Chaos am Dachauer Bahnhof: „Daran ist man als Berufspendler gewöhnt. Aber welche Auswirkungen diese Ausfälle in Corona-Zeiten haben, zeigen die im Stress aufgenommenen Fotos von den Bahnsteigen in Dachau“, sagt Josef Mittl aus Petershausen.
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Chaos am Dachauer Bahnhof: „Daran ist man als Berufspendler gewöhnt. Aber welche Auswirkungen diese Ausfälle in Corona-Zeiten haben, zeigen die im Stress aufgenommenen Fotos von den Bahnsteigen in Dachau“, sagt Josef Mittl aus Petershausen.

Dichtes Gedränge

In Zeiten von Corona: Stellwerksstörung löst Bahn-Chaos aus

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Eine Stellwerksstörung war der Auslöser für dichtes Gedränge und Chaos auf der Bahnstrecke Richtung München. Unmöglich in Zeiten von Corona, wie die Fahrgäste klagen.

  • Im morgendlichen Berufsverkehr löste eine Stellwerksstörung Chaos aus.
  • Dichtes Gedränge an den Bahnsteigen und in den Zügen waren die Folge
  • Ein Unding in Zeiten von Corona, wie die Fahrgäste klagen.

Dachau – Aufgrund einer Signalstörung zwischen Allach und Dachau ist es am Donnerstag (17.4.) im morgendlichen Berufsverkehr zu mehrstündigen, massiven Verspätungen und Zugausfällen gekommen. Das Chaos perfekt machte ein Polizeieinsatz im weiteren Tagesverlauf.

Die Reisenden seien gegen 7.30 Uhr gebeten worden, auf Grund einer Stellwerksstörung den Regionalzug in Dachau zu verlassen und auf die S 2 in Richtung München umzusteigen, sagt Fahrgast Josef Mittl aus Petershausen, dabei sei es „in wenigen Minuten zu absolut beengenden Situationen gekommen“. Und: Die bereit gestellte S-Bahn sei bereits in Dachau überfüllt gewesen. Sicher sei für ihn eines: „In dieser Situation hat sich keiner der Reisenden sicher gefühlt. Das Einhalten der Mindestabstände wegen des Corona-Virus war völlig unmöglich“, so Mittl.

Stellwerksstörung bei der Bahn: Wegen Corona fährt nur ein Zug pro Stunde

Ebenso wie Mittl war auch Nicole Press in der Früh mit der Bahn unterwegs. Sie pendelt täglich von ihrem Wohnort Pfaffenhofen an der Ilm zu ihrem Arbeitsplatz an der LMU in der Münchner Innenstadt. „Normalerweise fahren zu den Stoßzeiten fünf Züge in einer Stunde. Doch zu Zeiten von Corona hat die Bahn es auf einen Zug pro Stunde reduziert“, weiß sie. Und um 7.30 Uhr dann auch noch die Stellwerkspanne. „Selbst hier sage ich noch: O.k., kann passieren“, so Press. „Aber bei dem, was sich am Mittag zugetragen hat, fehlt mir das Verständnis!“

Als sie nämlich mit der Regionalbahn heimfahren wollte, „habe ich mich extra vorher mit der DB-App informiert, ob die Züge jetzt wieder normal fahren. Die App hat keinerlei Störung angezeigt“, versichert die Pfaffenhofenerin. Erst zehn Minuten vor der Abfahrt ließ die Bahn verlauten, dass die Stellwerksstörung noch besteht. Doch es wurde für Nicole Press noch schlimmer.

Wegen Stellwerksstörung: Fahrgäste konnten nicht genügend Abstand halten

Die Fahrgäste Richtung Dachau mussten zunächst auf die S-Bahn ausweichen. Doch bereits bei Allach hieß es: Polizeieinsatz zwischen Allach und Dachau. „Der Schienersatzverkehr bestand aus Taxis, die bis unters Dach voll mit Menschen waren, keine Chance 1,5-Meter-Abstand zu halten“, schildert Press, die erst nach Stunden zu Hause ankam, die Situation.

Ihr gehe es nicht um die Stellwerksstörung oder um den Polizeieinsatz, sondern darum, dass die Deutsche Bahn falsch reagiert habe. „Ich kann es wirklich nicht verstehen, warum die Bahn ihre Fahrgäste nicht früher informiert. Sie hatte von 7.30 bis 12.55 Uhr Zeit, ihre Fahrgäste davon in Kenntnis zu setzten, dass das Problem noch nicht behoben wurde“, so die Pendlerin.

Bahnsprecher: Nur zwei von vier Gleisen standen für S-Bahn, Regional- und Fernverkehrszüge zur Verfügung

Leider sei es seit Donnerstagfrüh aufgrund eines Eingriffes in den Bahnbetrieb sowie den daraus resultierenden polizeilichen Ermittlungen zu Einschränkungen auf der Bahnstrecke zwischen Dachau und Allach gekommen, bedauert ein Sprecher der Bahn. „Im morgendlichen Bahnverkehr stand daher leider nur eines, später dann zwei von vier Gleisen für S-Bahnen, Regional- und Fernverkehrszüge zur Verfügung. Trotz dieser Einschränkungen wurden so viele Zugfahrten wie möglich angeboten“, meint der Bahnsprecher, der allerdings zugibt, dass aufgrund der geringeren Streckenkapazität trotzdem nicht alle Züge wie geplant hätten verkehren können.

So musste auch der Regionalzug seine Fahrt vorzeitig in Dachau beenden und Fahrgäste auf die S-Bahn ausweichen.  Bis zum Abend liefen noch polizeiliche Ermittlungen im betroffenen Streckenabschnitt. „Hierfür musste die Strecke im Tagesverlauf zeitweise auch komplett gesperrt werden“, so der DB-Sprecher, der aber beteuert: „Die DB tut dennoch alles dafür, so viele Kapazitäten wie möglich zu bieten. So wurden für die Zeit der Sperrung mehrere Busse und 60 Taxen eingesetzt, um Reisende zwischen Dachau und Allach an ihr Ziel zu bringen.“

Alle weiteren Informationen zum Coronavirus im Landkreis Dachau finden Sie in unserem Live-Ticker. Wegen des Coronavirus wurde nun das Dachauer Volksfest abgesagt. Dachaus OB Florian Hartmann, spricht von der einzig richtigen Entscheidung. Inzwischen ist das Hilfskrankenhaus in einem Dachauer Hotel einsatzbereit. Jetzt fehlen nur noch die Patienten.

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zim

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