meisten. Doch nach 20 Uhr müssen aus Sicherheitsgründen zwei Personen in den Radarwagen sitzen, die Kontrolle wird teurer. Im vergangenen März gab es zum Beispiel nur eine nächtliche Kontrolle von zwei bis drei Stunden – der insgesamt 100 Messstunden, sagt Januschkowetz. Aber in Zukunft will die Stadt häufiger nach 20 Uhr kontrollieren, vor allem wenn die nächtliche Tempo-30-Zone in der Mittermayerstraße (wir haben berichtet) durchgesetzt wird. Den häufigeren Nachtkontrollen muss der Stadtrat aber erst zustimmen, denn: – wegen der höheren Kosten.

Die Dachauer Polizei hat nachts etwas anderes zu tun: Sie überwacht an Unfallschwerpunkten außerhalb geschlossener Ortschaften den Verkehr – und blitzt. Denn dort werde besonders gerast: Mit 188 Stundenkilometern heizte ein Audi-Fahrer Anfang Februar durch Palsweis-Moos, mit 226 Stundenkilometer raste ein BMW-Fahrer Anfang April von Indersdorf nach Langenpettenbach (wir berichteten). Die Polizei kontrolliert vor allem dort, wo Menschen zu Tode kommen.

Die Lärmklagen der Dachauer Anwohner seien zwar nachvollziehbar, aber das Blitzen auf Strecken mit vielen Unfällen wichtiger. Zudem liege der hohe Lärmpegel in der Nacht nicht nur daran, dass schneller gefahren wird, sondern auch an der hohen Wohnbebauung, wie zum Beispiel in der Sudetenlandstraße oder der Mittermayerstraße. Denn der Lärm kann sich entlang einer Häuserschlucht schlecht verteilen.

Mit fest installierten Messanlagen in der Stadt sieht es aber schlecht aus, schon seit Jahren hofft Wacht auf einen Ampelblitzer am Ortseingang von Karlsfeld. Doch das Polizeipräsidium München genehmigt ihn nicht. Auch für die Mittermayerstraße hat er keine Hoffnung: Denn eine Anlage für ein paar 100 000 Euro hinzustellen, wäre einfach nicht verhältnismäßig.

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