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Starten die Aktion: Landrat Stefan Löwl (r.) und Nicole Schön, Obermeisterin der Bäckerinnung und Inhaberin der Bäckerei Denk, mit dem Herzbrettl. 

Fast 40 Geschäfte im Landkreis Dachau beteiligen sich an der Aktion Herzbrettl

Von Herzen geben und von Herzen nehmen

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Die Aktion „Herzbrettl“ startet im Landkreis Dachau mit über 40 teilnehmenden Geschäften. Jeder kann geben, aber jeder kann auch nehmen.

Landkreis – Ein paar Brezen für die eigene Familie kaufen, eine oder zwei weitere bezahlen, die sich später jemand anders kostenlos mitnehmen kann: Mit einem ersten Einkauf probierte Landrat Stefan Löwl (CSU) am Dienstag bei der Dachauer Bäckerei Denk gleich einmal praktisch aus, wie die neue Aktion Herzbrettl funktioniert.

Die Idee ist so einfach wie überzeugend: Kunden zahlen im Laden mehr, als sie selbst kaufen möchten. Die Quittung für alles, was nicht gleich mitgenommen wird, hängen sie an ein herzförmiges Holzbrett – das Herzbrettl eben. Wer sich den Bon später abnimmt, erhält kostenlos, was schon bezahlt ist.

Bei der Bäckerei Denk steht schon ein Herzbrettl im Geschäft an der Münchner Straße prominent auf einem Regal. Dort klemmte der Landrat den Bon für die von ihm zusätzlich bezahlten Brezen fest, die später dann jemand kostenlos mitnehmen kann.

Die Aktion Herzbrettl im Landkreis ist damit offiziell gestartet. Tatsächlich, so Löwl, stammt der Anstoß für dieses besondere Konzept vom ehemaligen Markt Indersdorfer Kreisrat Georg Weigl, der in den sozialen Medien vom „Café Sospenso“ gelesen hatte vom aufgeschobenen Kaffee, der in Neapel schon eine hundert Jahre alte Tradition hat. Und auch in München gibt es eine ähnliche Aktion, die sich, gestartet als „Brot am Haken“, jetzt unter dem Motto „Hey“ fürs respektvolle Teilen einsetzt.

Damit dieser Gedanke auch im Landkreis einen Platz findet, haben Vertreter von Bäcker- und Metzgerinnung, Sozialverbände, Wirtschaftsförderung des Landkreises und die Marketing- und Kommunikationsagentur Weimer&Paulus gemeinsam das Herzbrettl entwickelt.

Entscheidend und wichtig ist, das betont Landrat Löwl, dass sich jeder einen bezahlten Kassenbon nehmen kann. Das Herzbrettl wendet sich gerade nicht ausschließlich an finanziell weniger gut gestellte Mitbürger, sondern an alle. „Es geht nicht um Charity, sondern darum, von Herzen zu geben und aber von Herzen auch zu nehmen.“ Egal ob das Budget zum Monatsende knapp wird, man den Geldbeutel zu Hause hat liegen lassen oder nach einem belastenden Arbeitstag eine geschenkte Kugel Eis den Tag rettet: Jeder darf sich eingeladen fühlen und sich so im Alltag eine kleine Freude machen lassen. Ein charmantes Konzept, das schon im Frühjahr erstmals angekündigt wurde. Dem für Mai geplanten Start kam dann Corona dazwischen.

Nun aber haben Marlene Christ und Kathrin Hora von der Wirtschaftsförderung des Landkreises eine mehrwöchige Tour durch den Landkreis absolviert, um Bäckereien, Metzgereien, Cafés, Gaststätten, Restaurants und andere Geschäfte zum Mitmachen zu motivieren. Mit großem Erfolg: Aktuell sind 20 Betriebe mit 37 Geschäften und Filialen dabei, dazu noch zwei von außerhalb des Landkreises. Viele Bäckereien machen mit, aber auch einige Metzger, Cafés und ein Fitnessstudio. Und die Akquise geht weiter. Bis Herbst könnte die 50 erreicht sein, hofft Landrat Löwl. Schon jetzt sind unterschiedlichste Betriebe dabei, so dass nicht nur Kaffee, sondern auch Kuchen, Brot, Leberkässemmeln oder Butterbrezen ans Herzbrettl gehängt werden können.

Für Kunden erkennbar sind Läden, die mitmachen, am markanten Herzaufkleber. Den erhalten alle teilnehmenden Läden kostenlos. Dazu das namensgebende Herzbrettl aus Holz, Quittungs-Stempel, Info-Flyer und Plakate.

Aktion Herzbrettl

Teilnehmende Betriebe sind auf einer eigenen Internetseite veröffentlicht. Alle Infos gibt es unter auch www.herzbrettl.de.

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