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Ein Prosit der Gemütlichkeit in diesem Jahr anstatt im Dachauer Bierzelt auf der Rancho Los Lobos in Spanien: Barbara Zinstag und Karl Strobl haben sich eine Aktion für Volksfest-Freunde einfallen lassen.

Zwei Dachauer harren in Spanien aus

Mit dem Masskrug nach Andalusien: Barbara Zinstag und Karl Strobl freuen sich auf Urlaubsgäste

  • Nikola Obermeier
    vonNikola Obermeier
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Seit drei Monaten kein Gast. Barbara Zinstag und Karl Strobl warten sehnsüchtig auf die Grenzöffnung Spaniens. Denn die beiden Dachauer führen seit einem Jahr ihre Rancho Los Lobos in Andalusien.

Dachau/Jimena de la Frontera –Am Montag sind die ersten Flieger in Richtung Spanien gestartet, die ersten Touristen sollen testen, wie sich der Urlaub auf den Balearen mit Corona-Regeln anfühlt. Am 21. Juni sollen die Landesgrenzen dann ganz geöffnet werden. Darauf fiebern Spanien-Fans hin – und zwei Dachauer in Andalusien.

Als Barbara Zinstag und Karl Strobl vor einem Jahr ihre Rancho Los Lobos eröffneten, erfüllten sie sich einen Traum. So nach und nach füllte sich ihre Unterkunft mit Gästen. Dann kam Corona, der Lockdown – und damit der Stillstand. „Die Krise hat uns schon hart getroffen. Aber jetzt hoffen wir, dass sich alles wieder normalisiert“, sagt Barbara Zinstag. Für ihre künftigen Gäste haben sich die beiden ein besonderes Angebot ausgedacht.

Seit Montag, 16. März, steht das Leben in Spanien still. „Wir haben das alles erst gar nicht so kommen sehen, ohne Fernseher“, berichtet die 53-Jährige. Zwei Tage vorher kamen noch Gäste aus Deutschland an – die dann noch einen Flug bekamen, kurz bevor die Grenzen geschlossen wurden. Barbara Zinstag und ihr Partner, der frühere Dachauer Gastronom Karl Strobl, beschlossen also, „ein paar Tage Buchungsstopp zu machen und so ein paar Tage für uns zu haben“. Dass daraus drei Monate werden würden, damit rechneten die beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Seitdem sitzen wir hier ohne Gäste“, sagt Barbara Zinstag. Viele haben zwar zunächst noch gewartet, aber letztlich alle storniert.

Vor gut einem Jahr, im März 2019, eröffneten die beiden Dachauer ihre liebevoll und stilvoll renovierte Rancho, die inmitten des Naturparks Los Arconocales, einem Korkeichenwald, liegt. Es gibt acht individuell gestaltete Zimmer, zum Innenhof gerichtet, ein kleines Häuschen, in dem man wohnen kann, eine Suite mit zwei Zimmern, Ecken und Nischen zum Entspannen, ein Pool, Tennisplatz, die Pferde – und eben den Naturpark, ein Paradies für Biker, Wanderer, Reiter. Karl Strobl, der in Dachau verschiedene Lokale führte, zuletzt in Kempten das Carlos Cucina und Carlos’ Grill, verwöhnt die Besucher kulinarisch. Immer mehr Gäste kamen, es sprach sich nicht nur in der Dachauer Heimat von Barbara Zinstag und Karl Strobl herum, welch ein Juwel die Rancho ist.

Dieses Jahr wäre gut gebucht gewesen: mit einem Junggesellenabschied, Reitergruppen, einer Yoga-Woche. „Die Saison hat so gut angefangen“, sagt Barbara Zinstag. Mit einer „Feria“ Anfang März, einer Reitveranstaltung auf der Rancho Los Lobos, zu der rund 100 rausgeputzte Reiter auf prächtig geschmückten Pferden kamen. Es gab ein Ringestechen, Geschicklichkeitswettbewerbe. „Das hat uns so einen Aufwind gegeben.“ Es wird die einzige Feria in der Region in diesem Jahr bleiben.

Denn zwei Wochen später kam alles anders. „Seitdem haben wir einen Gemüsegarten angelegt, den Zaun am Pool erneuert, Fressständer für die Pferde im Offenstall gebaut, den Boden im Innenhof lackiert“, alles selbst, „denn Handwerker kamen ja auch nicht“, sagt Barbara Zinstag. Alle Ferias wurden abgesagt. Sie selbst hat eine Yoga-Ausbildung angefangen, online versteht sich. „Ein bisschen vereinsamt sind wir schon, einmal die Woche durften wir zum Einkaufen ins Dorf.“ Zwischendurch habe sie schon mal einen Durchhänger gehabt, auch Zukunftssorgen – aber dann habe sie sich wieder bewusst gemacht, „was für ein Paradies auf Erden wir hier haben“, mit viel Platz und in weitläufiger Natur. „Unser positives Gedankengut hilft uns!“

Barbara Zinstag und Karl Strobl bleiben positiv und schnüren nun Pakete, etwa eine Aktion mit dem Sparkassen-Reisebüro „Dein Krug ins Urlaubsglück“: Jeder, der von Juli bis Oktober mit einem Masskrug auf die Rancho kommt, bekommt eine Nacht inklusive Frühstück geschenkt (Mindestaufenthalt fünf Nächte). „Die Möglichkeit der Abstände ist gegeben, wir haben viel Platz und es wäre eine nette Sache, wenn sich ein paar Dachauer Pärchen zusammentun und bei uns gemeinsam zeitgleich urlauben“, schlägt Barbara Zinstag vor. Anstatt Bierzelt dieses Jahr Rancho: Karl Strobl, der früher „Strobl’s Wiesenschänke“ auf dem Volksfest hatte, kennt sich schließlich mit Volksfestschmankerl und Volksfeststimmung bestens aus. Also Lederhosn, Dirndl und einen Masskrug einpacken – und nix wie nach Andalusien!

Buchung und Infos: Wer sich für einen Urlaub auf der Rancho Los Lobos bei Barbara Zinstag und Karl Strobl interessiert, kann sich über www.rancho loslobos.com informieren und Kontakt aufnehmen. Das Angebot „Dein Krug ins Urlaubsglück“ gibt es in wenigen Tagen beim Sparkassen-Reisebüro Dachau, Telefon: 0 81 31/73 14 75, E-Mail: reisebuero@dachau-spk.de, Sparkassenplatz 8 in Dachau.

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