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Kann auf breite Unterstützung bauen: der Dachauer Oberbürgermeister Florian  Hartmann.

Unterstützung für den Amtsinhaber

Bürgermeisterwahl 2020: Grüne und Bündnis für OB Florian Hartmann

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Erstmals seit 30 Jahren wird es in der Großen Kreisstadt wieder einen gemeinsamen Wahlvorschlag für den Dachauer Oberbürgermeister geben. Neben der SPD, die Florian Hartmann am Freitag einstimmig als ihren Kandidaten ins Rennen schickte, wollen auch die Grünen und das Bündnis für Dachau Hartmann unterstützen.

Dachau – Der 31. März 2014 wurde von Meteorologen als „herrlicher Sonntag“ angekündigt. Zum Zeitpunkt, als die Vorhersage gemacht wurde, ahnte man bei der Dachauer SPD noch nicht, wie „herrlich“ dieser Sonntag wirklich werden sollte. Die Mitglieder des Ortsverbands, ihre Freunde und allen voran der junge OB-Kandidat Florian Hartmann verfolgten gespannt die eintreffenden Ergebnisse aus den Wahllokalen. Am Ende, so erinnert sich Hartmann, „lagen wir uns alle in den Armen“.

Seit diesem „herrlichen Abend“ sind mittlerweile fünfeinhalb Jahre vergangen. Aus dem bis dato „jüngsten Oberbürgermeister Deutschlands“ wurde laut SPD-Fraktionsvorsitzender Christa Keimerl ein „authentischer, bürgernaher, souveräner Teamplayer“, dessen unermüdliche Arbeit geprägt sei „von der Liebe zu seiner Heimatstadt“. Für Keimerl und die übrigen bei der Mitgliederversammlung im Thomahaus anwesenden Genossen war daher einstimmig klar: Florian Hartmann „ist der einzig richtige OB für Dachau“! Mit Blick auf die jüngsten Auseinandersetzungen im Stadtrat wünschte Keimerl dem Kandidaten Hartmann „und uns allen einen fairen Wahlkampf“.

Dass er diese Fairness zuletzt vermisst habe, hob Hartmann in seiner Rede hervor: „Selten wird mehr Schmarrn geredet als im Wahlkampf!“ Gerade die von der CSU aktuell beschworene Schulden-Krise des städtischen Haushalts wies der OB harsch von sich. Wie viele Kredite die Stadt in den vergangenen Jahren aufgenommen habe? „Genau null!“ Der Schuldenstand sei vielmehr kontinuierlich gesunken. Dass in Haushaltsentwürfen Kreditaufnahmen eingeplant würden, „macht jede finanzpolitisch seriös arbeitende Stadt“! Der – CSU-geführte – Landkreis rechne übrigens auch mit Kreditaufnahmen, merkte Hartmann spitz an, aber die Kritik an seinem Haushalt „sei wohl eher parteipolitisch als sachlich“ motiviert.

Natürlich, gab der 32-Jährige zu, könne er die Lage „nicht schönreden“, es gebe viel zu tun in der Stadt: Er wolle den Kita-Bau fortführen, bezahlbaren Wohnraum schaffen, die Schulen und die Infrastruktur der Stadt erhalten beziehungsweise ausbauen, dabei „die Bürger ernst nehmen und eigene Interessen nie über das Gemeinwohl stellen“, Sportstätten „mit Sinn und Verstand und Realismus“ schaffen und das „MD-Gelände zu einem Gewinn für Dachau machen“. Wenn die Stadt dafür Schulden aufnehmen müsse, dann, so betonte Hartmann, „ist das auch in Ordnung. Wer das nicht will, der muss dann aber auch den Vereinen sagen: ,Ja, Deine neue Sportstätte ist notwendig, aber bauen tun wir sie nicht’!“

Seine politischen Mitbewerber rief er auf, ihn bei dieser Arbeit zu unterstützen. Schließlich habe man in den vergangenen Jahren zuweilen „kontrovers diskutiert“, aber dennoch stets große Mehrheiten für wichtige Projekte gefunden. Diese sachliche Arbeit würde er daher gern noch bis zum Wahltag am 15. März 2020 weiterführen. Wahlkampf stattdessen, „machen wir bitte auf der Straße und nicht auf dem Rücken Tausender Dachauer“.

Dass sich zumindest zwei Parteien dem aktuellen Trend, die Stadtratsarbeit der vergangenen Jahre „schlechtzureden“, wie Hartmann es formulierte, nicht anschließen wollen, wurde am Freitag ebenfalls verkündet: Demnach werden die Ortsvorstände von Grünen und Bündnis für Dachau ihren Mitgliederversammlungen ebenfalls den SPD-Mann Hartmann als OB-Kandidaten vorschlagen. Einen gemeinsamen Wahlvorschlag hatte es nach Angaben der SPD zuletzt 1990 gegeben – damals zugunsten von Dr. Lorenz Reitmeier.

Trotz des gemeinsamen OB-Kandidaten wollen die beteiligten Gruppierungen jedoch „ihre Eigenständigkeit behalten“. SPD, Grüne und Bündnis werden demnach mit eigenen Programmen zur Kommunalwahl antreten und damit den „notwendigen demokratischen Wettstreit der Ideen“ sicherstellen. Für zweiten Bürgermeister Kai Kühnel (Bündnis) ist der gemeinsame Wahlvorschlag „ein Zeichen, dass wir mit OB Hartmann sechs Jahre gut und konstruktiv zusammengearbeitet haben und uns das auch für die Zukunft so wünschen“. Beim Bündnis habe man zudem „die Erfahrung gemacht, dass eine klare Positionierung für einen Kandidaten mehr bringt als bloße Scheinkandidaturen“.

Kommentar: Im Block gegen die Konservativen

Die Tatsache, dass sich neben dem Bündnis auch der Grüne Ortsvorstand hinter Florian Hartmann stellt, ist bemerkenswert. Zuletzt hatten die Grünen mehrfach gegen die Verwaltung oder die SPD gestimmt – etwa beim Streit über den Standort der neuen Eishalle. Zudem könnte ein Grüner Kandidat, angesichts von Klimakrise und Fridays-For-Future-Hype, mit Sicherheit viele Stimmen generieren. Indem die Grünen sich nun aber der SPD und dem Bündnis anschließen, hat Hartmann einen breiten linken Block hinter sich. Die konservativ-liberalen Herausforderer Peter Strauch (CSU), Peter Gampenrieder (ÜB) und Markus Erhorn (FW) dagegen laufen Gefahr, sich zu kannibalisieren – zumal ja nach wie vor offen ist, ob der konservative Wolfgang Moll nicht auch noch seinen Hut in den Ring wirft. Der Weg in die Stichwahl ist für Hartmanns Gegner daher nicht leichter geworden. zip

20 Frauen, 20 Männer: Das ist das #Team Hartmann

Mit 37 Ja- und einer ungültigen Stimme votierten die SPD-Mitglieder am Freitagabend für diese Kandidaten zur kommenden Stadtratswahl. Prof. Dr. Günter Heinritz wird aus Altersgründen nicht mehr antreten.

  • 1. Florian Hartmann, 32, Oberbürgermeister; 
  • 2. Anke Drexler, 54, Referentin und Bildungsberaterin; 
  • 3. Sören Schneider, 32, Verwaltungsjurist; 
  • 4. Christa Keimerl, 67, Unternehmerin; 
  • 5. Volker C. Koch, 62, Studiendirektor; 
  • 6. Sylvia Neumeier, 58, Geschäftsführerin; 
  • 7. Berkay Kengeroglu, 19, Jura-Student; 
  • 8. Sophie Kyriakidou, 54, Dozentin (Deutsch als Fremdsprache); 
  • 9. Bernd Hubensack, 56, Sparkassenfachwirt; 
  • 10. Sedef Moustafa, 33, Juristin; 
  • 11. Andreas Gahr, 47, Projektmanager für Erneuerbare Energie; 
  • 12. Katja Caspari, 42, selbstständige IT-Trainerin; 
  • 13. Florian Heiser, 49, Projektmanager; 
  • 14. Gabi Wienek-Vilano, 52, Steuerfachgehilfin; 
  • 15. Dennis Behrendt, 26, Leiter Rettungsdienst; 
  • 16. Brigitte Hinterscheid, 67, Grundschullehrerin, i.R.; 
  • 17. Richard Bartl, 54, Betriebsratsreferent; 
  • 18. Wieka Arnold, 19, Praktikantin; 
  • 19. Lorenz Flach, 33, Gymnasiallehrer; 
  • 20. Claudia Hinterberger, 43, Bilanzbuchhalterin;
  •  21. Uwe Istenes, 54, Druckvorlagenhersteller; 
  • 22. Manuela Märkl, 43, Medizinische Fachangestellte; 
  • 23. Ludwig Prischenk, 21, Student der Politikwissenschaften; 
  • 24. Marina Mocker-Henning, 32, Dr. Ing. Elektrotechnik; 
  • 25. Dr. Ramon Rümler, 49, Kinderarzt; 
  • 26. Christine Sieben, 61, Kulturmanagerin; 
  • 27. Stefan Hefele, 29, IT-Berater; 
  • 28. Christa Spencer, 73, Künstlerin; 
  • 29. Andreas Huber, 50, Ingenieur; 
  • 30. Susanne Kaufmann, 42, Architektin; 
  • 31. Günter Sroka, 74, Konzernbetriebsratsvorsitzender, i.R.; 
  • 32. Claudia Keimerl, 40, Unternehmerin; 
  • 33. Detlev Ebert, 73, Verwaltungsbeamter der Stadtverwaltung München Sozialreferat, i.R.; 
  • 34. Sabina Navratil, 53, Sozialpädagogin; 
  • 35. Thomas Keck, 46, Fahrzeugentwickler; 
  • 36. Monika Seidel, 33, Realschullehrerin; 
  • 37. Klaus D. Schönfeld, 47, IT-Spezialist; 
  • 38. Barbara Hausen, 71, Hausverwalterin; 
  • 39. Anthony Vilano, 58, Physiotherapeut; 
  • 40. Karin Oschmann, 82, Sonderschullehrerin, i.R.

Alle Infos und News zur Kommunalwahl 2020 im Landkreis Dachau finden Sie immer aktuell auf unserer großen Themenseite. 

 

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