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Die beiden Moderatoren des Abends: Vorsitzender Anton Jais und Geschäftsführerin Annerose Stanglmayr.

Dachauer Forum feiert Geburtstag

50 Jahre für ein lebenslanges Lernen

In Stadt und Landkreis gibt es dank des Dachauer Forums seit 50 Jahren katholische Erwachsenenbildung. Dieses Jubiläum wurde jetzt gefeiert.

Dachau – 50 Jahre in nur zehn Minuten zusammenfassen – diese Aufgabe hatte die pädagogische Mitarbeiterin Annemarie Eckardt zum 50-jährigen Jubiläum des Dachauer Forums.

„Kiste für Kiste habe ich mich durch Notizen, Einladungen und Schreiben gewühlt“, erzählte sie bei der Jubiläumsveranstaltung im Dachauer Ludwig-Thoma-Haus. Schnell habe sie dabei aber gemerkt, „dass vor allem die Menschen, die mir im Archiv gegenübersaßen, die besten Geschichten erzählten“!

Genau diese Menschen rückte Annemarie Eckardt in den Mittelpunkt ihres Films. Darin zeigte sich: Das Dachauer Forum, das sich 1969 aus vier Pfarreien gründete, ist vielfältig: Familienbildung, Orientierungshilfe, Erinnerungsarbeit, lebenslanges Lernen, Brückenbauer der Kulturen, Seniorenstudium.

Mit Körpereinsatz dabei: Kabarettist Josef Brustmann im Thomahaus.

Dabei ist das Dachauer Forum für viele bekannte Veranstaltungsreihen verantwortlich – etwa für die Geschichtswerkstatt, das Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau, die Kulturdolmetscher, der Tag der Regionen, das Eltern-Kind-Programm (EKP) und den Poetischen Herbst.

Annegret Braun handhabte es bei ihrer Festschrift zum Jubiläum ähnlich. „Die Begegnungen mit den Menschen, die eine enge Verbundenheit zum Forum haben, sind Inhalt der Broschüre“, erzählte sie und weckte mit einer kurzen Aufzählung Interesse, mehr in den fast 70 Seiten zu blättern: Vorträge wie der von 1982 zum Thema „Wohnungsnot“ scheinen heute aktueller denn je. Andere Kurse könne man dagegen mittlerweile belächeln: „Die Unterhaltung mit Fäusten und Pistolen – Fernsehbrutalität und ihre Auswirkungen“ von 1978 etwa; und bei manchen wünsche man sich eine Wiederholung, zum Beispiel: „Beim Zahnarzt ohne Stress – Einführung in die Selbsthypnose“ von 1996.

Auch interessant: Eine Tasche mit mehreren tausend Euro hat ein unbekannter Täter am Sonntagabend in Schönbrunn dem Wirt der dortigen Gaststätte geraubt.

Kai Kühnel: „Es ist dem Forum zu verdanken, dass sich die Stadt zum Gedenkort entwickelt hat!“

Eine Fragerunde „Das Dachauer Forum ist für mich ...“ wurde von mehreren Kooperationspartnern beantwortet. Bürgermeister Kai Kühnel sagte in diesem Zusammenhang: „Es ist dem Forum zu verdanken, dass sich die Stadt zum Gedenkort entwickelt hat!“ Oberbürgermeister Florian Hartmann, der persönlich nicht anwesend war, ergänzte per Videobotschaft: „Es ist nicht nur Vermittler von Wissen, sondern auch von Werten!“ Dekan Heinrich Denk sagte: „In der Zeit, in der von der Verdunstung des Glaubens gesprochen wird, ist es wichtig, dass sich jemand außerhalb der Kirche um die katholische Erwachsenenbildung kümmert.“ Ksenija Pointner von der Vhs betonte: „Wir sehen das Dachauer Forum in der Erwachsenenbildung nicht als Konkurrenten, sondern als wunderbare Ergänzung!“

Bei der Podiumsdiskussion war das neue Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung (EbFöG) ein Thema. Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Huetig (CSU) erklärte, dass nun auch eine Förderung für wirtschaftliche, religiöse und familiäre Themen möglich sei. Denn: „Wenn wir alle lebenslanges Lernen wollen, muss es einen finanziellen Aufwuchs geben!“

Lesen Sie auch: Ein Dachauer Lehrer (53) fuhr in Schlangenlinien auf der A8 Richtung Süden. Sein Stil fiel schon in Unterhaching auf. Doch auch nach mehreren Unfällen reagierte er nicht auf die Polizei.

Stefan Löwl: „Die Themen werden Ihnen nicht ausgehen.“

Wegen des demografischen Wandels und der Digitalisierung glaubte Landrat Stefan Löwl, dass sich niemand dem lebenslangen Lernen entziehen könne: Dem Dachauer Forum würden „die Themen daher nicht ausgehen“, war er sich sicher. Doch Löwl musste auch Kritik einstecken: Warum der Antrag auf einen Familienstützpunkt im Kreistag nicht genehmigt worden sei, fragte Forum-Vorsitzender Anton Jais. Der Landrat verteidigte die Ablehnung: „Wir sind beim Thema Familienbildung im Landkreis schon sehr gut aufgestellt. Nicht jedes Thema, das gut klingt und sinnvoll ist, können wir sofort machen. Wir müssen genau überlegen, denn unsere Ressourcen sind nicht unendlich.“

Ordinariatsdirektorin Sandra Krump sagte: „Es ist wichtig, dass nicht jeder auf seiner Insel hockt, sondern dass sich Pfarreien vernetzen.“ In der Großen Kreisstadt sei dies leicht, da es das Dachauer Forum gebe, das sich darum kümmere.

Für den humorvollen Abschluss sorgte Kabarettist Josef Bartmann. Mit seiner Zither spielte er bairische Volksmusik ebenso wie Rockmusik von AC/DC. Und weil alle Besucher des Abends auch noch etwas lernen sollten, brachte er dem Publikum die Marienplatz-Glockenspiel-Melodie bei – begleitet von Annegret Braun auf Kuhglocken.

Außerdem aus Dachau: Daniel der Erste wurde der Künstler von Elisabeth Boser, Geschäftsleitung des Zweckverbandes Dachauer Galerien und Museen, genannt. Daniel Schüßler aus München ist der erste Mann, der den Dr. Ulrich-Lechner-Preis für Landschaftsmalerei bekam.

Miriam Kohr

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