Zwei Busse vor Bahnhofsgebäude
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Corona hat massive Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr auch in der Stadt Dachau.

Stadtrat verschiebt weiteren Ausbau des ÖPNV

Bus-Angebot in Dachau bleibt wie es ist

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Das Busangebot weiter ausbauen - dieses Ziel verfolgt die Stadt Dachau. Jetzt aber ist erst einmal Schluss mit der Angebotserweiterung: Corona.

Dachau – Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr. Wie für jeden Bürger ersichtlich, fahren die Busse des im vergangenen Dezember für viel Geld eingeführten Zehn-Minuten-Takts weit unter ihrer Auslastung (wir berichteten). Dass sich dies so schnell ändern wird, daran glaubt sowohl bei der Stadtverwaltung, als auch beim Landkreis niemand.

Vielmehr sei davon auszugehen, so heißt es aus dem Rathaus, dass „Themen wie Homeoffice, Digitalisierung, Reduzierung von Dienstreisen nachhaltig zu weniger Fahrten und in der Folge zu reduzierten Umsatzerlösen führen“ werden. Mit anderen Worten: „Es ist absehbar, dass die Stadt als Aufgabenträger mit höheren Defiziten aus dem ÖPNV-Busbetrieb der Stadtwerke rechnen muss.“

Zum Leidwesen der städtischen Kämmerei und entgegen der expliziten Bitte von Oberbürgermeister Florian Hartmann hatte sich der Stadtrat im vergangenen April dennoch dafür entschieden, den Zehn-Minuten-Takt einzuführen. Immerhin setzte sich zuletzt aber nun so viel haushalterischer Realismus durch, dass bis zum Jahr 2024 der eigentlich schon beschlossene weitere Ausbau des ÖPNV zurückgestellt wird.

Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) fiel diese Entscheidung, die im jüngsten Umwelt- und Verkehrsausschuss einstimmig getroffen wurde, schwer, auch wenn er sie für „sinnvoll“ hielt. „Die Coronakrise ist uns leider dazwischengefunkt in unserem Bemühen, den ÖPNV auszubauen“, fand er.

Sein Kollege Peter Gampenrieder (ÜB) nannte es wichtig, mit der Einführung des Zehn-Minuten-Takts „den Einstieg geschafft zu haben“. Nun sei die Lage im Haushalt „aber so angespannt, dass wir keine andere Möglichkeit haben“ als einen weiteren ÖPNV-Ausbau zu vertagen. Als Einzelmaßnahme nur die Linie 719 auszubauen, wie Michael Eisenmann (Bündnis) es vorgeschlagen hatte – „Die Kosten sind übersichtlich, wir reden hier nicht von Millionenbeträgen“ – sei vielleicht nötig, aber „das können wir uns schlicht und ergreifend nicht leisten“!

Peter Strauch (CSU) war ebenfalls der Meinung, „dass wir jetzt nicht übers weitere Geldausgeben sprechen“ sollten, da die Busse des bestehenden Angebots „immer noch nicht voll sind“. Und dies, so Strauch, dürfte „sich auch so schnell nicht ändern“.

Indem die Stadt nun die Maßnahmen der sogenannten Prio-2-Stufe ihres Nahverkehrsplans und damit die erneute Ausweitung ihres innerstädtischen Busangebots aussetzt, „hat nun auch der Landkreis Planungssicherheit“, erklärte OB Hartmann. Alles andere sei aber ohnehin „weder im städtischen Haushalt, noch im Wirtschaftsplan der Stadtwerke finanziell darstellbar“.

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