+
Leidet an Blutkrebs: Die dreijährige Öykü.  

Seltene Form von Blutkrebs

Ohne Spender muss Mädchen (3) sterben: Ist Typisierungsaktion in Dachau ihre letzte Chance?

Die dreijährige Öykü ist an einer seltenen Form von Leukämie erkrankt. In Dachau findet nun am 3. März eine Typisierungsaktion für das türkische Mädchen statt.

Als Ärzte vor zirka vier Monaten Blutkrebs bei dem kleinen Mädchen, das in der Türkei lebt, diagnostizieren, starteten Freunde und Verwandte Typisierungsaktionen in Deutschland zu organisieren. Da für sie bisher kein Stammzellenspender gefunden werden konnte, will nun Öyküs Großcousine, die in Dachau lebt, die Ärmel gegen Blutkrebs hochkrempeln. Denn die Zeit eilt: Wenn innerhalb eines Monats kein Spender gefunden wird, kann Öykü nicht mehr geheilt werden. Zusammen mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) findet am Sonntag, 3. März, von 11 bis 16 Uhr im Bürgertreff Ost e.V. eine Typisierungsaktion statt.

Medizinische Möglichkeiten in Krankenhaus in Türkei nicht gegeben: Blut für Test nach Deutschland geschickt

Als Öykü vor acht Monaten starkes Fieber und Mumps bekommt, besucht ihre Mutter viele Ärzte mit ihr – die Diagnose: Öykü habe einen Infekt, der mit leichten Medikamenten, viel Tee und Ruhe geheilt werden könne. Als es dem Mädchen jedoch auch Wochen später nicht besser geht, wird im Krankenhaus Izmir ein Bluttest gemacht. Da die nötigen medizinischen Möglichkeiten dort aber nicht gegeben sind, wird das Blut bereits mit dem Verdacht auf eine schlimme Krankheit in die Uniklinik Freiburg geschickt. Von dort erhält Öyküs Familie die Nachricht: Ihre Tochter ist an YMML erkrankt, eine seltene Form des Blutkrebses, die besonders bei Kindern auftritt. 

Mädchen Öykü (3) aus der Türkei hat seltene Form von Blutkrebs

Öykü muss von nun an jeden Tag ins Krankenhaus, oft für mehrere Tage. Ihre Mutter lässt sich von der Arbeit freistellen und zieht mit ihr in das 460 Kilometer entfernte Antalya, da das deutsch-türkische Krankenhaus dort bessere Möglichkeiten hat, das Kind zu behandeln. Von Freunden und Verwandten werden sie finanziell unterstützt, sonst kann sich Öyküs Mutter die Miete nicht leisten. Die Behandlungen zahlt die Krankenkasse.

„Trotz ihrer Krankheit ist das Mädchen ein Sonnenschein und lacht viel“, erzählt ihre Großmutter. Öykü singt und malt gerne, liebt Tiere, übt Klavier und ging gerne in den Kindergarten. Dinge, die Öykü mit ihrer Krankheit kaum oder gar nicht machen kann, da sie oft sehr müde und schwach ist.

Innerhalb eines Monats muss ein Spender gefunden werden: Typisierung in Türkei bisher ohne Erfolg

Jetzt hofft die ganze Familie, dass für Öykü innerhalb eines Monats ein Spender gefunden wird – da sonst ihre Organe so sehr geschädigt sein werden, dass sie sterben wird. In der Türkei wurden bereits 120 000 Typisierungen durchgeführt, bisher leider erfolglos.

Großmutter und Großcousine erzählen, dass die Familie zusammenhält und sich gegenseitig Kraft gibt. Bei anderen Typisierungsaktionen für Kinder gab es bereits zwei Erfolge – ein 22-Jähriger und ein Fünfjähriger konnten bereits durch eine passende Blutspende geheilt werden.

Wer nicht Blut spenden kann, aber trotzdem helfen möchte, der kann dies mit einer Geldspende tun. Pro Typisierung fallen zirka 35 Euro für Test und Registrierung an.

„Öykü soll eine sehr glückliche Frau werden“, wünscht sich die Großmutter des Mädchens. „Sie soll später in der Forschung über ihre Krankheit lehren und helfen. Sie soll das Lachen nie verlieren.“ Franziska Sammer

Typisierungsaktion

Die Aktion der AKB findet am kommenden Sonntag, 3. März, von 11 bis 16 Uhr im Bürgertreff Dachau-Ost am Ernst-Reuter-Platz 1a statt.

Lesen Sie auch auf Merkur.de*: 

Zwischenfall während Geburt: Mutterkuh geht plötzlich auf Frau (28) los

Eine 28-jährige Dachauerin ist am Dienstag von einer Kuh verletzt worden. Die Angestellte hatte auf dem Obergrashof beim Kalben Geburtshilfe geleistet, als die Mutterkuh auf sie losging.

Mann will Polizei mit altem Strafzettel täuschen - dann ist sein Auto weg

So leicht lässt sich ein Polizist nicht täuschen: Ein Autofahrer wollte einen Strafzettel umgehen, indem er einen aus München ans Auto heftete. Danach musste er seinen BMW auslösen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Feuerwehr sichert für Kinder Martinsumzug - und wird von Autofahrern übelst beschimpft
300 Menschen treffen sich zu einem Martinsumzug mit Gesang und Laternen. Die Feuerwehr sperrt eine Straße zum Schutz der Kinder - und wird von Autofahrern übelst …
Feuerwehr sichert für Kinder Martinsumzug - und wird von Autofahrern übelst beschimpft
Schützenbluat hat einiges zu feiern
Bei Schützenbluat Hirtlbach sind fast alle Dorfbewohner in mindestens einer der drei Abteilungen integriert – und in allen dreien gibt es 2020 ordentlich Grund zu feiern.
Schützenbluat hat einiges zu feiern
Leonhard Ben aus Walkertshofen
Über die Geburt eines Sohnes freuen sich Elisabeth und Benjamin Riedmair. Der kleine Leonhard Ben hat in der Helios-Amperklinik in Dachau zum erstenmal das Licht der …
Leonhard Ben aus Walkertshofen
18-jähriger Fahranfänger stößt mit Gegenverkehr zusammen 
Ein 18-jähriger Fahranfänger aus Eching kam am Montagvormittag auf der Amperpettenbacher Straße in Haimhausen auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort mit zwei …
18-jähriger Fahranfänger stößt mit Gegenverkehr zusammen 

Kommentare