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Hinten geballte Maschinen-Power, vorne Man-Power: Gerhard Wirth, OB Florian Hartmann sowie André und Günther Karl (von links).

MD-Papierfabrik wird jetzt abgerissen

In 13 Monaten ist die Papierfabrik Geschichte

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Seit zwölf Jahren rottet das frühere MD-Papierfabrikgelände in Dachau vor sich hin. Doch jetzt geht es schnell: In nur 13 Monaten wollen Abbruchspezialisten das riesige Areal zurückgebaut haben.

Dachau – Man kann es sich kaum vorstellen, aber in nur 13 Monaten wird vom ehemaligen MD-Papierfabrikgelände in Dachau nichts mehr übrig sein. Weder Wind, noch Wetter werden daran etwas ändern können, sagt André Karl, Junior-Chef der mit dem Abbruch beauftragten Karl-Gruppe. Außer vielleicht, „wenn der Diesel knapp wird“ – aber das, so Karl, sei dann doch eher unwahrscheinlich.

Karl junior sowie sein Vater Günther Karl, der Isaria-Chef Gerhard Wirth, Oberbürgermeister Florian Hartmann sowie Vertreter der Campus-Ingenieurgesellschaft hatten am Mittwoch zu einem Rundgang auf der Industriebrache eingeladen. Die Botschaft: Es geht voran, die Zusammenarbeit aller Beteiligten klappt reibungslos, und die Dachauer können sich schon bald auf etwas aufregend Neues in ihrer Stadtmitte freuen. 

Die Abbrucharbeiten waren im Februar begonnen worden.

Tatsächlich sind derzeit 40 Mann des niederbayerischen Bau-Riesen Karl in Dachau bei der Arbeit. Die beiden über 80 Tonnen schweren Abbruchbagger werden nächste Woche noch durch einen 132 Tonnen schweren weiteren Bagger ergänzt – das Ungetüm wird zuerst in Niederbayern zerlegt und dann mit sechs Tiefladern nach Dachau transportiert, wo es erneut zusammengebaut wird. Knapp 1,5 Millionen Euro kostet ein derartiges Gerät, das es aber dank seiner 43 Meter langen Ausleger schafft, den Rückbau der Türme und des Heizkraftwerks sicher zu gestalten. Eine Sprengung der alten Gebäude, erklärt Ingenieur Pierre Menthe, habe man dagegen nie in Betracht gezogen: Diese Methode sei wahnsinnig teuer und daher auch nur – als ultima ratio – bei wesentlich höheren Gebäuden sinnvoll.

Der Abtransport des Bauschutts erfolgt OB Hartmann zufolge reibungslos, „bis jetzt haben wir keine Beschwerden bekommen“. Die 40 Lkw mit insgesamt 1000 Tonnen Ladung täglich würden sich über den Tag gut verteilen, so dass die Auswirkungen auf Verkehr und Nachbarschaft zum Glück gering seien. Am Ende der Abbrucharbeiten, zu denen auch Entkernung und Schadstoffsanierung gehören, werden Karl zufolge eine Million Tonnen Schutt, Gemäuer und Aushub weggeschafft worden sein.

Apropos Schadstoffe: Noch vor Ort, auf dem ehemaligen Holzlagerplatz, werden die Überreste der alten Papierfabrik sortenrein getrennt. Proben des Erdreichs werden regelmäßig an Labore zur Untersuchung geschickt, „der Entsorgungsnachweis wird lückenlos nachvollziehbar sein“, versichert Isaria-Vorstandsmitglied Gerhard Wirth. Sein Unternehmen als Besitzer des Areals gehe ohnehin mit den Abbrucharbeiten „enorm in Vorleistung“, einen zweistelligen Millionenbetrag investiere Isaria dafür. Die Finanzierung dieser Summe stemme Isaria dabei aus Eigenmitteln, denn: „Solange es noch kein Baurecht gibt, bekommen wir dafür von keiner Bank der Welt einen Kredit.“

Doch in der Baurechtsfrage versprechen OB Hartmann und sein Bauamtsleiter Moritz Reinhold bald Fortschritte. Eine erste öffentliche Auslegung des Bebauungsplans soll „im Lauf des nächsten Jahres“ erfolgen.

Der bereits vorsortierte Schutt wird laut André Karl großteils in Oberbayern entsorgt. Belastetes Material muss dagegen weiter fahren: Nur wenige Deponien in Deutschland sind für diese Sorte Schutt zugelassen, die Reste der Dachauer Papierproduktion landen daher auch in offen gelassenen Tagebauten in Ostdeutschland.

Ab dem Jahr 2021 soll dann auf dem MD-Gelände nicht mehr rück-, sondern nur noch hochgebaut werden. Das „Filetstück von Dachau“ werde dabei entstehen, verspricht Isaria-Mann Wirth – und steckt mit seiner guten Laune gleich noch den OB an. Der sieht im künftigen neuen Stadtviertel schon „das Herz von Dachau“. Das Hirn jedoch „ist schon noch oben, in der Altstadt“!

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