Die Vorbereitungen laufen: Im BRK-Haus am Rotkreuzplatz wird derzeit ein Impfzentrum eingerichtet. Auch am Karlsfelder See soll eines entstehen.  Foto: hab
+
Die Vorbereitungen laufen: Im BRK-Haus am Rotkreuzplatz wird derzeit ein Impfzentrum eingerichtet. Auch am Karlsfelder See soll eines entstehen. Foto: hab

Bis zu 300 Impfungen täglich sollen dort verabreicht werden

Corona-Pandemie: Zwei Standorte für Impfzentren im Landkreis Dachau stehen fest

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
    schließen

Ab Mitte Dezember ist der Landkreis bereit für die ersten Coronaimpfungen. Impfzentren in Dachau und Karlsfeld, betrieben von BRK und Johannitern, sollen dabei für die Immunisierung der Bevölkerung sorgen. Bis zu 300 Impfungen täglich sollen dort verabreicht werden.

Dachau/Karlsfeld – Beim Dachauer BRK arbeiten Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka und seine Kollegen gerade „drei Mal so viel wie sonst“! Grund: Neben normalem Tagesgeschäft und der Umsetzung der neuen, dem ab heute geltenden Katastrophenfall angepassten Rettungsdienstanforderungen, bereitet man sich beim Roten Kreuz auf den Start des Dachauer Impfzentrums Mitte Dezember vor.

Wie berichtet, hatte der Landkreis den Betrieb des Impfzentrums ausgeschrieben. „Fünf zu berücksichtigende Angebote“ wurden dabei laut Landratsamtssprecher Wolfgang Reichelt eingereicht, „mehrere Angebote zu Teil-Leistungen, wie zum Beispiel nur Bewachung oder nur Ausstattung, konnten nicht berücksichtigt werden“. Klar, gesucht worden war ein Gesamt-Konzept für das Impfzentrum – inklusive Personal, Sicherheit und Betrieb.

„Der Impfstoff ist die Wende in der Pandemie!“

BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka

Den Zuschlag bekamen am Ende zwei Rettungsorganisationen. Neben Polyfkas BRK, das im Großen Saal seines Hauses am Rotkreuzplatz in Dachau-Ost impfen wird, sind es noch die Johanniter, die am östlichen Parkplatz des Karlsfelder Sees eine Containeranlage errichten werden. Dazu werden beide Organisationen noch je ein mobiles Impf-Team stellen, das beispielsweise in Altersheimen unterwegs ist. Pro Zentrum, so plant es das Landratsamt, sollen täglich 150 Impfungen vorgenommen werden – bis Ende Juni und mit Option auf Verlängerung der Betriebserlaubnis.

Wann genau die erste Spritze gesetzt wird, steht allerdings noch nicht fest. Auch ist noch nicht klar, welcher Impfstoff zum Einsatz kommt beziehungsweise wer überhaupt die ersten Impfungen erhalten wird. Sicher ist laut Reichelt jedoch, dass es „berechtigte Personenkreise“ geben wird und diese – nach entsprechender Voranmeldung – in die Impfzentren kommen dürfen.

Beim Dachauer BRK ist man trotz des „sportlichen“ Terminplans überzeugt, am 15. Dezember startklar zu sein. Polyfka zufolge würde sich die Corona-Reihenimpfung nämlich nicht groß von den jüngsten Blutspendeaktionen im großen Saal des BRK-Hauses unterscheiden: Beim Blutspenden müssten sich die Besucher registrieren, dann – im Einbahnstraßensystem – zum Arztgespräch, dann in den Blutspende- und schließlich in den Ruhebereich. „Vergleichbar“, so Polyfka, dürften die Coronaimpfungen ablaufen.

Das Ärzte-Personal für die Impfzentren werden sich die Betreiber aus ihrem Netzwerk holen. Polyfka zufolge werde es zudem „Kooperationen mit Arztpraxen und der Klinik“ geben, so dass täglich drei bis vier Ärzte im Impfzentrum Schichtdienst leisten können. Der genaue Einsatzplan stehe zwar noch nicht fest, der BRK-Chef aber ist überzeugt: „Wir kriegen das ganz sicher gebacken!“

Gelagert wird der wertvolle Impfstoff übrigens ebenfalls im BRK-Haus – und zwar rund um die Uhr bewacht von einer Security-Firma. Allerdings, betont Polyfka, sei das Ziel, „dass am Ende des Tages nix mehr übrig ist“. Maximal sollen im Impfstoff-Lager Dosen für drei Tage liegen.

Trotz der stressigen Vorbereitungen würden sich beim BRK alle auf den Start des Impfzentrums freuen, wie der Chef betont. Denn: „Der Impfstoff ist die Wende in der Pandemie!“ Da sei es doch klar, dass das BRK „als Player in der ersten Reihe dabei ist“! Seine Organisation, so Polyfka, werde daher die Corona-Wende „sichtbar begleiten“.

Apropos begleiten: Auch die niedergelassenen Ärzte sollen irgendwann ihren Teil zur großen Corona-Impfaktion beitragen dürfen – Landratsamtssprecher Reichelt zufolge aber „wohl erst im Frühjahr/Sommer“. Ähnlich wahrscheinlich, aber auch noch nicht 100-prozentig sicher, ist übrigens die Finanzierungsfrage. „Laut letzten Informationen“, so Reichelt, werde die Impfung für die Bürger „kostenlos“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare