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Liebeserklärung: Ein Plakat mit der Aufschrift „Wir lieben dich Namika!“ hatten Fans dabei.

Konzert auf dem Rathausplatz

Dachau jubelt Namika zu

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Die Sängerin Namika war am Sonntagabend auf dem Rathausplatz zu Gast. Sie beeindruckte mit ihrem Konzert 1200 Besucher - und Lucy (11) aus Dachau war vollkommen hin und weg.

Dachau – Lucy lächelt beseelt. Das elf Jahre alte Mädchen aus Dachau hat gerade hinter der Bühne Namika getroffen. Das Konzert auf dem Rathausplatz – Lucys erstes Konzert noch dazu – wird das Mädchen wohl nie vergessen.

Seit einem Jahr, seit bekannt war, dass Sängerin ein Konzert in Dachau geben wird, fiebert Lucy auf diesen Abend hin. Und mehr als das: Sie will Namika unbedingt treffen – und ruft deswegen bei Kulturamtsleiter Tobias Schneider an. „Meine Eltern haben gesagt, ich soll eine E-Mail schreiben, aber das finde ich irgendwie unpersönlich“, erzählt Lucy, noch immer voller Glück. Nicht ein Mal, sondern vier Mal schilderte sie dem Kulturamtsleiter am Telefon ihren Wunsch, der ihr nichts versprechen konnte – aber letztlich das Treffen mit der Künstlerin und dem „Top-Fan“, so Schneider, einfädelt. Für Lucy und ihre Freundin Selina, 12, aus Karlsfeld, öffnet sich also kurz nach dem Konzert die von der Security gut bewachte Absperrung neben der Bühne. Die Mädchen huschen durch, bekommen ein Autogramm und ein Foto gemeinsam mit Namika.

Mit einem beseelten Lächeln tauchen die beiden ein paar Minuten später wieder auf. Aufgeregt zeigen sie ihren Eltern Autogramm und Foto: „Für Lucy von Namika“ steht auf der Eintrittskarte. „Es war so toll!“ Lucy geht mit einem Strahlen im Gesicht von ihrem ersten Konzert nach Hause. Schlafen wird sie so schnell nicht können -–und ein Top-Fan von Namika wird sie noch lange bleiben.

Zum Niederknien: Chart-Stürmerin Namika, was auf Arabisch „die Schreiberin“ bedeutet, begeisterte das Publikum vor allem mit ihren Song-Texten.

An dem Abend in Dachau hat Namika auch viele neue Fans dazugewonnen: Die Sängerin mit marokkanischen Wurzeln, die in Frankfurt lebt, öffnet sich den 1200 Besucher auf dem Rathausplatz: „Ich nehm euch mit in meine Welt“, kündigt sie an. Namika erzählt in ihren Liedern ehrlich von sich selbst, mit emotionalen Texten berührt sie die Herzen der Zuhörer. Zum Beispiel in dem Lied über die Suche nach Identität, in dem sie über ihren Vater singt, der die Familie früh verlassen hat und nach einer Haftstrafe starb: „Ich hab’ ihn nie gesehen, nie gehört, nie begriffen/ Doch alle meinen, ich sei ihm wie aus dem Gesicht geschnitten/ Als er starb, war’s für mich gar kein großer Schnitt/ Ich war zu jung und er schon immer tot für mich“.

Im mitreißenden Hip-Hop-Rhythmus wiegen sich die Zuhörer – die jüngeren weiblichen Gäste sind an diesem Abend in Überzahl – mit Namika, die es schafft, ihre sprühenden Funken aufs Publikum zu übertragen. „Dachau, seid ihr wach?“, ruft sie. Und nach der eindeutigen Antwort stimmt sie mit ihren Musikern das passende Lied an: „Hellwach“. Sie spielt alle Songs ihrer aktuellen CD „Que walou“, singt und rappt, wirbelt leichtfüßig über die Bühne. Ihre natürliche Ausstrahlung, in Jeans und Jeansjacke, weißen Turnschuhe, mit Pferdeschwanz und Brille, macht sie sympathisch. Die Dachauer jubeln ihr zu. Namika lacht zurück, genießt es und jubelt auch: „Danke für den Riesenapplaus, wir wissen das sehr zu schätzen. Dachau, ihr seid ein Traumpublikum!“

Ihre Hits hebt sich Namika bis zuletzt auf: Bei Lieblingsmensch“ und „Je ne parle pas français“ beweisen die Zuhörer Textsicherheit. Und sind so begeistert, dass sie eine Zugabe fordern. Bei Namikas nächstem Konzert sollte Kulturamtsleiter Schneider unbedingt eine Autogrammstunde miteinplanen – da wird es ein paar „Top-Fans“ mehr geben.

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