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Die Qual der Wahl: Kandidaten werben oft mit Slogans um Stimmen – wie an dieser Plakatwand zu sehen ist. Wir haben gefragt, was dahintersteckt.  

Bundestagswahl 2017

So wollen die Kandidaten umsetzen, was auf ihren Plakaten steht

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Vor der Bundestagswahl haben wir uns mal genau angeschaut, was so auf den Wahlplakaten steht. Dabei haben wir für jeden Direktkandidaten einen Spruch ausgewählt, mit dem er wirbt. Jeder Kandidat sollte kurz und kapp erklären, wie er sich persönlich für das jeweilige Ziel einsetzen will.

Jürgen Loos (ödp)

„Bezahlbarer Wohnraum jetzt!“

Wohnraum kann geschaffen werden durch Schließen von Baulücken, Nutzung von ehemaligen militärischen Liegenschaften, Sanierung von leer stehendem Wohnraum, Altbausanierung, Überbauung von Parkflächen und Dachgeschossausbauten. Der Bau und die Modernisierung von Wohnungen brauchen staatliche Förderung. Zu fördern ist auch der Erwerb von Wohnungseigentum durch Familien. Die Förderung muss aber an die Erfüllung hoher ökologischer und sozialer Standards geknüpft sein. Ich bin der Meinung, dass Wohnungen nicht immer mehr zum Objekt von Spekulanten werden dürfen, hier sollte eingegriffen werden! Ich sehe als Lebensrecht an, eine bezahlbare Wohnung bekommen zu können.

Beate Walter-Rosenheimer (Bündnis 90/ die Grünen)

“Kinderarmut kann man kleinreden oder groß bekämpfen“

Gegen steigende Kinderarmut wollen wir entschieden vorgehen, denn es darf nicht sein, dass fast drei Millionen Kinder und Jugendliche und ihre Familien ins gesellschaftliche Abseits gedrängt werden, weil sie arm sind. Mit unserem „Grünen Familienbudget“ werden wir alle Kinder gleich gut unterstützen und Familien mit zwölf Milliarden Euro entlasten. Ganz wichtig ist für uns die einkommensunabhängige Kindergrundsicherung als Basis für alle, durch die Eltern mit kleinen und mittleren Einkommen für ihre Kinder endlich die gleiche Unterstützung wie Eltern mit hohen Einkommen erhalten. Das allerbeste Mittel gegen Kinderarmut bleibt aber nach wie vor die Erwerbstätigkeit der Eltern mit angemessener Bezahlung, die auch zum Leben reicht.

Andreas Schwarzer (FDP)

„Freiheit sichern“

Viele Politiker reden über mangelnde Sicherheit. Und durch einen übertriebenen Sicherheitswahn ist die Freiheit bedroht. Deshalb der Slogan „Freiheit sichern“. Denn Freiheit darf nicht gegenüber der Sicherheit geopfert werden.“

Michael Schrodi (SPD)

„Zeit für bezahlbaren Wohnraum“

Als Bundestagsabgeordneter werde ich mich dafür einsetzen, dass der Bund mehr Geld für den öffentlichen und den genossenschaftlichen Wohnungsbau zur Verfügung stellt und auch selbst Wohnungen baut. Zudem gehören dem Bund auch Grundstücke in unseren beiden Landkreisen. Ich will, dass der Bund diese Grundstücke zu einem ermäßigten Preis an die Städte und Gemeinden abgibt, damit diese dann kostengünstigen Miet- und Eigentumswohnungen schaffen können. Und zuletzt will ich die Mietpreisbremse schärfen, damit sie wirklich vor exorbitanten Mieterhöhungen schützt.

Sebastian Kellerer (Bayernpartei)

„Perspektive statt alternativlos“

In der Politik gibt es viel zu häufig bei den verschiedensten Themen verhärtete Fronten („Alternativen“), wobei am Ende dann oft ein fauler Kompromiss steht. Meine persönliche Meinung ist, dass man mit einem echten Konsens immer mehr erreicht. Die Ziele, die erreicht werden sollen, sind ja häufig die gleichen; nur über den Weg dorthin ist man sich uneins. Mit ideologiefreier, sachlicher Diskussion mit allen Beteiligten erreicht man viel mehr als mit Kleinkrieg: nämlich eine echte Perspektive.

Christian Kreiß (Vereinigte Direktkandidaten)

„Bannmeile für Lobbyisten um den Bundestag“

Im Bundestag gibt es mehr Lobbyisten als Abgeordnete. Das führt dazu, dass viele Gesetze zu Gunsten der Unternehmensgewinne und zu Lasten der Bevölkerung gemacht werden. So wurden durch Lobbyarbeit lange Zeit Rauchverbote und bis heute Tabakwerbeverbote verzögert. Die Liste ist lang. Um dem einen Riegel vorzuschieben, würde ich ein totales Lobbyistenverbot für den Bundestag einführen (keine Lobbyisten im Umkreis von einem Kilometer vorm Bundestag). Und vor allem: keine Gesetzesvorlagen, die durch Lobbyisten erstellt werden, wie es heute gang und gäbe ist. Das gehört schlichtweg verboten.

Hansjörg Tschan (Mit Wählen, Mit Reden, Mit Bestimmen)

„Unabhängig gegen konzerngelenkte Politik und Lobbyismus“

Als Abgeordneter sehe ich es als meine Pflicht an, mich umfassend über anstehende Entscheidungen und Gesetzesvorlagen zu informieren, deren Auswirkungen zu bedenken und diese mit den Wählern im Wahlkreis, Experten, Nichtregierungsorganisationen und natürlich auch, aber eben nicht nur, mit Vertretern der Wirtschaft zu diskutieren. Sollten solche Vorlagen einseitig Konzerninteressen zum Nachteil der Bürger bevorzugen, ist es meine Pflicht, dies über alle mir dann zur Verfügung stehenden Kanälen zu thematisieren, auf entsprechende Veränderungen hinzuwirken und einer solchen Vorlage meine Zustimmung zu verweigern. Zu guter Letzt sehe ich auch eine Möglichkeit, in kollegialen Gesprächen mit anderen Abgeordneten diese auf Unzulänglichkeiten in der Vorlage hinzuweisen und sie gegebenen falls umzustimmen

Katrin Staffler (CSU)

„Leitkultur leben“

„Leitkultur leben“ bedeutet für mich zunächst, einen klaren Wertekompass zu haben, der auf den Grundlagen des christlichen Menschenbildes fußt. Die Leitkultur umfasst auch unsere Sitten und Traditionen genauso wie die Grundregeln unseres Zusammenlebens. Für eine gelungene Integration muss dieser Wertekompass die Basis sein, aufgrund derer wir eine Integration einerseits zulassen wollen, andererseits aber auch einfordern müssen.

Lilian Edenhofer (FW)

„Klare Regeln für Einwanderung setzen“

Mir ist jeder Mensch willkommen, der Schutz sucht und Schutz braucht, der sich anständig benimmt und das Grundgesetz achtet! Deutschland hat eine humanitäre Verantwortung. Jedoch dürfen die Kommunen nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Wir wollen durchsetzen, dass der Bund für die Kosten der Integrationspolitik aufkommt – nicht die Kommunen. Gut integrierte Flüchtlinge sollten hierbleiben dürfen, wiederholt Straffällige schnell abgeschoben werden.

Renate Schiefer (Die Linke)

„Renten mit Niveau“

Wir Linke wollen Renten auf einem Niveau, das ein Alter in Würde ohne Pfandflaschensammeln ermöglicht. Das heißt konkret: Anhebung der Renten sofort auf 53 Prozent, solidarische Mindestrente von 1050 Euro netto im Monat, abschlagsfrei in Rente ab 65 Jahren und eine Erwerbstätigenversicherung. Beiträge zahlen, auch Politiker, Beamte, Selbstständige, Freiberufler, Manager. Dafür werde ich mich als Abgeordnete einsetzen.

Florian Jäger (Alternative für Deutschland)

„Freiheit. Rechtsstaat. Leitkultur“

Unsere Kultur ist ein schützenswertes Gut und muss wie unsere deutsche Muttersprache dem Schutz durch das Grundgesetz unterliegen. Ich will mich für eine Politik einsetzen, bei der nicht die Durchsetzung ideologischer Experimente, sondern die Interessen der Bürger im Mittelpunkt stehen.“

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