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Den Coronavirus hat eine Pflegerin des Friedrich-Meinzolt-Hauses in Dachau-Ost.

Pflegehelferin in Dachauer Seniorenheim hat Coronavirus

Pflegekraft mit Coronavirus infiziert: Was das Dachauer Seniorenheim jetzt unternimmt

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Eine Pflegehelferin aus Dachau ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. In dem Pflegeheim, in dem sie arbeitet, werden nun viele Personen getestet.

  • In einem Dachauer Seniorenheim herrscht Ausnahmezustand.
  • Eine Pflegerin (24) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
  • Nun müssen Maßnahmen getroffen werden,

Dachau – Das Evangelische Pflegeheim in Dachau-Ost hat seinen ersten Corona-Fall: Eine Pflegehelferin des Friedrich-Meinzolt-Hauses ist positiv auf das Virus COVID-19 getestet worden.

Da die 24-Jährige bis zum Bekanntwerden des Befundes am Donnerstag voriger Woche noch im Dienst war, sind am Samstag auch neun Mitarbeitende, mit denen sie Kontakt hatte, getestet worden. Und gestern wurden 23 Senioren ebenfalls getestet. Bislang hat aber niemand Symptome.

Coronavirus Dachau: Seniorenheim betroffen - Maßnahmen ergriffen

Das Haus wird von der Inneren Mission München („Hilfe im Alter“) zusammen mit weiteren neun Einrichtungen in München und Oberbayern betrieben. Man steht seit Bekanntwerden des Falles mit dem Dachauer Gesundheitsamt in Kontakt und setzt die von dort vorgegebenen Maßnahmen um. So wurde eine Schleuse am Eingang zur Station errichtet. Die Bewohner dürfen bis auf weiteres ihre Zimmer nicht mehr verlassen und nur die zu ihrer Versorgung notwendigen Kontakte haben. Darüber hinaus sollen auch alle anderen Bewohner des Heimes aktuell ihre Zimmer nicht mehr verlassen.

Coronavrius in Pflegeheim: Keine Besuche seit zwei Wochen

Die Pflegekräfte der betroffenen Station arbeiten mit den erforderlichen Schutzmasken sowie geeigneter Schutzkleidung; sie dürfen nicht stationsübergreifend eingesetzt werden.

Dirk Spohd, Geschäftsführer der „Hilfe im Alter“, betont: „Wir setzen die Anordnungen akribisch um und haben alle Maßnahmen getroffen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden.“ Den Bewohnern gehe es gut „und unsere Pflegekräfte tun alles dafür, dass das auch so bleibt“.

Gestern würden alle Angehörigen der Bewohner des Hauses informiert. Sie dürfen im Übrigen bereits seit zwei Wochen nicht mehr zu Besuch kommen: „Wir haben sehr schnell reagiert und unsere Häuser schon nach der ersten Allgemeinverfügung zugemacht, haben von unserem Hausrecht Gebrauch gemacht. Die Angehörigen waren da sehr verständnisvoll.“

Coronavirus im Landkreis Dachau: Polizei hat allerhand zu tun

Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Virus sei es aber absehbar gewesen, dass die Infektion auch die Pflegeheime erreiche, sagt Spohd.

Nachdem die bayerische Staatsregierung am Freitag mittag die bevorstehenden Ausgangsbeschränkungen bekanntgemacht hatte, stand bei der Dachauer Polizei das Telefon nicht mehr still.

Coronavirus Dachau: Hilfe für Anwohner - Rettung der Einzelhändler

Die Ausgangsbeschränkungen sind vor allem für Menschen, die sich alleine nicht zu helfen wissen schwierig. Für diese wurde in Dachau nun eine Nachbarschaftshilfe etabliert.

Derweil appellieren Einzelhändler an die Anwohner, dass auch sie, gerade in den schwierigen Zeiten Unterstützung brauchen, da sie die Gebote der Ladenschließungen und Verordnungen sonst nicht überstehen können.

Bei der Polizeiinspektion meldeten sich allein bis zum frühen Abend etwa 350 verunsicherte Bürger. Immer wieder trudelten am Wochenende gehäuft Anrufe bezüglich spezieller Vorhaben bei der Dachauer Polizei ein. „Wir weisen darauf hin, dass samstags ab 9 Uhr auch das Bürgertelefon des Landratsamtes Dachau unter 0 81 31/7 42 50 besetzt ist und für Auskünfte zur Verfügung steht,“ sagt Polizeihauptkommissar Werner Gschoßmann.

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Alle Informationen rund um das Coronavirus im Landkreis Dachau finden Sie auch hier in unserem News-Ticker.

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Coronavirus Dachau: Spielplätze und Gaststätten teils noch geöffnet

Am Freitag Nachmittag meldeten besorgte Bürger bis zum Abend immer wieder Gaststätten und öffentliche Einrichtungen wie Spielplätze, die entgegen der bisherigen Allgemeinverfügung unerlaubt geöffnet oder entgegen des Verbots besucht waren. Die Polizei musste in verschiedenen Fällen das aufklärende Gespräch mit Bürgern suchen, zum großen Teil Jugendliche, aber auch Erwachsene. In allen Fällen waren die Angesprochenen letztlich einsichtig.  

Bis gestern abend gab es 105 bestätige Infektionen im Landkreis und 630 unter Quarantäne stehende Kontaktpersonen. Im Dachauer Krankenhaus wird seit zwei Tagen der erste Intensivfall (aus einem anderen Landkreis) versorgt.

Corona in Dachau: Feuerwehr informiert über Lautsprecher

Die Feuerwehr und das THW fuhren am Wochenende durch den Landkreis Dachau und machten die Bürger mit Lautsprecherdurchsagen auf die Beschränkungen aufmerksam. „Es ist erfreulich, dass die Beschränkungen vom Großteil der Bevölkerung eingehalten werden,“ sagt Landrat Stefan Löwl. 

Hier finden Sie unseren Wegweiser zur Berichterstattung und die Corona-News aus Deutschland*. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Deutschland als Karte. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen*.

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