Witwe und Steinmetz streiten über Grabstein

Ein Riss im Naturstein-Grabmal

  • Nina Gut
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Zwei Jahre lang verhandelten die Witwe und ein Steinmetz aus dem Landkreis Dachau miteinander wegen eines Risses in einem Granstein. Ohne Erfolg. Deshalb landete das Grabmal nun am Landgericht.

Dachau – Es sollte ein besonderes Grabmal werden – doch es wurde ein Ärgernis. Eine Witwe hatte sich einen sehr speziellen Stein für das Grab ihren verstorbenen Ehemanns auf dem Waldfriedhof in Dachau ausgesucht – ein Naturstein-Grabmal. Dabei handelt es sich um einen großen, unbehandelten Felsbrocken, der an eine Art Hinkelstein erinnert. Doch beim Aufstellen geschah ein Malheur: Der Stein riss an der Spitze. Daumendick zieht sich der Riss durch den gesamten Stein – und ist nur unzureichend repariert.

Zwei Jahre lang verhandelten die Witwe und der Steinmetz aus dem Landkreis Dachau miteinander. Ohne Erfolg. Deshalb wurde das Grabmal nun zu einem Fall für das Landgericht München II. Die Frau verklagte den Steinmetz auf Rückzahlung des Kaufpreises – gegen Rückgabe des Grabmales.

Doch zu einer Verhandlung vor der Richterin kam es erst gar nicht. Denn der Steinmetz hatte wohl das Schreiben nicht gelesen, das ihm das Landgericht München II gesandt hatte. Und so erschien er ohne Rechtsanwalt, obwohl am Landgericht Anwaltszwang herrscht.

Die zwingende Folge: Es erging ein Versäumnisurteil, mit dem der Steinmetz zur Zahlung des Kaufpreises in Höhe von 5800 Euro und zur Rücknahme des Steines verurteilt wurde. Die Geschichte könnte aber noch weitergehen. Der Beklagte hat nach dem Urteil nun zwei Wochen Zeit, um Einspruch einzulegen.

Rubriklistenbild: © dpa

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