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Ein Modell von einer Stadt: die Stadtplaner Dr. Stefan Leuninger und Annegret Michler, OB Florian Hartmann sowie Michael Simon, Ariane Jungwirth und Moritz Reinhold vom städtischen Bauamt (von links).

Bürger liefern Ideen zur Dachauer Stadtentwicklung

Nicht meckern, sondern mitdenken!

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Rund 950 Dachauer haben bereits „weiter gedacht“ und mit ihren Ideen an einem neuen Leitbild für die Große Kreisstadt mitgearbeitet. Noch bis 24. Januar werden weitere Vorschläge gesammelt, die Verantwortlichen sind aber schon jetzt rundum zufrieden: sowohl mit der Qualität, als auch der Quantität der eingebrachten Ideen.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass den Dachauern ihre Heimatstadt nicht egal ist, dass es nicht nur die Meckerer und Nein-Sager gibt, sondern durchaus auch noch Menschen, die sich konstruktiv und sachlich für das Gemeinwesen einbringen wollen, dem sei die Internetseite www.dachaudenktweiter.de ans Herz gelegt.

Dort finden sich aktuell rund 950 Beiträge von Bürgern, die alle im weitesten Sinne das aktuelle und künftige (Zusammen-)Leben der Dachauer betreffen. Die Rückmeldungen sind mal positiv, mal negativ, aber nie polemisch. So fragt eine Bürgerin: „Im roten Hochhaus an der Ostenstraße steht seit Jahren ein großer Raum leer. Warum kann die Stadt diesen nicht anmieten? Zum Beispiel als Mittagsbetreuung für Schüler?“ Ein anderer lobt: „Auf der Westseite der Gleise ebenfalls ein Rad-Parkhaus schaffen. Das Parkhaus im Osten ist super!“ Und ein anderer schlägt in knappen Worten vor: „Siedlungsgebiet zwischen Etzenhausen, Steinkirchen und Webling schaffen.“

Für die Stadt ist die digitale Bürgerbeteiligung zur Erarbeitung eines Leitbilds für Dachau ein Experiment – und zwar ein erfolgreiches, wie sich zeigt! Im Oktober hatte Oberbürgermeister Florian Hartmann die Dachauer um Anregungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge gebeten, die für die anstehende Aktualisierung des Flächennutzungsplans der Stadt verwendet werden sollten. Der neue Flächennutzungsplan, so hatte Hartmann damals betont, sei „ein ganz wichtiges Projekt für die Stadt Dachau“. Mittels des vorgeschalteten Leitbild-Projekts könnten schon im Vorfeld „grundlegende Fragen geklärt“ und „Konfliktfelder benannt“ werden, was das anschließende offizielle Verfahren deutlich verkürze.

Über die Internetseite sowie über ausgelegte Doppelpostkarten können die Bürger seitdem mitmachen, wobei sich laut Stadt der überwiegende Teil der Beiträge um das Thema Verkehr dreht, speziell im Bereich zwischen Altstadt und Bahnhof. Häufig genannte Ansatzpunkte, so bilanziert Projektleiterin Ariane Jungwirth, seien da „verbesserte Querungsmöglichkeiten von Straßen, Haltestellen für den öffentlichen Personennahverkehr, das Thema Barrierefreiheit oder Anmerkungen zum Radverkehr.“ Alles in allem, so Jungwirth, würden die Beiträge zeigen, dass die Bürger „über den Tellerrand hinausschauen“ und konkret anstatt polemisch argumentieren würden.

Den Verantwortlichen im Rathaus seien dabei auch scheinbare kleine oder auf den ersten Blick unwichtige Vorschläge wichtig. Denn der Wunsch, an einer bestimmten Stelle doch bitte eine Parkbank aufzustellen, findet Jungwirth zufolge zwar keinen Eingang in den neuen Flächennutzungsplan, aber er sei Teil eines „Stimmungsbilds“. Dadurch erfahre die Stadt: „Wo drückt die Bürger der Schuh? Wonach besteht eine gewisse Sehnsucht? Wie gehen wir mit dem Thema Dichte um?“ Am Beispiel Parkbank, so Jungwirth, sei zu erkennen, dass sich der betreffende Bürger in seiner Stadt aufhalten will, dass er hier seine Freizeit verbringen will. „Die Bürger sind die Experten vor Ort. Deshalb ist jeder Beitrag wertvoll“, so Jungwirth.

Dass bis zum Ende der Ideensammlung am 24. Januar die 1000-Beiträge-Grenze geknackt wird, davon geht die Projektleiterin fest aus. Für sie und ihre Rathaus-Kollegen beginnt dann die eigentliche Arbeit: Die Ideen werden aufgearbeitet, analysiert, gebündelt und anschließend erneut mit den Bürgern besprochen, etwa in Form von Stadtteilspaziergängen. Daneben werden die Verantwortlichen aber auch mit Interessenverbänden, Experten und Vereinen sowie Schulen sprechen. Der letzte Schritt ist dann das förmliche Flächennutzungsplanverfahren, wobei der Stadtrat das letzte Wort haben wird.

Bei der Projektvorstellung im vergangenen Oktober hatte Oberbürgermeister Hartmann noch gehofft, damit die ansonsten „schweigende Mehrheit“ zu erwischen. Der Ideen-Rücklauf, der die zum Ziel gesetzte 1000-Ideen-Marke locker knacken dürfte, gibt ihm recht. Ariane Jungwirth glaubt die Gründe zu kennen: „Jetzt haben die Bürger die Möglichkeit zu sagen, was ihnen auf dem Herzen liegt.“ Der Hauptrücklauf, glaubt sie, „kommt daher erst noch“!

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