75. Jahrestag der Befreiung in Dachau

Feier via Internet

Die Feiern zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau sind abgesagt worden. Die Verantwortlichen der Gedenkstätte und der Versöhnungskirche informieren: Im Internet ist alles zu sehen.

Dachau Die Stadt Dachau im Jahr 1945. Die zurückliegenden Jahre waren hier geprägt von den Verbrechen der Nationalsozialisten. Über 32 000 Menschen sind bis dahin im Konzentrationslager Dachau ums Leben gekommen. Weitere Nazi-Morde waren wahrscheinlich.

Der Schrecken nimmt erst ein Ende, als am 29. April US-Truppen das KZ Dachau befreien. Der 29. April wird seither als Jahrestag der Befreiung gefeiert.

Doch ausgerechnet 2020, das Jahr, an dem sich die Befreiung zum 75. Mal jährt, ist die Feier – sie war für den 3. Mai geplant – abgesagt worden. Der Grund: Corona.

Stattdessen plant die KZ-Gedenkstätte ein virtuelles Gedenken (wir haben berichtet). „Dafür haben wir Überlebende und Befreier um eine schriftliche Botschaft anlässlich des 75. Jahrestags gebeten und bereits einige Botschaften aus aller Welt zugeschickt bekommen“, sagt die Projektkoordinatorin Martine Ventner. „Diese werden wir übersetzen lassen und auf einer noch einzurichtenden ,Gedenk’-Seite unserer Homepage zum Befreiungstag freischalten. Zusätzlich wird es Videobotschaften unter anderem von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble geben.“

Ventner erklärt, dass dieses Gedenken zwar kein richtiger Ersatz für die großangelegte Feier sei. „Wir hoffen aber, dass auf diesem Weg die Erinnerung an die Befreiung und das Gedenken an die Opfer weitergetragen und möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht wird“, sagt Ventner. Den Link zu der Gedenkseite will die KZ-Gedenkstätte noch bekanntgeben.

Zusätzlich bietet die evangelische Versöhnungskirche auf dem Gelände der Gedenkstätte via Internet eine Praxishilfe an. Pfarrer Björn Mensing und sein Team haben diese gemeinsam ausgearbeitet. „Wir haben mit unseren bescheidenen Mitteln diese Hilfe erstellt, um sie den Menschen an die Hand zu geben“, sagt Mensing. Damit soll sich jede Person an dem Ort, wo sie sich gerade befindet, an die Befreiung und die nationalsozialistische Geschichte erinnern. „Es ist eine Anregung zur Selbstbeschäftigung“, so Björn Mensing.

Die Praxishilfe ist unter www.versoehnungskirche-dachau.de zu finden.

ly

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