Eine Hand liegt auf einer Computertastatur.
+
Die meisten Verbrechen im Lockdown gehen auf Internetdelikte zurück. (Symbolbild)

Corona verändert Kriminalität

Dachauer Polizei registriert weniger Einbrüche, dafür mehr Internetdelikte

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
    schließen

Die Arbeit der Polizeibeamten in Dachau hat sich verschoben. Während Wohnungseinbrüche im Lockdown weniger geworden sind, haben Internetdelikte zugenommen.

Dachau – Der Lockdown hat in diesen Wochen große Auswirkungen auf die Arbeit der Beamten der Polizeiinspektion Dachau. Nicht, dass sie in Zeiten des Beinahe-Stillstands des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens weniger zu tun hätten. Doch die Schwerpunkte ihres Tuns haben sich verschoben.

Auffällig ist, dass sich die Diebe zurückhalten. Einbrüche waren früher ein großes Problem für die Ermittler, momentan „gehen die Einbrüche in Wohnungen gegen Null“, sagt der stellvertretende Leiter der PI Dachau, Stefan Priller. Vereinzelte Ausnahmen sind Einbrüche in Geschäfts- oder Vereinsräume.

Mehr zu tun gab es zuletzt für die Abteilung Internet-Kriminalität. Die Betrügereien im Netz haben nach Angaben von Priller stark zugenommen. In der Hauptsache war es so, dass online bestellte und bezahlte Waren nicht geliefert wurden oder bestellte und gelieferte Waren nicht bezahlt wurden. Priller gibt zu bedenken, dass die Internet-Betrügereien weniger mit Corona zu tun hätten, als vielmehr der Tatsache geschuldet sind, dass allgemein der Online-Handel zuletzt immer mehr geworden sei.

Auf „permanent hohem Niveau“, so Priller, befinden sich weiterhin die Trickbetrügereien, Stichwort: Enkeltrick. Hierzu gebe es jeden Tag etliche Anzeigen bei der Polizei. Mittlerweile wüssten jedoch sehr, sehr viele Bürger Bescheid und fielen nicht auf die Gauner herein, hat Priller festgestellt.

Bemerkenswertes gibt es auch über den Straßenverkehr zu sagen. „War der Verkehr während des Lockdowns im März deutlich weniger, so merkt man das jetzt nicht so sehr“, sagt der stellvertretende Polizeichef.

Die Polizei, Dein Freund und Helfer, ist eigentlich ein abgedroschener Spruch. In Zeiten von Corona gewinnt er allerdings große Bedeutung. Ständig klingeln die Telefone in der Wache, wobei die diensthabenden Beamten allerlei Fragen rund um die gerade gültigen Beschränkungen beantworten sollen. Häufig gestellte Fragen: „Darf ich gerade umziehen?“ Oder „Was ist ein triftiger Grund, um die Wohnung verlassen zu dürfen?“ „Es sind die Vernünftigen, die alles richtig machen wollen und daher bei uns anrufen“, sagt Priller. Daher gehe man auf jeden Anrufer ein und gebe so gut es geht Auskunft.

Der stellvertretende Polizeichef gibt aber zu bedenken, dass „wenn neue Maßnahmen verkündet werden, wie etwa jetzt die FFP2-Masken-Pflicht, dies auch für uns neu ist. Es dauert dann halt etwas, bis wir die Regelungslage in Papierform vorliegen haben“. Erst dann könne man verlässlich informieren, sagt Priller. Sollte die Polizei einmal nicht weiterwissen, verweise sie auf das Bürgertelefon des Landratsamtes (0 81 31/7 42 50), wo die Bürger ebenfalls Informationen zu allgemeinen oder rechtlichen Fragen zu den Maßnahmen und Beschränkungen erhalten.

Apropos Landratsamt. Dieses ist Verfolgungsbehörde bei Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen. Der Polizei fällt lediglich die Aufgabe der Überwachung zu. Die Erfahrungen von Priller: Es gibt zusammengerechnet mehrere Dutzend Verstöße am Tag gegen die Maskenpflicht, das Kontaktverbot sowie die Ausgangssperre ab 21 Uhr. Dennoch spüre er eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, was die Einschränkungen angeht, sagt Priller.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare