Zwei Dachauer im Landtag: Anton Kreitmair (l.) und Bernhard Seidenath (2. v. r.) feierten am Landtagswahlabend des 15. September 2013 ihr Ergebnis. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit wird es aber nicht geben. Foto: Archiv

CSU-Landtagsabgeordneter Anton Kreitmair hört auf

„Am Ende gab’s nix mehr zu reden“

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Es hatte sich abgezeichnet, nun ist es fix: Abgeordneter Anton Kreitmair wird zur kommenden Landtagswahl nicht mehr antreten. Während man sich im CSU-Kreisverband nun fieberhaft auf Nachfolger-Suche macht, räumt Kreitmair auch mit Gerüchten über seine Gesundheit auf.

Dachau – So richtig entspannen konnte Anton Kreitmair über die Ostertage nicht. Bis Dienstagabend quälte er sich mit der Frage: Soll er zur Landtagswahl im kommenden Oktober noch einmal antreten?

Wie berichtet, war der 54-jährige CSU-Abgeordnete von der Doppelbelastung aus Mandat und Bezirksleitung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) ermüdet; hinzu kam die persönliche Enttäuschung darüber, dass manche Parteien im Kampf um die Gunst der Wähler eher auf plumpe Parolen denn auf wahrheitsgemäße Argumente setzten. Bezirksvorsitzende Ilse Aigner versuchte bis zuletzt, Kreitmair in ihrem Team zu halten; da der Kleinberghofener vor fünf Jahren über die Zweitstimme ins Maximilianeum gelangt war und Bernhard Seidenath als Direktkandidat für den Landkreis Dachau gesetzt ist, bot Aigner ihm mehrfach hervorragende Listenplätze in sicheren CSU-Landkreisen an.

Doch am Ende, sagt Anton Kreitmair, „gab’s nix mehr zu reden. Ich höre definitiv auf“. Der „einzige und wahre Grund“ hierfür sei die Doppelbelastung gewesen. Gerüchten, wonach sein Gesundheitszustand ihn zu diesem Schritt genötigt hätten, weist er daher entschieden von sich: „Ja, ich war krank. Ich hatte Krebs. Aber alle meine Prognosen sind mehr als positiv! Im Moment gelte ich als geheilt.“ Der Rückzug aus der Landespolitik habe daher „weniger als ein Prozent“ mit seiner körperlichen Konstitution zu tun.

Künftig will er sich vor allem auf seine Arbeit im BBV konzentrieren. Auf Landesebene übernimmt er die Leitung der drei Ausschüsse für Energie, ökologischen Landbau und Steuerangelegenheiten. Daneben bleibt er weiterhin Vorsitzender des BBV-Bezirks Oberbayern.

Bernhard Seidenath in seiner Funktion als CSU-Kreisvorsitzender muss sich nun auf die Suche nach einem Nachfolger für Anton Kreitmair machen. Dessen Entscheidung, so Seidenath, „kommt ja nicht ganz überraschend“, dennoch habe es bislang keinen Plan B gegeben, die Lücke zu füllen, die der in ganz Oberbayern bekannte BBV-Mann nun reißt. Am 21. April will die oberbayerische CSU ihre Kandidatenliste für die Landtagswahl vorstellen; für den Landkreis Dachau, so Seidenath, „wollen wir auf alle Fälle eine Empfehlung für die Zweitstimme abgeben“.

Doch abgesehen von der Notwendigkeit, nun einen neuen Kandidaten finden zu müssen, findet Seidenath Kreitmairs Entscheidung einfach nur „enorm bedauerlich“. Er selbst und Anton Kreitmair seien ein „wunderbares Team“ gewesen, das sich im Landtag „perfekt ergänzt“ habe. Für die vergangenen, gemeinsamen fünf Jahre sei er daher dankbar – und wenn er sich „einen Nachfolger backen könnte, dann wäre der wie Anton Kreitmair“.

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