+
Meist blieb es ruhig bei den Faschingsumzügen wie hier in Indersdorf - aber nicht immer. 

Bilanz der Dachauer Polizei nach Faschingsumzügen

Angriffe gegen Sanitäterinnen und Polizeibeamte

  • schließen

Angriffe gegen Sanitäterinnen und Polizeibeamte haben bei Faschingsumzügen im Landkreis Dachau stattgefunden.

Landkreis – Faschingszeit ist Feierzeit – zumindest für die meisten Menschen. Für Polizei und Rettungsdienste bedeuten die Umzüge und Feiern vor allem viel Arbeit, so auch heuer wieder. Trauriger Höhepunkt des Wochenendes: Zwei Sanitäterinnen wurden von einem Betrunken so heftig attackiert, dass sie selbst zur Behandlung ins Krankenhaus mussten (wir berichteten). Und auch sonst stellt Polizei-Pressesprecher Günter Findl fest: „Die Raufereien haben zugenommen.“

Ausgenommen von diesem Urteil sind der Petershauser Faschingszug und die Faschingsparty auf dem Dachauer Rathausplatz. Die verliefen völlig friedlich, so der Polizeibericht. Anders sah es bei den Umzügen in Indersdorf und Vierkirchen aus.

Betrunkener schlägt und beißt Sanitäterinnen

Der Faschingsauftakt in Vierkirchen verlief alles andere als ereignislos. Dort kam es zu einigen Raufereien und Auseinandersetzungen. Am schlimmsten erwischte es zwei Sanitäterinnen. Ein Betrunkener, den die beiden Helferinnen behandeln wollten, flippte völlig aus und verletzte die beiden Frauen mit einem Faustschlag und einem Biss so schwer, dass diese ins Krankenhaus mussten und nicht mehr weiterarbeiten konnten.

Nach dem Umzug musste die Polizei noch eine Suchaktion mit Hubschrauber starten: Ein 16-Jähriger Karlsfelder war vermisst gemeldet worden. Nach kurzer Suche wurde er aber wohlbehalten gefunden.

Beim Umzug in Indersdorf kam es ebenfalls zu mehreren Auseinandersetzungen, die schließlich in Gewalt und Körperverletzungen mündeten. Die Polizisten vor Ort wurden teils selbst Opfer von Angriffen. Ein 18-Jähriger attackierte einen Beamten, verletzte ihn aber nicht. Zudem wurden die Polizisten immer wieder von Teilnehmern und Besuchern des Umzugs beschimpft und beleidigt.

Polizei beobachtet besonders viele betrunkene Jugendliche

In fast allen Fällen war zu viel Alkohol der Auslöser der Streitigkeiten. Gerade junge Leute schlugen besonders über die Strenge. In Dachau und Vierkirchen beobachtete die Polizei besonders viele betrunkene Jugendliche. „Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder anders ist“, sagt Findl. Viel Einfluss habe die Polizei darauf aber nicht, das sei vielmehr eine „gesellschaftliche Frage“, so der Polizei-Pressesprecher. Die Rettungskräfte vor Ort waren deshalb im Dauereinsatz.

Die Polizei betont aber auch, dass es sich bei den genannten Fällen um Ausnahmen handelt: „Der Großteil der Teilnehmer und Besucher feierte den Fasching ausgelassen und friedlich.“ Und im Gegensatz zum Vorjahr musste kein Wagen ausgeschlossen werden. Findl hofft auf ein ruhiges Ausklingen des Faschingstreibens, die Chancen stünden nicht schlecht: Der Umzug in Weichs am Dienstag gehöre in der Regel zu den Ruhigeren, so Findl.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wohnraum für 40 Flüchtlinge in Haidhof
Grünes Licht für eine Gemeinschaftsunterkunft im Sulzemooser Ortsteil Haidhof: Realisiert werden soll sie in einer bisher als Wohnhaus genutzten Immobilie.
Wohnraum für 40 Flüchtlinge in Haidhof
Bernhard Franke stellt sich abermals zur Wahl
Der Rechtsanwalt Bernhard Franke tritt im März 2020 erneut als Bürgermeisterkandidat der SPD Petershausen an. Der 61-Jährige sitzt seit der Kommunalwahl 2014 für die …
Bernhard Franke stellt sich abermals zur Wahl
Grüne gründen neuen Ortsverband
In der Gemeinde Jetzendorf soll es in wenigen Wochen einen Ortsverband der Grünen/Bündnis 90 geben. Und eine Liste für die Gemeinderatswahl.
Grüne gründen neuen Ortsverband
Klimademo in Dachau
Zum ersten Mal zieht am kommenden Freitag, 18. Oktober, ein Klima-Protestzug durch Dachau.
Klimademo in Dachau

Kommentare