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Durfte nicht mitfahren: Clemens Billig hatte das Fahrtgeld nicht passend.

MVV bestätigt Vorfall

Er wird aus Bus geworfen und muss eine Stunde laufen - der Grund macht ihn fassungslos

Buchstäblich aus dem Bus geworfen wurde kürzlich ein 59-jähriger Dachauer, als er eine MVV-Einzelfahrkarte mit einem 50-Euro-Schein bezahlen wollte. Doch der Busfahrer hatte, gemäß den Beförderungsrichtlinien des Unternehmens, korrekt reagiert.

Dachau – „Schwarzfahren ist nicht“, mit diesen Worten wurde der 59-jährige Dachauer Clemens Billig am vergangenen Mittwoch abgefertigt, als er eine Einzelfahrkarte in einem MVV-Bus erwerben wollte. Der Mann hatte zu diesem Zeitpunkt nur einen 50 Euro Schein dabei, den der Fahrer der Linie 722 nicht zu wechseln vermochte. In Folge musste der Fahrgast den Bus verlassen und einen Fußweg von etwa einer Stunde in Kauf nehmen. Für Billig ein fast unzumutbares Unterfangen, denn er hatte sich vor kurzem erst einer Augenoperation unterzogen, die sein Sehvermögen beeinträchtigt.

Tatsächlich hatte der Fahrer sich aber korrekt verhalten, wie eine Nachfrage bei der MVV auch bestätigte. „In unseren Beförderungsbedingungen steht, dass das Betriebspersonal ist nicht verpflichtet, Geldbeträge über 20 Euro zu wechseln“, erzählt Franziska Hartmann, Sprecherin des Unternehmens. In vielen Fällen wäre dies auch nicht möglich, da die Busse, je nach Fahrgastfrequenz der Linie, nur mit einem Beschränkten Kontingent an Wechselgeld ausgestattet seien. Zahlen viele Fahrgäste mit großen Scheinen, sei das Budget schnell aufgebraucht. „Aber soweit das Betriebspersonal Geldbeträge über 20 Euro nicht wechseln kann, erhält der Fahrgast eine Quittung über den zurückbehaltenen Betrag. Es ist Sache des Fahrgastes, das Wechselgeld unter Vorlage der Quittung bei der Verwaltung des Unternehmers abzuholen“, erläutert Hartmann weiter. Viele Kunden würden diesen Kompromiss allerdings nicht annehmen. In diesen Fall seien sie gezwungen, die Fahrt abzubrechen und den Bus zu verlassen.

Diese Aussagen bestätigte ein Sprecher der Stadtwerke Dachau. Er fordert die Kunden daher auf, sich bei Problemen und Unklarheiten an das Unternehmen zu wenden, damit gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann, mit der beide Seiten zufrieden sind. „Natürlich sind nicht alle Busfahrer immer so freundlich, wie sie es sein sollten. Da muss man aber auch sehen, dass der Verkehr in Dachau extrem zugenommen hat und die Chauffeure dadurch unter einem extremen Druck stehen“, so die Stadtwerke. Deshalb seien die Beförderungsbedingungen umso wichtiger für ein funktionierendes Miteinander zwischen Fahrer und Fahrgast.

Video: Diese Wechselgeld-Summe muss jeder Lieferant dabei haben

Für den verärgerten Kunden Clemens Billig wohl nur ein schwacher Trost... 

Claudia Lepuch 

Wenig begeistert ist die MVG, weil sich Spaßvögel an diesem Schild zu schaffen machten.

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