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Schulleiter Erwin Lenz bei der Begrüßung.

Sieben halbstündige Abschiedsfeiern

151 Abiturienten am Ignaz-Taschner-Gymnasium verabschiedet

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Keine Abiturrede des Schulleiters, keine Grußworte von Vertretern der Kommunalpolitik, kein Auftritt des Schulorchesters, keine Bild-Präsentation mit Fotos der 151 Schüler: Auch im Ignaz-Taschner-Gymnasium konnte eine traditionelle Abiturfeier in diesem Jahr nicht stattfinden. Doch ganz ohne kleinen Festakt sollten Absolventen dann doch nicht die Schule verlassen und einen neuen Lebensabschnitt starten.

Dachau – Also reihten sich in der Schulaula am Freitag im Halbstundentakt sieben kurze, halbstündige Abschiedsfeiern aneinander. Auch wenn es vermutlich nicht das war, was sich die jungen Frauen und Männer noch vor Monaten als ihre Abi-Feier erträumt hatten, waren doch alle dabei.

Gerade weil die Umstände heuer ungewöhnlich waren, sparte Schulleiter Erwin Lenz in seinem kurzen Grußwort nicht mit Lob. „Sie sind ein ganz besonderer Jahrgang“, betonte der Rektor, um hinzuzufügen: „Das sagt man immer, aber bei Ihnen stimmt es tatsächlich!“ Besonders sei dieses Schuljahr gewesen, die Abiturvorbereitungen und zuletzt auch die Prüfung. „Sie haben alles toll gemeistert, dafür gebührt Ihnen Respekt“, betonte Lenz.

Traumnote 1: Leonie Reichl.

Doch auch nach dem besonderen Jahr verlassen die Abiturienten jetzt die Schule, machen sich auf ins Leben. Bei seinen Wünschen für diesen weiteren Lebensabschnitt nahm Lenz Bezug auf ein von ihm verfasstes Gedicht und wünschte den Absolventen Humor. „Denn Humor heißt Abstand und Distanz, von außen betrachtet fällt vieles leichter.“

Tatsächlich hätte Lenz den Absolventen noch viel mehr Gedanken mit auf den Weg geben wollen, über 100 Stunden habe er in eine Abiturrede und eine umfangreiche Präsentation schon vor Corona gesteckt. Das Ergebnis erhielten die Schüler jetzt auf CD als Zugabe zum Zeugnis als Erinnerung.

Nach dieser kurzen Einführung gab’s schon die Zeugnisse. Nacheinander wurden die Absolventen aufgerufen, nahmen auf der Bühne das bereit gelegte Zeugnis von einem separaten Bistrotisch. „Leider darf ich Ihnen nicht die Hand schütteln“, bedauerte Lenz, der aber jedem noch ein paar persönliche Worte mit auf den Weg gab. Auch wenn die eng getaktete Zeremonie kaum Platz ließ für Extras, fand besonderes Engagement doch Erwähnung. Der Elternbeirat ehrte elf Schüler und Schülerinnen, die sich als Tutor, im Orchester, in der Theatergruppe oder für die Schulgemeinschaft besonders eingesetzt haben. Ihnen legte Melanie Habersetzer als Vertreterin des Elternbeirats eine Urkunde und eine kleine Anerkennung mit auf den Zeugnis-Tisch.

Traumnote 1: Emma Stremplat.

Mit einem Extra-Applaus innerhalb ihrer jeweiligen Kurs-Feier gewürdigt wurden auch Leonie Reichl und Emma Stremplat, die mit der Traumnote 1,0 abschlossen. Beide jungen Frauen haben bereits konkrete Pläne für die Zukunft. Leonie Reichl wird Biochemie an der TU München studieren, wie sie im Gespräch erzählt. Corona komme ihr da nicht in die Quere, „das habe ich sowieso so geplant“. Besonders die Stoffwechselvorgänge in der Zelle interessieren die Spitzenschülerin, die schon erwartet hatte, dass sie ein gutes Abitur hinlegt. Dass es dann gleich 1,0 wird, „das war dann doch eine Überraschung“. Gerne hätte sie den Schulabschluss noch mit den anderen Absolventen gefeiert, „auf den Abiball hatte ich mich schon gefreut“. Daraus wird nichts. Aber bevor die Uni losgeht, fährt sie noch an die Nordsee.

Auch Emma Stremplat startet gleich nach dem Sommer ins Studium, hat sich für Jura am University College London eingeschrieben in einem speziellen bilingualen Programm. Auch wenn es für dieses Studium nicht nötig gewesen wäre, „die Note 1,0 war schon mein Ziel“, sagt die junge Frau, selbst fast ein wenig erstaunt, dass es so gut geklappt hat. Nicht wegen Corona, sondern weil sie die Dachauer „Fridays for Future“-Gruppe mitgegründet, daher einige Freitage in der Schule gefehlt hat und vieles nachholen musste. „Das war kein Riesenproblem.“ Ihr Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz will sie trotz Studium in London weiterverfolgen.

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