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Zwischen Kindern und Rede: Landrat Stefan Löwl genoss es, bei der Kreisdelegiertenversammlung seine Kinder, hier Maximilian und Clara, um sich zu haben.  

Kreisdelegiertenversammlung der CSU

Seine Familien stehen geschlossen hinter Löwl

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Stefan Löwl bringt so leicht nichts aus der Fassung. Doch in seiner Rede bei der Kreisdelegiertenversammlung der CSU versagt ihm die Stimme. Tief bewegt, mit Tränen in den Augen, bekennt er, was es ihn kostet, Landrat zu sein: viel Lebenszeit mit seinen Kindern. Trotzdem will er sich weiterhin einsetzen für den Landkreis. Den Rückhalt der CSU-Familie hat er.

VON NIKOLA OBERMEIER

Ried– Vor sechs Jahren war er der Zugezogene, der gebürtige Schwabe, der den Wahlkampf von der Ferne aus führte. Heute kennt Stefan Löwl den Landkreis besser als so mancher Einheimischer. „Und ich fühle mich hier, im Zentrum des Landkreises Dachau, in meiner Heimat“, sagte ein sichtlich angespannter Landrat am Donnerstag bei der Kreisdelegiertenversammlung der CSU in der Gaststätte Doll in Ried. Wenig später wurde er, mit einem Blick zu seinen Kindern und seiner Frau, von seinen Gefühlen überwältigt. Am Ende des Abends wurde Löwl für eine weitere Amtszeit als Landrat nominiert. Er bekam 97,6 Prozent der Delegiertenstimmen.

Am Tisch nahe des Rednerpults saßen seine Frau Bettina und seine Kinder Benedikt (12), Clara (11) und Maximilian (8). Sie wollten dabei sein, wenn der Papa von der politischen Familie wieder ins Rennen um das Amt des Landrats geschickt wird. Sie lauschten mehr oder weniger aufmerksam den Rednern, die Löwl allesamt mit Lob überschütteten: Er sei ein „moderner, offener, innovativer, professioneller Landrat, der anpackt, zuhört, abwägt, ausgleicht, alle mitnimmt, nah am Menschen“ (Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath), „der beste Mann für die beste Gegend“, (Fraktionsvorsitzende Stephanie Burgmaier), „er kann Landrat, er ist ein guter Landrat“ (Bürgermeister-Sprecher Stefan Kolbe), „voller Leidenschaft für den Job“ (JU-Vorsitzende Julia Grote).

Hoher Preis für engagierten Einsatz

Diese Leidenschaft und der volle Einsatz für sein Amt war Stefan Löwl auch anzumerken, als er selbst ans Mikrofon trat. Denn er machte deutlich, wie hoch der Preis für seinen Einsatz ist. Er blickte zu seiner Familie, da versagte ihm die Stimme, seine Augen füllten sich mit Tränen. Er holte Luft und sagte: „Als ich vorgestern Nachmittag nach Hause kam, hat Maxi gesagt: ,Papa, du musst ja gleich wieder arbeiten.’ Und die Kinder nehmen das in Kauf.“ So machte der Familienvater Löwl deutlich, wie schmerzvoll es oft ist, nur wenig Zeit für Kinder und Frau zu haben. „Landrat kostet etwas, das ist kein Job“, gab er zu. Als dann das Wahlergebnis, 125 von 127 Stimmen, verkündet und Löwl gefragt wurde, ob er die Wahl annehme, gab er die Frage weiter an seine Frau: „Darf ich?“ Mit einem Nicken und einem Lächeln signalisierte Bettina Löwl, dass seine Familie hinter ihm steht.

Beim Wahlgang der Kreistagskandidaten blieben Überraschungen aus.

Die Liste der CSU: 1. Stefan Löwl, Landkreis Dachau; 2. Stephanie Burgmaier, Sulzemoos; 3. Stefan Kolbe, Karlsfeld; 4. Lena Eberl, Vierkirchen; 5. Peter Strauch, Dachau; 6. Emmi Westermeier, Weichs; 7. Andreas Wagner, Karlsfeld; 8. Rosmarie Böswirth, Schwabhausen; 9. Florian Schiller, Dachau; 10. Dr. Christina Epple, Dachau; 11. Bernhard Seidenath, Haimhausen; 12. Helmut Zech, Pfaffenhofen; 13. Julia Grote, Dachau; 14. Tobias Stephan, Dachau; 15. Anton Kreitmair, Erdweg; 16. Corinna Böller, Indersdorf; 17. Christian Blatt, Erdweg; 18. Dr. Markus Hertlein, Hilgertshausen-Tandern; 19. Stefan Handl, Karlsfeld; 20. Josef Riedlberger, Altomünster; 21. Johannes Kneidl, Sulzemoos; 22. Robert Axtner, Bergkirchen; 23. Florian Scherf, Schwabhausen; 24. Günter Fuchs, Petershausen; 25. Elisabeth Riedlberger, Altomünster; 26. Hilde Wessner, Petershausen; 27. Claudia Kops, Haimhausen; 28. Dieter Kugler, Röhrmoos; 29. Peter Felbermeier, Haimhausen; 30. Markus Trinkl, Odelzhausen; 31. Anton Kerle, Altomünster; 32. Franz Obesser, Indersdorf; 33. Harald Mundl, Weichs; 34. Sven Langer, Hebertshausen; 35. Veronika Eisenhofer, Erdweg; 36. Martina Mayerhanser, Dachau; 37. Ursula Weber, Karlsfeld; 38. Bärbel Riedel, Odelzhausen; 39. August Haas, Dachau; 40. Richard Reischl, Hebertshausen; 41. Annemarie Wackerl, Indersdorf; 42. Jörg Westermair, Indersdorf; 43. Benno Huber, Petershausen; 44. Werner Braun, Wiedenzhausen; 45. Barbara Wallner, Hebertshausen; 46. Christian Schweiger, Altomünster; 47. Josef Kaspar, Indersdorf; 48. Nicole Eder, Röhrmoos; 49. Johann Heitmair, Odelzhausen; 50. Michael Lampl, Pfaffenhofen; 51. Dr. Wilfred Landry, Dachau; 52. Ramona Fruhner-Weiß, Vierkirchen; 53. Dr. Georg von Hundt, Bergkirchen; 54. Werner Polt, Vierkirchen; 55. Janda Buck, Schwabhausen; 56. Johann Lachner, Indersdorf; 57. Dr. Florian Breitling, Röhrmoos; 58. Anna-Lena Huber, Petershausen; 59. Matthias Nuber, Karlsfeld; 60. Martin Hofmann, Weichs; 61. Claudia Huber, Bergkirchen; 62. Maximilian Lernbecher, Dachau; 63. Matthias Rager, Röhrmoos; 64. Monika Gasteiger, Hebertshausen; 65. Patrick Poggenpohl, Haimhausen; 66. Josef Reischl, Schwabhausen; 67. Yvonne Rambold, Pfaffenhofen; 68. Karl Böller, Indersdorf; 69. Simon Landmann, Bergkirchen; 70. Wolfgang Offenbeck, Karlsfeld.

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