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Stimmt der Blutdruck? Spender Michael (links) wird von Arzt Matthias Dietzel untersucht.

Blutspenden: Gut für Körper und Seele

Mit Spenden gegen Blutmangel

Es passiert plötzlich: ein schwerer Unfall, massive Verletzungen sind die Folge. Für die Behandlung wird Blut gebraucht. Doch was ist, wenn der Verletzte Blutgruppe 0 hat, aber keines mit dieser Blutgruppe vorhanden ist?

Dachau – Um solchen Situationen entgegenzuwirken, finden beim Bayerischen Roten Kreuz Dachau an zwölf Tagen im Jahr Blutspendeaktionen statt. Dafür reist ein Team des Blutspendedienstes nach Dachau, um den Spendenprozess gemeinsam mit dem BRK Dachau, namentlich mit Nadine Hettrich und Philipp Sosna, zu koordinieren. Sosna erklärt, warum es so wichtig ist, Blut zu spenden: „Es ist gut für den Körper und die Seele, weil das Blut regelmäßig ausgetauscht wird und es anderen Menschen hilft.“

Jeder potenzielle Spender durchläuft an einem Spendentag die gleichen Schritte. Der erste ist die Anmeldung. Dort erhält er neben einem Formular zur Einverständniserklärung und einem Antrag auf einen Spenderausweis (nur bei Erstspendern) einen medizinischen Fragebogen. Mit dessen Hilfe finden die Ärzte heraus, ob der potenzielle Spender an diesem Tag zugelassen werden kann oder nicht. Dabei gibt es verschiedene Ausschlusskriterien. „Nicht gespendet werden darf zum Beispiel bei frischen Tätowierungen, insulinpflichtigem Diabetes oder bei anderen Krankheiten“, erklärt Nadine Hettrich,

Sobald der Fragebogen ausgefüllt ist, geht es zur Hämoglobinwert-Messung. Der Hämoglobinwert zeigt an, wie gut der Körper mit Eisen versorgt ist. Falls der Wert zu niedrig ist, wird der Spender nicht zur Spende zugelassen.

Zwischen Auslandsaufenthalt und Spende sollten mehrere Wochen liegen

Im nächsten Schritt geht es zur ärztlichen Untersuchung. „Hier werden Fragen zu Auslandsreisen oder Medikamenten besprochen“, sagt Phillip Sosna. Es könne sein, dass bei kürzlich angetretenen Reisen wie zum Beispiel nach Wien der Spender gesperrt werden würde. „Das liegt daran, dass dort die Tigermücken aktiv waren“, so Sosna. Zwischen einem Auslandsaufenthalt und der Spende sollten deshalb Wochen oder gar Monate vergangen sein. Das kommt auf das Land an.

Die Ärzte, die das Blutdruck-, Puls- und Fiebermessen durchführen, reisen mit dem Blutspendedienst an. Seit etwa einem Jahr ist Arzt Matthias Dietzel dabei. Er war nach dem Studium im Ausland, bis er beim Blutspendedienst angefangen hat. Für ihn ist die Arbeit besonders abwechslungsreich. „Es macht Spaß, weil man auch mit vielen Menschen zu tun hat, die gesund sind und nicht krank, wie sonst in dem Beruf üblich“, meint er. „Außerdem sehe ich viele verschiedene Orte und lerne ganz Bayern kennen.“

Nach der ärztlichen Untersuchung bekommt der Spender noch einen Zettel zum Selbstausschluss ausgehändigt. Damit kann er nach dem Blutspenden entscheiden, ob das Blut für Kranke verwendet werden darf, oder ob es vernichtet werden muss.

500 Mililiter Blut

Danach erhält jeder geeignete Spender seine Spendeutensilien. Mit ihnen geht es zum Blutspenden. Eine medizinische Fachkraft bereitet den Spender vor und setzt die Nadel. 500 Milliliter Blut werden abgenommen. Danach kommt es ins Labor, wo es auf Krankheiten untersucht wird. Zum Abschluss bekommt der Spender noch eine kleine Brotzeit, die der BRK bereitstellt, und ein Geschenk, etwa Honig oder Nudeln.

Der Blutspendedienst sagt: „94 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung hält Blutspenden für wichtig, 60 Prozent würden spenden, aber nur 3,5 Prozent gehen tatsächlich zum Blut spenden.“

Die nächsten Termine

17. und 18. Juli, 18. und 19. September, 20. und 21. November, immer ab 15.30 Uhr. Weitere Infos: www.blutspendedienst.com.  

Leyla Yildiz


Lesen Sie auch: Fußballer des SV Türk Dachau spenden Blut

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