Machten Ende Oktober ihrem Ärger Luft: die streikenden Mitarbeiter der Amperkliniken.

Bürgerinitiative soll Zustände an Amperkliniken verbessern

Gemeinsamer Kampf für bessere Pflege

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Mitarbeiter und Gewerkschaft Verdi protestieren seit langem gegen die Zustände an den Helios Amperkliniken. Nun soll eine Bürgerinitiative gegründet werden: „Für eine bessere Pflege in den Amperkliniken“, mitinitiiert von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung.

Dachau – Der Protest über die Arbeitsbedingungen an den Helios Amperkliniken zieht immer weitere Kreise. Nun möchte sich auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Odelzhausen für bessere Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte einsetzen. Gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi veranstaltet der Sozialverband am Donnerstag, 16. November, um 18 Uhr im Gasthaus Drei Rosen an der Münchner Straße 5 in Dachau eine Infoveranstaltung. Deren Ziel: die Gründung einer Bürgerinitiative „Für eine bessere Pflege in den Amperkliniken“.

Christian Reischl, Betreuungssekretär von Verdi für die Helios Amperkliniken, freut sich über die Unterstützung der KAB und hofft nun auf weitere engagierte Bürger: „Unsere Einschätzung ist, dass es viele Unzufriedene gibt, die ihren Frust über die Zustände aber bislang noch nicht artikulieren wollten oder konnten.“ Die neue Bürgerinitiative solle nun der Klinikleitung zeigen, „dass nicht nur Verdi und unsere Aktiven in der Mitarbeiterschaft, sondern ein großer Teil der Dachauer ein Interesse daran haben, dass sich an der schlechten Situation der Beschäftigten und der Patienten endlich etwas ändert“.

In den Helios-Häusern in Donauwörth und Augsburg, berichtet Reischl, habe ein breit aufgestellter Protest bereits erste Erfolge gezeitigt. In Dachau, wo seiner Meinung nach die Situation jedoch „am dramatischsten ist“, solle nun ein ähnlicher Prozess in Gang gesetzt werden. Der Verdi-Mann betont dabei: „Wir wollen die Klinik nicht schlechtreden.“ Doch das Argument, dass die Klinik nur deswegen unter Personalmangel leide, weil sich schlicht und ergreifend kein Personal finde, will Reischl nicht stehen lassen: „Es gibt genügend Leute, die ausgebildet sind. Aber unter diesen Bedingungen wollen die nicht arbeiten.“ Schon jetzt hätten viele Pfleger am Klinikum ihren Job hingeschmissen, und Nachfolger werden sich – sollte sich nichts an der Arbeitsorganisation ändern – auch nicht finden. Für Reischl ist der Fall daher klar: „Es muss sich real was ändern! Und das wollen nicht nur eine Handvoll Beschäftigte, sondern auch die Bürger von Dachau!“

Wie man die Situation an der Klinik konkret verbessern könnte, darüber referiert am Donnerstag der Münchner Arzt Dr. Peter Hoffmann vom Verein demokratischer Ärzte. „Krankenhaus statt Fabrik“ lautet der Titel des Vortrags, wobei Hoffmann auch darlegen wird, wie es zu der misslichen Lage kommen konnte. Denn, so Reischl, so viel ist klar: „Es liegt nicht alles an Helios. Es gibt auch viele Probleme, die schon vor Helios gemacht wurden.“

Die Bürgerinitiative soll in den kommenden Wochen Infoveranstaltungen durchführen und Unterschriften sammeln. Odelzhausens KAB-Vorsitzender Bernhard Eberle gibt sich optimistisch: „Gemeinsam mit den Bürgern können wir den Beschäftigten in der Klinik helfen.“ Denn, so Reischl: „Die Leute in der Klinik leiden jeden Tag.“

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