Rechtsextreme Kundgebung in Auschwitz
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Rechtsextreme Aktivisten aus Polen nehmen an einer Kundgebung am Internationalen Holocaust-Gedenktag am ehemaligen deutschen Konzentrationslager in Auschwitz teil.

Getrübtes Gedenken

Martialischer Aufmarsch bei Gedenkfeier zur Befreiung von Auschwitz verstört Dachauer Delegation

Ein Gruppe polnischer Nationalisten störte die Gedenkfeiern zur Befreiung der Konzentrationslager in Auschwitz.

Dachau/OswiecimLandrat Stefan Löwl und eine Delegation des Landkreises sowie Bürgermeister Kai Kühnel haben an den Gedenkveranstaltungen zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Oswiecim teilgenommen. Überschattet wurde die diesjährige Veranstaltung durch das massive Auftreten einer nationalistischen und antisemitischen Gruppe polnischer Nationalisten. Die Dachauer Delegation war davon, wie auch die polnischen Freunde, überrascht und verstört. „Dieser provokante Auftritt bestärkt uns jedoch im gemeinsamen Einsatz für ein liberales, offenes und friedliches Europa und unsere Partnerschaft“, so Landrat Stefan Löwl. Mit einem deutlichen „Nie Wieder!“ im Namen des ganzen Landkreises endete dieser von widersprüchlichen Eindrücken geprägte Besuch.

Kranzniederlegung: Bürgermeister Kai Kühnel nahm für die Stadt Dachau an der Gedenkfeier teil.

Bürgermeister Kühnel war es ein persönliches Anliegen, „den Demokraten der Stadt Oswiecim solidarisch zur Seite zu stehen und stets klare Distanz zu allen Rechtspopulisten zu halten“. Auch wenn es zu schockierenden und befremdlichen Situationen kam, erübrigen sich laut Kühnel angesichts der Situation in Deutschland gute Ratschläge an unsere polnischen Freunde. Stadtpräsident Janusz Chwierut brachte sein Bedauern über die Vorgänge zum Ausdruck, wie Kühnel in einer Presseerklärung mitteilte. Für Kühnel war „das martialische Auftreten ultrarechter Gruppen während der Gedenkfeiern nicht nur schockierend, es ist vor allem deshalb besorgniserregend, weil wir ähnliche Entwicklungen auch bei uns in Deutschland befürchten müssen.“

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