Der Parkplatz an der KZ-Gedenkstätte soll schöner werden, findet Anwohner Jakob Fink. Die Pläne des Staatlichen Bauamts Freising bereiten ihm daher Sorgen. Foto: tb

Umbau des Parkplatzes an der Kz-Gedenkstätte

Busse werden zum Problem

Die Bauarbeiten am Parkplatz der KZ-Gedenkstätte haben noch gar nicht begonnen, da regt sich schon der Unmut der Anwohner. Denn die fürchten den neuen Standort der Bus-Stellplätze.

Dachau – Die Bauarbeiten am Parkplatz der KZ-Gedenkstätte stehen kurz vor ihrem Beginn (wir berichteten) – die Baumfällarbeiten sind bereits erfolgt. Da melden einige Anwohner Bedenken zu den Plänen des Staatlichen Bauamts Freising. Denn nach dessen Vorstellung sollen die Busse auf dem neu gestalteten Parkplatz am Nordrand des Areals, also Richtung Pater-Roth-Straße, parken und nicht mehr wie bisher am Südrand Richtung Sportgelände des TSV Dachau 1865.

An und für sich wäre dies kein Problem, wenn die Busfahrer nicht dauerhaft den Motor laufen lassen würden, um im Sommer die Klimaanlage und im Winter die Heizung am Laufen zu halten. Das würden sie zwar jetzt auch schon so handhaben, „aber bei dem aktuellen Abstand der Stellplätze zu dem Wohngebiet ist das kein Problem“, erklärt Jakob Fink, einer der betroffenen Anwohner. Man habe sich bereits daran gewöhnt.

Der 62-Jährige merkt aber an, dass die angrenzende Spielstraße (Karl-Riemer-Straße) von vielen Kindern genutzt werde. „In die Städte sollen die Dieselfahrzeuge nicht mehr dürfen, aber hier laufen sie den ganzen Tag, und die Kinder müssen den Dreck einatmen“, beklagt er. Bei einer Informationsveranstaltung im Februar hätten die Anwohner schon auf das Problem aufmerksam gemacht. Dort sei man aber „vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, wie Fink erzählt.

Das Staatliche Bauamt Freising habe damals erklärt, dass die Planungen nicht anders möglich seien. Aus sicherheitstechnischen Gründen sind auf dem neuen Parkplatz Fußgänger und Verkehr strikt voneinander getrennt. Um dies zu bewerkstelligen und „die verfügbaren Flächen bestmöglich zu nutzen, sind Busse auf der schmäleren nördlichen Seite der Fußgängerachse angeordnet und die Pkw-Parkbuchten im Süden“, wie Andreas Kronthaler, leitender Baudirektor des Freisinger Bauamts, erklärt. Andere Varianten gebe es nicht.

Die Sorgen der Anwohner kann Kronthaler dennoch verstehen. Er verweist aber auf die „immissionsschutzrechtlichen Vorgaben, die auch bei den Planungen zu diesem Bauvorhaben eingehalten wurden“. Und es gebe ja noch eine andere Lösung: Die Busfahrer stellen auf dem Parkplatz ihre Motoren ab. Kronthaler erklärt: „Die Busse müssen Parktickets lösen. Damit hat die Gedenkstättenverwaltung alle Möglichkeiten der Information bei der Einfahrt in den Parkplatz.“ Die Überwachung und Durchsetzung dieser Regeln obliegt ebenfalls der Gedenkstättenverwaltung.

Ginge es nach Fink, könne man die umfangreichen Arbeiten aber auch dazu nutzen, einen Wunsch der Anwohner umzusetzen: eine Entsorgungsstelle für die Chemietoiletten der Busse. Bisher leeren sie diese in den Gullis auf dem Parkplatz oder „teilweise in den Büsche“ entlang der Pater-Roth-Straße aus, erzählt Fink. Eine enorme Geruchsbelästigung für die Anwohner.

Das Bauamt Freising sieht zu solchen Maßnahmen aber keine Veranlassung. „Auf der Informationsveranstaltung erklärte uns der Vertreter des Bauamts, dass wir so nur von Stöckchen auf Steinchen kämen“, berichtet Fink. Ihm ist es aber wichtig zu betonen, dass die Anwohner nicht grundsätzlich gegen den Ausbau des Parkplatzes eingestellt sind, im Gegenteil: „Wir wollen, dass der Platz schöner ausgebaut wird. Die Gedenkstätte ist ein enorm wichtiger Teil Dachaus, der auch entsprechend aussehen soll!“

Thomas Benedikt

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