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Zum letzten Mal im „Paul und Paula“ beim Abschiedsfest: Alice Homann, Lina Homann, Annika Wenzel, Lena Heilein und Ines Huber (v.l.).

Sie schmieden bereits neue Pläne

Nach dem Ende von „Paul und Paula“: So soll es weitergehen

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Nach nur einem Jahr schließt das „Paul und Paula“ in Dachau planmäßig. Die Betreiberinnen haben derweil schon neue Idee, wie es weitergehen soll.

Dachau – „Das habe ich vorher noch nie versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Davon ist nicht nur Pippi Langstrumpf überzeugt, sondern auch Alice Homann (29), Lina Homann (33), Annika Wenzel (30), Ines Huber (36) und Lena Heilein (31) vom Verein „Wir sind Paula“. In großen Buchstaben hatten sie den Spruch an den Fenstern der Räume in der Jocherstraße 8 angebracht.

Dort haben sie in den vergangenen sieben Monaten ihr Herzensprojekt verwirklicht. Seit Juni betrieben die jungen Frauen die Kultur- und Kreativwerkstatt „Paul und Paula“. „Es war einfach magisch“, erzählt Annika Wenzel. „Einfach nur bezaubernd.“ Gemütlich. Bunt. Fröhlich. Frech. So sollte das „Paul und Paula“ sein – eben ein Ort, an dem sich auch Pippi wohlgefühlt hätte. Wie geplant, verlässt der Verein das Haus. Die Macherinnen haben jedoch schon wieder neue Pläne.

„Paul und Paula“ in Altstadt Dachau: „Die Idee ist super aufgegangen“

„Wir wollten einen Raum für Dachau schaffen, in dem sich jeder ausprobieren kann“, sagt Wenzel. „Die Idee ist super aufgegangen.“ Es fanden Konzerte in Wohnzimmeratmosphäre statt, es gab kreative Workshops, Kunstaktionen und auch für einige Privatveranstaltungen wurden die Räumlichkeiten gemietet. „Ältere Leute sind genauso gekommen wie Kinder“, erzählt Lina Homann. „Wir haben allen Grund zufrieden zu sein.“

Doch es war von Anfang an klar, dass „Paul und Paula“ nur eine Zwischennutzung ist und wieder ausziehen muss. Ein bisschen Wehmut war schon dabei, als zum Abschied ein letztes Mal gefeiert wurde. Morgens ging es mit einem Weißwurstfrühstück los, danach fanden verschiedene Kunst- und Kreativworkshops statt, bei denen Kinder und Erwachsene zum Beispiel Kunstwerke mit Drucktechniken gestalten oder Naturkosmetik herstellen konnten. Abends gaben Singer und Songwriter Ben Davidson sowie die Band „Mama Makes Coffee“ ein letztes Konzert.

Nach dem Ende von „Paul und Paula“ in Dachau: Neue Pläne mit Café Glück

Gleich am nächsten Morgen nach dem Fest packte der Verein seine Sachen, entfernte den Schriftzug an dem Fenster – und die Zeit von „Paul und Paula“ war vorbei. In dem Gebäude arbeiten künftig Schreiner und Architekten. Einige ihrer Werke werden öffentlich zu bestaunen sein. „Sie werden sicher ein bisschen vom Geist von ,Paul und Paula’ übernehmen“, hofft Annika Wenzel. Und auch der Verein „Wir sind Paul“, der schon 2017 das „White Paper Festival“ auf dem MD-Gelände organisiert hatte, bleibt nicht untätig. Kommenden Herbst oder Winter ist wieder eine größere Veranstaltung geplant, genauere Details möchten die Organisatoren aber noch nicht verraten.

Annika Wenzel, Lina Homann und Jennifer Stolle, eine weitere Mitstreiterin, haben außerdem weitere große Pläne: Sie wollen das Café Glück in der Altstadt übernehmen, voraussichtlich im Mai soll es losgehen. „Es wird keine Fortsetzung von ,Paul und Paula’“, kündigt Wenzel an. „Aber wir wollen das Tagescafé um Event-Formate erweitern.“ Wenzel hat bisher als Kommunikationsberaterin gearbeitet, für das Café wird sie sich zunächst ein Jahr Auszeit nehmen, um sich dort um den Veranstaltungsbereich zu kümmern. Jennifer Stolle, die schon Erfahrung in einem Hotel gesammelt hat, ist für die Küche zuständig, und Lina Homann sorgt dafür, dass der Rest läuft. Dafür hat sie extra ihren Job als Grafikerin aufgegeben. „Bei ,Paul und Paula’ konnten wir ja schon erste Erfahrungen in der Gastronomie sammeln“, sagt Homann. „Und es hat uns total glücklich gemacht und wahnsinnig viel Freude bereitet.“ Das Café sei für sie „auf jeden Fall ein Traum“.

An den Wänden von Paul und Paula hingen noch weitere Sprüche: „Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an“ oder „Mut verwandelt Träume in Wirklichkeit“ war zu lesen. Darauf hoffen auch die künftigen Café-Besitzer. Sie sind überzeugt, dass es klappt – immerhin haben sie es noch nie vorher ausprobiert.

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