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Rund um das Krankenhaus brauchen Anwohner ab kommendem Jahr einen Parkausweis. 

Die nächste Bewohnerparkzone in Dachau

Neue Parkzone im Krankenhaus-Viertel

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Dachau bekommt eine dritte kostenpflichtige Bewohnerparkzone. Ab Frühjahr können Anwohner, die rund ums Klinikum wohnen, einen Parkausweis beantragen. Alle anderen müssen am Automaten ein Parkticket lösen. 

VON STEFANIE ZIPFER

Dachau – Als Dr. Ing. Friedrich Maier am 2. April dieses Jahres das Viertel rund um das Klinikum abmarschierte, begegnete ihm vor allem: „sehr wenig Straße und sehr viel Auto“. Die „Parkraumnachfrage“, so Maier weiter, sei hoch und die Auslastung zwischen 98 und 109 Prozent stellenweise sehr hoch gewesen.

Maier, Chef des Verkehrsplanungsbüros Commea Tec aus Neufahrn, kam daher zum selben Schluss wie die Stadtverwaltung: In dem Bereich macht eine Bewohnerparkzone absolut Sinn. Der Verkehrsausschuss folgte, nach längerer Diskussion samt Sitzungsunterbrechung, diesem Vorschlag einstimmig.

Demnach wird der Bereich, in dem es laut Maier 456 Parkplätze gibt, genauso bewirtschaftet werden wie in den beiden bereits bestehenden Bereichen Augustenfeld und Westlich der Bahn. Anwohner – also Personen, die innerhalb der Bewohnerparkzone wohnen, über 18 Jahre alt sind, einen Führerschein sowie ein Auto besitzen und keinen ausreichenden Stellplatz auf ihrem eigenen Grundstück haben – können bei der Stadt zum Jahrespreis von 30 Euro einen Parkausweis beantragen. Besucher müssen dagegen an Parkscheinautomaten – im Bereich der Klinik sollen es 21 werden – für 50 Cent pro Stunde ein Ticket lösen. Dadurch, so das Ziel der Stadt, sollen die Anwohner vom zunehmenden Parkdruck entlastet werden. Zuletzt, so Oberbürgermeister Florian Hartmann im Ausschuss, hätten sich nämlich die Beschwerden der Anwohner über kreuz und quer parkende Autos gehäuft.

Der neue Bereich wird im Süden von der Augsburger Straße begrenzt, im Westen verläuft er entlang der Dr.-Hiller-Straße, im Norden von der Hochstraße und im Osten der Krankenhausstraße.

Die beiden Parkplätze am Westfriedhof werden explizit ausgenommen; dort gilt bereits eine Zwei-Stunden-Parkplatzregelung.

Besonders im Bereich der Silnerstraße, betonte Planer Maier, herrsche „höchster Parkdruck“; grundsätzlich habe sich aber im Zuge seiner Begehung auch in der Indersdorfer Straße, am Hermine-Bößencker-Weg oder an der Hochstraße dasselbe Bild ergeben: Man findet, vor allem zwischen 8 und 16 Uhr, nur schwer einen Parkplatz. Zwar betonten Klinik, Polizei und die nahen Behörden stets, über eigene Parkplätze zu verfügen. Die Realität aber, so OB Hartmann, „ist sichtbar eine andere“.

Dennoch wird sich diese neue Parkzone, die laut Aussage der Stadtverwaltung „wohl erst nach dem Winter 2019/20“ implementiert werden soll, von den bisherigen beiden unterscheiden. Bernhard Sturm (Bündnis) sprach von einer „besonderen Situation“, von „engeren, verwinkelten Straßen“. Und Peter Strauch (CSU) fragte sich ohnehin: „Wer parkt denn da? Für uns sind das schon eher die Anwohner selbst, die da parken.“ Die Idee einer Bewohnerparkzone aber sei doch, dass „wir Menschen, die da wohnen, vor denen schützen, die da nicht wohnen“. Strauch und seine CSU-Fraktion stimmten aber am Ende doch für die neue Zone, da „wir ja jetzt noch ein bisschen Zeit haben, falls wirklich ein Sturm der Entrüstung der Anwohner“ losbricht.

Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) sprach sich für die neue Zone aus: Schließlich habe es von den Anwohnern viele Klagen gegeben, und selbst wenn es – anders als zum Beispiel am Bahnhof – rund um die Klinik vergleichsweise wenig Auswärtige und Pendler gäbe, würde die Anwohnerparkzone vielleicht den ein oder anderen dazu bewegen, sein Auto besser in die Garage anstatt an den Straßenrand zu stellen. „Uns geht es nicht um Verdrängung“, so Koch, „sondern darum, Parkraum freizuräumen“.

Eventuelle Verdrängungseffekte, etwa in Richtung der Friedhofsparkplätze, will die Verwaltung laut OB Hartmann „im Auge behalten“.

Einstimmig folgte der Verkehrs- und Umweltausschuss einem Antrag der Bündnis-Fraktion, ein Gutachten über die Parkraumsituation im Gebiet zwischen Polln-, Sudetenland-, Würm- und Schleißheimer Straße erstellen zu lassen. Mit dem Parkraummanagement östlich der Bahn habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, durch das „Anwohnerparken hat sich die Situation dort sehr entspannt“, begründete Bündnis-Sprecher Bernhard Sturm den Antrag. Sollte sich im Untersuchungsbereich eine ähnlich hohe Belastung herausstellen, solle man dort ebenfalls über die Einführung von Zonen mit „Bewohnerparken“ nachdenken. Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) kündigte an, das Bündnis in dem Punkt unterstützen zu wollen: „In dem Bereich gibt es viel Geschosswohnungsbau, wenig Garagen, es ist wirklich sehr vollgeparkt.“ CSU-Sprecher Peter Strauch warnte jedoch: „Das Gebiet ist riesig, da wohnt ein Viertel der Dachauer!“ Seine Fraktionskollegin Gertrud Schmidt-Podolsky bat ebenfalls um Fingerspitzengefühl: „Es gibt auch Menschen, die aus dem Hinterland kommen und Mobilität brauchen!“ Aber „jetzt schauma uns mal die Zahlen an.“

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