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Antrittsbesuch als Kandidat: Peter Gampenrieder gestern bei der Heimatzeitung. 

Dachau: ÜB-Stadtrat erklärt Kandidatur

Auch Peter Gampenrieder will OB werden

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Jetzt sind es drei: Nach Amtsinhaber Florian Hartmann (SPD) und CSU-Stadtrat Peter Strauch hat nun auch Peter Gampenrieder seine Kandidatur um das Oberbürgermeisteramt in Dachau erklärt. Der 47-jährige ÜB-Stadtrat sieht seine größte Stärke in seiner Unabhängigkeit.

Peter Gampenrieder ist zwar ein Mann der Zahlen, ein Manager, der als promovierter Betriebswirt seit zehn Jahren in leitender Position in der Versicherungswirtschaft tätig ist. Doch der 47-Jährige lässt sich von Zeit zu Zeit auch zu überschwänglichem Optimismus hinreißen: Dann nämlich wenn es um die Frage geht, wer den beliebten Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) bei der nächsten Kommunalwahl am 20. März 2020 schlagen soll. „Natürlich glaube ich dran, dass ich gewinnen kann“, sagt der gebürtige Dachauer, der in seiner Freizeit beim ASV, beim Schwimmverein und beim VdK Dachau aktiv ist. 

Nach seinem Stadtratskollegen Peter Strauch (CSU), der bereits Anfang Dezember seine OB-Kandidatur erklärt hatte (wir berichteten), warf nun auch ÜB-Mann Gampenrieder seinen Hut in den Ring. Diese Entscheidung, das gibt er zu, sei „in Etappen gefallen“. Am Ende aber sei er zu der Überzeugung gelangt, dass er „fachlich und persönlich alles mitbringt, was man von einem guten OB erwartet“. Dies seien Zielstrebigkeit, die Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, und das Talent, auch in schwierigen Situationen Lösungen zu finden. Dabei, betont der zweifache Familienvater, sei er in einer „komfortablen Situation: Ich habe auch einen Beruf, der mir Spaß macht.“ Dennoch sieht er im Amt des OB eine „Berufung. Und die hat man, oder man hat sie nicht“. 

Die Frage, was ihn vom Amtsinhaber unterscheidet, beantwortet Peter Gampenrieder nur widerwillig. Schließlich formuliert er es so: „Ich bin in einer anderen Lebensphase. Ich habe eine Familie und zwei Kinder, da kriege ich viel mit.“ Sein Job als Führungskraft versetze ihn außerdem in die Lage, „eine anders akzentuierte Amtsführung zu machen“. Diese Amtsführung betreffe dabei sowohl das Verhältnis zum CSU-Landrat Stefan Löwl, mit dem er „fair, aber auf Augenhöhe verhandeln“ will, als auch sein Management des Rathauses: Er wolle ein „Rathaus für den Bürger“, inklusive weiterer Bürgerbüros sowie einem Bauamt, das sich als „Bauberatungs- und -ermöglichungsbehörde“ verstehen sollte, und nicht – wie unter der „Ära“ des früheren Amtsleiters Michael Simon – als „Bauverhinderungsamt“. Klar, als ÜB-OB würde er im Stadtrat nur eine kleine Hausmacht haben. Doch in Zeiten „italienischer Verhältnisse“ mit vielen verschiedenen Parteien und Gruppierungen, „wird künftig jeder OB mit wechselnden Mehrheiten regieren müssen“. 

Dass ihm dies gelingt, davon ist Gampenrieder überzeugt. Für seine Lieblingsthemen Haushalt und Infrastruktur sieht er Schnittmengen mit sämtlichen anderen Fraktionen. Ohnehin habe sich seine Überparteiliche Bürgergemeinschaft „nie in feste oder lose Bündnisse begeben“. Diese Freiheit sei seine große Chance, denn: „Die ÜB ist seit 60 Jahren dafür bekannt, dass alle ihre Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und dem Gemeinwohl dienlich“ sind. 

Auf diese Weise entstünden „reale Lösungen für reale Probleme“; das Wahlprogramm dazu werde in den kommenden Wochen erarbeitet. Bei aller Liebe zur Realität erlaubt sich der Betriebswirt aber dennoch „eine einzige Vision“, wie er zugibt. Er möchte, dass die untere Innenstadt mit der Altstadt „zusammenfindet“, sei es in Form einer Rolltreppe oder eines Aufzugs. Das mag Geld kosten, klar, „aber die Zweiteilung tut der Stadt nicht gut“.

Kommentar: Schlechte Nachricht für die CSU

Die Kandidatur von Peter Gampenrieder (ÜB) ist eine gute Nachricht für die bürgerlich-konservativen Wähler Dachaus: Sie haben mit dem 47-Jährigen sowie Peter Strauch von der CSU nun die Wahl zwischen zwei kompetenten Bewerbern um das höchste Amt der Großen Kreisstadt. Eine schlechte Nachricht sind Gampenrieders Ambitionen aber für die CSU: Ähnlich wie deren OB-Kandidat Strauch ist Gampenrieder ein Mann der Wirtschaft – der aber im Gegensatz zum CSU-Mann keinerlei Parteien-Odeur oder Abhängigkeiten zum Löwl-Landratsamt mitbringt. Gampenrieder wird die CSU daher Stimmen kosten – und vielleicht sogar den Wahlsieg. zip

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