Mann hält Handy hoch
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Smartphone-Apps sollen helfen, im Fall von Corona-Infektionen Kontakte besser nachverfolgen zu können. Wirte-Sprecher Michael Groß wirbt für die „Darfichrein“-App.

Mit dem Handy zurück in die Freiheit

Ausweg aus dem Lockdown? Einsatz von Corona-App geplant - Anwendung auch in Gastronomie

  • Stefanie Zipfer
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Alle wollen raus aus dem Corona-Lockdown. Apps können dazu beitragen. Jetzt sollen sie auch im Landkreis Dachau Anwendung finden, etwa in der Gastronomie.

Dachau – Am 1. April soll die Kontakt-Nachverfolgung im Landkreis besser – beziehungsweise vor allem – digitaler funktionieren. Das Mittel der Wahl sollen dabei Apps sein, mit denen man am Eingang von Cafés, Biergärten, Freibad, Geschäften oder Veranstaltungen einen QR-Code abfotografiert – und damit die im vergangenen Jahr eingeführte Zettelwirtschaft überflüssig macht. Gibt es einen Infektionsfall, werden die gescannten Daten nämlich verschlüsselt ans Gesundheitsamt übertragen.

Corona in Dachau: Landkreis plant bessere Kontaktverfolgung durchs Handy - Tendenz zur „Darfichrein“-App

Die beiden derzeit bekanntesten Apps, die eine effektive digitale Nachverfolgung von Corona-Fällen ermöglichen, sind die Luca-App, an der auch der bekannte Rapper Smudo beteiligt ist, sowie die „Darfichrein“-App der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. Letztere hat bereits über 2,5 Millionen Nutzer; im Gegensatz zur Luca-App aber verlangen die Betreiber Lizenzkosten von 14 Euro monatlich.

Da die Luca-App „noch nicht alles kann“, wie Landrat Stefan Löwl gestern im Landratsamt erläuterte, tendiere man im Freistaat eher zur „Darfichrein“-App. Klar, betonte Löwl, keine Behörde könne Gastronomen, Veranstaltern oder Gewerbetreibenden vorschreiben, welche Möglichkeit der Nachverfolgung ihrer Kunden sie verwenden sollten; eine möglichst einheitliche Lösung sei jedoch wünschenswert.

Corona-App als Meilenstein aus dem Lockdown - in Kombination mit Schnelltests und Impfungen

Damit zumindest im Landkreis Dachau diese Einheitlichkeit entsteht, lud Löwl zu einer Expertenrunde. Mit am Tisch saßen Ralf Weimer, Vorstandsmitglied des Gewerbeverbands „Dachau handelt“, Dachaus Kulturamtsleiter Tobias Schneider, Dehoga-Kreissprecher Michael Groß, Landkreis-Wirtschaftsförderer Johann Liebl sowie Josef Mittl, im Landratsamt zuständiger Experte für Nachverfolgungs-Apps.

Einig waren sich alle, dass die Apps – in Kombination mit Schnelltests und Impfungen – Meilensteine sind auf dem Weg aus dem Lockdown. Klar, gab Löwl zu, im Moment stelle sich die Frage nach Restaurant-Besuchen noch nicht, aber „aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“.

Mittl bedauerte, dass es eine einheitliche Schnittstelle, über die verschiedene Nachverfolgungs-Apps ihre Daten ans Gesundheitsamt übermitteln, noch nicht gibt: Weiterhin müssten diese von den Mitarbeitern „von einem System ins nächste geschoben werden, manuell“. Doch dies sei immer noch besser als die noch vor einem Jahr praktizierte Lösung, bei der Restaurant-Besucher sich als Donald Duck oder Donald Trump registrieren konnten.

Corona im Landkreis Dachau: Landrat lädt zu Expertenrunde ein - App soll im April starten

Kulturamtsleiter Tobias Schneider sah im kommenden Sommer bei den Veranstaltungen „drei verschiedene Scan-Vorgänge auf uns zukommen“: das bereits im Vorfeld unter genauer Angabe von Kontaktdaten gekaufte Ticket, die personalisierte Registrierung am Eingang sowie der Nachweis eines Negativtests oder einer Impfung. Ihm wäre daher sehr daran gelegen, „wenn wir uns auf eine Lösung verständigen, die wir dann gemeinsam vermarkten“.

Gastronom Groß warb ebenfalls für eine Lösung, und zwar die „Darfichrein“-App. Zugleich merkte er an, dass wenn schon Gastro, Veranstalter und Einzelhandel ihre Kundschaft registrieren müssten, dies doch bitte auch die Supermärkte tun sollten: „Da stehen die Leute wirklich Schulter an Schulter!“ „Dachau handelt“-Mann Weimer bat ebenfalls darum, „auf ein Pferd zu setzen, dann ist die Kommunikation und das Marketing einfacher“.

Landrat Löwl versprach daher, aus Mitteln der Wirtschaftsförderung eine große Zahl an „Darfichrein“-Lizenzen zu kaufen und diese den Unternehmern der Region zur Verfügung zu stellen. Das Ziel sei, mit der App am 1. April starten zu können – „sofern wir am 1. April überhaupt starten dürfen“. (zip)

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