Bürgerversammlung Dachau-Süd und Himmelreich

„Die Bürger sind zufrieden“

Schlaglöcher, Falschparker und belegte Behindertenparkplätze – das waren die Hauptanliegen der Dachauer bei der Bürgerversammlung Dachau-Süd und Himmelreich im ASV-Saal.

Dachau– OB Florian Hartmann warf neben dem üblichen Jahresrückblick einen Blick auf Dachau-Süd und Himmelreich. Die neue Linie 718 in die Wohngebiete in Himmelreich verbessere das Busangebot und die neue Schulweghelferstelle an der Oskar-von-Miller-Straße mache den Weg für Kinder sicherer. Die Stadt sucht aber weiterhin Schulweghelfer.

Dann wollte Hartmann Bedenken gegenüber dem Bau für den Hochwasserschutz entlang der Amper und der Maisach aus dem Weg räumen. Dazu hatte die Stadt Dr. Roland Hoepffner aus dem beauftragten Planungsbüro RMD Consult eingeladen. Die Bürger nahmen den Vortrag über die baulichen Maßnahmen ohne weitere Gegenfrage zur Kenntnis.

Anschließend kam Bewegung in die Veranstaltung: Herbert Wildmoser forderte, dass die Mülleimer am Stadtweiher häufiger entleert werden. Dort verbrennen die Leute beim Lagerfeuer auch Spanplatten, was zu giftigen Ascherückständen führe, so Wildmoser. Er habe gehört, dass ein bestimmter Mülldienst gar nicht dafür zuständig sei. „In diesen Fällen können sie auch persönlich in meinem Büro anrufen“, bot OB Hartmann an. Der Politiker erklärte, dass es am Stadtweiher seit letztem Sommer einen Sicherheitsdienst gebe. Er weise die Leute daraufhin, den See so zu hinterlassen, dass alle eine „schöne Fläche“ vorfänden. Außerdem ist die Müllentsorgung in der Stadt nicht einheitlich geregelt – Grünflächen-Mülleimer entleert ein anderes Unternehmen als die städtischen. Das könne die fehlende Zuständigkeit erklären. „Wir wollen aber künftig die Müllentsorgung gemeinsam organisieren“, kündigte Hartmann an.

Ein mehrmals erwähntes Anliegen waren die Falschparker. Sei es in der Hermann-Stockmann-Straße, auf der laut Sebastian Leiß Abstandsflächen zur Kreuzung nicht eingehalten werden, oder am Karlsberg auf Höhe der Shisha-Bar. „Hier stehen Autos auf dem Gehweg“, ärgerte sich Jörg Dandl. „Das stört mich auch“, antwortete Hartmann, „wenn ich aus der Rathaus-Garage fahre.“ Hier gebe es die Möglichkeit, Fotos der Falschparker zu machen und sie der Stadtverwaltung zu schicken. „Auch wenn das für manche etwas von Anschwärzen hat, ist das Falschparken doch an manchen Stellen fatal“, wägte Hartmann ab.

Inge Ostermeier wollte ihrem Ärger über die laute Schneeräum-Maschine auch heuer wieder Luft machen: „Muss das sein, dass der Schneeräumer um 7.15 Uhr in der Früh durch einen verkehrsberuhigten Bereich brettert?“ Die Routen der Räumer seien festgelegt, um möglichst effektiv Schnee zu räumen, so Hartmann: „Bei Ihnen kommen die Räumer früher, bei anderen eben später.“

Der OB bekam jedoch auch ein dickes Lob von Rudolf Kuda. „Der direkte Weg funktioniert bei Ihnen“, äußerte sich Kuda etwas kryptisch. Auf Nachfragen erklärte er den Dachauer Nachrichten: Er habe beim Büro des OBs angerufen, weil Schlaglöcher bei der Baustelle an der Hermann-Böcker-Straße seit mehreren Monaten und trotz mehrmaligen Reklamierens nicht ausgebessert wurden. „Rund zwölf Stunden später waren die Löcher zu“, berichtete Kuda und schob noch ein Lob an Hartmann nach: „Die Sachen, die ratzfatz gehen, die kann er.“

Gundi Pfeiffer machte sich über die Fahrgastzählungen in den Bussen Gedanken: „Warum wurden sie überhaupt durchgeführt?“ Per Zählung wisse die Stadt, welche Busgröße benötigt wird, so Hartmann. Außerdem kann die Verwaltung bei durchschnittlich mehr als zehn Personen pro Fahrt einen Antrag auf Förderung stellen.

Eine Herzensangelegenheit brachte Claudia Gercke hervor: Sie kann nicht verstehen, warum selbst Fahrschulen die Schwerbehindertenparkplätze an der Ostseite des Bahnhofs als Halt missbrauchen. Hartmann kündigte an: „Den Fahrschulen werden wir persönlich schreiben.“

Nach der Veranstaltung zeigte sich Hartmann zufrieden: „Es ist gut, dass ganz allgemeine Fragen dabei waren. Das zeigt, dass die Bürger zufrieden sind.“

(map)

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