Katrin Staffler weiß: Die Einkaufstaschen sind bei den Leuten „der absolute Renner“.
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Katrin Staffler weiß: Die Einkaufstaschen sind bei den Leuten „der absolute Renner“.
Beate Walter-Rosenheimer hat unter anderem Sonnenblumen dabei.
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Beate Walter-Rosenheimer hat unter anderem Sonnenblumen dabei.
Michael Schrodi (rechts) findet: „Mein größtes Geschenk ist mein Wahlprogramm.“
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Michael Schrodi (rechts) findet: „Mein größtes Geschenk ist mein Wahlprogramm.“
Andreas Schwarzer verteilt Kochlöffel an seine potenziellen Wähler(innen).
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Andreas Schwarzer verteilt Kochlöffel an seine potenziellen Wähler(innen).

Werbegeschenke der Politiker

Das verteilen die Bundestagskandidaten für das richtige Kreuzal

Windräder, Sonnenblumen oder Kochlöffel: Was tun die Bundestagskandidaten nicht alles für ein Kreuz an der richtigen Stelle. Über die Wahlgeschenke, die es bereits im Vorhinein gibt – oder auch nicht.

Landkreis – Weniger Steuern zahlen, Bildung für alle, Schluss mit Kohle: Von allen Seiten lachen uns die Köpfe von den Wahlplakaten an. Sie werben mit Wahlgeschenken – die gibt es zum Teil auch schon im Vorhinein: an den Infoständen der elf Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck. Das verschenken die Politiker für das Kreuz an der richtigen Stelle:

-Beate Walter-Rosenheimer (Grüne):

Sonnenblumensamen, Sonnenblumensträuße, kleine Windräder oder Bio-Äpfel: Die Werbegeschenke von Beate Walter-Rosenheimer, Psychologin aus Germering, symbolisieren die grüne Politik: Grüne kämpfen für Windräder, auch gegen den Widerstand der Anwohner. Äpfel und Sonnenblumen sind wiederum aus der Region, und Bienen brauchen die Pflanzen zum Bestäuben.

-Katrin Staffler (CSU):Wichtig ist nicht, was verschenkt wird, sondern es gehe einfach darum, „den Namen ins Gedächtnis der Wähler zu bringen“, sagt Katrin Staffler, Biochemikerin aus Türkenfeld. Sie tritt zum ersten Mal zur Bundestagswahl an und will die Nachfolgerin von Gerda Hasselfeldt werden. Deshalb verteilt sie an ihren Infoständen Luftballons in Herzform, Schlüsselanhänger oder Stoffeinkaufstaschen – in blau. Vor allem die Einkaufstaschen seien der Renner.

-Michael Schrodi (SPD):

Der Wahlkampf ist körperlich anstrengend, sagt Michael Schrodi – vor allem in den vergangenen Wochen. Aber er sei ja noch „jung und fit“. Natürlich verteile er rote Kugelschreiber, Gummibärchen und Traubenzucker für Kinder am Infostand: „Aber mein größtes Geschenk ist mein Wahlprogramm“, sagt er.

-Andreas Schwarzer (FDP):

Die Frau wieder zurück an den Herd? Andreas Schwarzer verteilt Kochlöffel an seine potenziellen Wähler. „Die bekommen aber auch Männer.“ 500 Luftballons, 150 Kugelschreiber, 100 Einkaufswagenchips und Jojos, 50 Feuerzeuge, 48 Malkreidesets und 50 Kochlöffel hat die FDP Fürstenfeldbruck im Juli für den Wahlkampf auf der Straße bestellt. Schwarzer scheint aber nur wenig optimistisch: „Wahrscheinlich wird die Große Koalition fortbestehen.“

-Lilian Edenhofer (Freie Wähler):

Was sie vom geplanten Windrad im Sigmertshauser Holz im Landkreis Dachau halten soll, das weiß Lilian Edenhofer noch nicht. Sie hat sich noch nicht damit befasst. Trotzdem verteilt die Freie Journalistin aus Garmisch-Partenkirchen orange Windräder als Wahlgeschenke. Die Freien Wähler seien für Windräder „wenn die Bürger damit einverstanden sind“. Außerdem gibt es Kugelschreiber und Notizblöcke.

-Renate Schiefer (Linke):

Als Linke müsse sie eine dicke Haut haben, sagt Renate Schiefer aus Puchheim, Angestellte beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Am Infostand bekam sie schon zu hören, „wir Linke sollten wieder ins KZ“, sagt Schiefer. Bei dieser Feindseligkeit helfen auch die Wahlgeschenke nichts mehr, wie Fruchtgummis mit „Ein Herz für Pflege“, Kugelschreiber oder Anstecker mit dem Parteilogo.

-Jürgen Loos (ÖDP):

Sie machen nur Müll. Ob Kugelschreiber oder Luftballons als Wahlgeschenk, am Ende landen sie sowieso nur irgendwo auf der Wiese, da ist sich Jürgen Loos von der Ökologisch-Demokratischen Partei sicher. Deshalb hat der Elektroniker aus Fürstenfeldbruck nur wenige Kugelschreiber, Luftballons, Handreinigungstücher und Spielkarten bestellt.

-Florian Jäger (AFD):

Mit dem „infantilen Zeug“ namens Wahlgeschenke will Florian Jäger nichts zu tun haben. Er will seine Wähler mit Informationen überzeugen: „Aber gelegentlich liegen auch bei uns ein paar Kugelschreiber herum“, sagt der Selbstständige aus Olching.

-Hansjörg Tschan (Mit Wählen – Mit Reden – Mit Bestimmen):

Hansjörg Tschan ist ein Einzelkämpfer. Er hat weder Infostand noch Werbegeschenke: „Ich glaube nicht, dass sich jemand seine Stimme kaufen lässt.“ Tschan zieht von Haustür zu Haustür. Der Diplom-Ingenieur aus Erdweg wirft sein Wahlprogramm selbst in die Briefkästen. Er will gegen Lobbyismus in der Politik kämpfen.

-Christian Kreiß (Vereinigte Direktkandidaten):

Bei Bundestagskandidat Christian Kreiß gibt es nichts zu holen: „Steuern und Abgaben kommen von den Bürgern und gehören ihnen, nicht den Politikern“, sagt er. Deshalb gibt es von ihm keine Wahlgeschenke. Stattdessen will er im Bundestag Steuern senken und den Jahresurlaub erhöhen – falls er gewählt wird.

-Sebastian Kellerer (Bayernpartei):

Von weiß-blauen Flaschenöffnern hält der Kandidat der Bayernpartei, Sebastian Kellerer, nichts. Der Wirtschaftsmathematiker aus Dachau verteilt prinzipiell keine Wahlgeschenke. Er würde die Bürger gerne mit Sachverstand überzeugen. Schließlich gehe er davon aus, „dass der durchschnittliche Wähler intelligent genug ist, sich bei seiner Wahlentscheidung nicht von Plastikmüll leiten zu lassen.“

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