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Dutzende Plakate hielten die ITG-Schüler gestern bei der schulinternen Klimademo hoch. Nick Kube (r.) gab seinen Mitschülern Tipps für eine bessere Klimabilanz.

Weltweiter Klimatag auch an Dachauer Schule

ITG-Schüler protestieren auf dem Pausenhof

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Hunderttausende Menschen demonstrierten am Freitag weltweit fürs Klima, im australischen Alice Springs, in Berlin, München. Und am Ignaz-Taschner-Gymnasium in Dachau.

Dachau– Im vergangenen Schuljahr fuhren einige ITG-Schüler an den Fridays-for-Future-Freitagen nach München zur Demo, gestern hielten hunderte ihre Plakate auf dem Pausenhof hoch. Bei einer Lehrerkonferenz kam die Idee für den schulinternen Protest auf. Die Schüler waren gleich mit dabei, hieß es von Lehrerseite.

Matthias Kossa (15) aus der 10. Klasse und Nick Kube (17) aus der Q11 hielten dabei Brandreden. Kube rief in die Menge: „Wenn der Regenwald brennt, dann ist das eben ziemlich schlecht – das ist die Lunge unserer Erde.“

Gegen Mittag startete die schulinterne Demo, kurz zuvor hatten einige Siebtklässler mit Kunstlehrer Michael Schaeble noch Plakate gemalt, etwa mit einer Eiswaffel und einem schmelzenden Erdball, einer zerbrochenen Weltkugel und Sprüchen wie „Save the planet (,Rettet den Planeten’) oder „Omi, wie sieht ein Schneemann aus.“

Ihre Motivation für den Klimastreik, erklärte Zehntklässlerin Marie Albrecht: „Wir demonstrieren hier für unsere Zukunft. Wir wollen unseren Planeten so behalten, wie er ist.“ Im Hintergrund lief Rockmusik.

Und dann trat Redner Matthias Kossa auf die provisorische Bühne, hinter ihm hingen Banner aus den Fenstern der Moosschwaige mit „Wir haben nur eine Erde“ und „Schützen wir sie“. Der Zehntklässler feuerte gegen die Menschen, die den Klimawandel leugnen, er sagte: „Natürlich haben sich die Durchschnittstemperaturen immer wieder geändert, aber bis vor 150 Jahren sind sie einigermaßen konstant geblieben“ – in den vergangenen Jahren gab es nur noch einen Temperaturanstieg. Und das führe dazu, dass fremde Mücken- und Zeckenarten nach Europa kommen. Außerdem empfahl er, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen, denn: „Bei einem Flug von Hamburg nach München werden pro Person 300 Kilogramm CO2 verbraucht. Wer den Zug nimmt, spart etwa 90 Prozent CO2 ein.“ Zum Schluss warnte er: „Das Klimasystem wird kippen.“

Danach gab Kube seinen Mitschülern Tipps, was sie für das Klima tun können: „Lasst euch nicht von euren Eltern in die Schule fahren, sondern nehmt das Fahrrad!“ Und: „Seid nicht die ganze Zeit online!“, denn die Daten müssen auf Servern gespeichert werden und diese mit Strom gekühlt werden. Kube habe gelesen: „Das Internet verbraucht so viel Energie wie der ganze Flugverkehr.“ Und er hatte einen Heiztipp: „Wenn Ihr in einem Raum die Heizung nur um ein Grad runterdreht, dann spart Ihr fünf Prozent Energie.“

Vor allem beim Urlaub vergessen viele ihre Umwelt-Vorsätze, sagte er, aber: „Wenn man schon fliegt, dann könnte man wenigstens CO2-Kompensationen zahlen, um etwa Windräder in Indien zu finanzieren“, und: „Kreuzfahrten sollte man unbedingt vermeiden, die sind sehr schlecht für die Umwelt. Und wenn man schon am Strand ist, kann man ein bisschen Plastik mitnehmen.“ Außerdem schlug er vor, in die Schule lieber die Edelstahlflasche mit Leitungswasser statt die Plastikpulle mitzubringen.

Er bilanzierte: „Wir alle können was fürs Klima tun.“ Nach einer Dreiviertelstunde war der Protest auf dem Schulvorplatz vorbei.

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