Günther Findl ist Pressesprecher der Dachauer Polizei.
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Günther Findl ist Pressesprecher der Dachauer Polizei.

Pandemie-Monate

30 Prozent weniger Verkehrsunfälle

Corona: Das bedeutete auch für die Frauen und Männer der Dachauer Polizei Stress pur. Die Krise hatte aber auch einige erstaunliche Auswirkungen.

Dachau – Die zurückliegenden Monate haben auch den Beamten der Polizeiinspektion Dachau sehr viel Arbeit beschert. Wie haben sie die Coronazeit in den Räumen der Inspektion in der Dr.-Höfler-Straße und bei den Einsätzen draußen im Landkreis erlebt? Die Heimatzeitung hat beim Pressesprecher der Polizeiinspektion Dachau, Hauptkommissar Günther Findl, nachgefragt.

Wie viele Verstöße gegen die Einschränkungen, Maskenpflicht etc. hat es gegeben?

Durch die Polizei Dachau wurden bzgl. der Maskenpflicht Anzeigen im einstelligen Bereich erstellt. Bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung erfolgten knapp 250 Anzeigen.

Gab es – wie viele vermutet haben – vermehrt Fälle von häuslicher Gewalt?

Im Bereich der häuslichen Gewalt, also Körperverletzung oder Bedrohung, gab es keinen erkennbaren Aufwärtstrend.

Wie war die Situation im Straßenverkehr?

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent zurückgegangen. Sehr deutlich gesunken sind Unfälle mit Ursache Alkohol, hier um 67 Prozent!

Wie oft und bei welchen Gelegenheiten mussten sie Kollegen von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, Gesundheitsamt, Landratsamt unterstützen?

Die Polizei Dachau war hier hauptsächlich zum Schutz von Objekten eingebunden, in denen Schutzausrüstung und Material der Hilfs- und Rettungskräfte gelagert waren. Zudem kontrollierten die Beamten der PI Dachau verschiedene Betriebe im Rahmen der Amtshilfe. Eines möchte ich betonen: Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt war zu jeder Zeit perfekt!

Waren Sie auch (mit) zuständig bei der Überprüfung der Menschen, die sich in Quarantäne befanden oder befinden?

Hier wurde ein Beamter der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck abgestellt, der mit dem Gesundheitsamt immer direkten Kontakt hatte. Im Regelfall waren es nur polizeiliche Ermittlungen, wenn eine Person in Quarantäne nicht erreichbar war.

Uns interessiert natürlich noch Ihr generelles Fazit.

Nach Bekanntwerden der Allgemeinverfügung am 20. März stand das Telefon der Polizeiinspektion Dachau über das folgende Wochenende nicht mehr still. Etwa 200 bis 300 Anrufer meldeten Verstöße oder hatten Fragen zu den Beschränkungen. Eine starke Arbeitsbelastung für die dienstleistenden Polizistinnen und Polizisten war die Folge, die neben der täglichen Routinearbeit weitere Vorgänge bearbeiten mussten. Zahlreiche tägliche Kontrollen zur Überwachung der Allgemeinverfügung fanden statt – teilweise mit Unterstützung der Bereitschaftspolizeien Dachau und Eichstätt. Nur ein sehr geringer Anteil der Landkreisbevölkerung hielt sich nicht an die Regeln der Ausgangsbeschränkung und Maskenpflicht. Die Mehrzahl beachtete diese oder zeigte sich einsichtig nach Belehrungen durch die Polizei bei unabsichtlich begangenen Zuwiderhandlungen.

Interview: Thomas Zimmerly

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