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Dachau mitgestalten: An den thematisch gegliederten Profiltischen und Ste llwänden konnten sich die Bürger mit ihren Anregungen und Ideen einbringen. 

„Mitgestalter und nicht nur Depp an der Urne“

Dachau: Bürgerworkshop zur Zukunft der Stadt

„Dachau denkt weiter“ heißt der Bürger-Beteiligungs-Prozess, der im Herbst 2018 gestartet worden war, um ein Leitbild für die künftige Stadtentwicklung zu schaffen. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) freute sich über mehr als 2000 eingegangene Anregungen, die nun als Basis für den abschließenden Bürgerworkshop in der ehemaligen Zentralwerkstatt auf dem Gelände der früheren München-Dachauer Papierfabrik (MD) dienten.

Die Zahl der Teilnehmer am nunmehr letzten Schritt der Bürgerbeteiligung konnte nur geschätzt werden, da ein stetes Kommen und Gehen herrschte. Die Chefin des Fachbüros „Die Stadtentwickler“, Stadtplanerin Annegret Michler, die zusammen mit der Projektleiterin und stellvertretenden Bauamtsleiterin Ariane Jungwirth den Bürgerworkshop organisiert hatte, meinte, es seinen rund 300.

Um die Ideen der Bürger besser darstellen zu können, waren Profiltische und Stellwände aufgebaut, die in acht Themenbereiche gegliedert waren: Flanier-, Heim-, Kompakt-, Kultur-, Natur-, Quartier-, Teilhabe- und Unternehmer-Stadt. innerhalb dieser Bereiche diskutierten Bürger, Vereinsvertreter, ehemalige und aktuelle Stadträte sowie Mitglieder der Stadtverwaltung unter Begleitung von Professor Peter Dürr von der Hochschule in München ihre Ideen. An vielen hielten sie fest, andere verwarfen sie. „Hauptaufgabe ist es, dass sich die Leute ernst genommen fühlen und heute hier begeistert rausgehen – als Bürger, die sich als Mitgestalter verstehen und nicht nur als Depp an der Urne“, so Dürr.

Sogar Kinder konnten sich äußern und nicht nur in einer eigens aufgebauten Sandkiste spielen. Ihre Wünsche betrafen meist Spielmöglichkeiten oder Spielstraßen. Die Erwachsenen machten sich mehr Sorgen um ein lebenswertes Dachau in der Zukunft, ums Wohnen, Arbeiten und natürlich den Verkehr.

Die Verwaltung, Michler und die Stadtentwickler ordnen nun all die Ergebnisse, priorisierten sie und werden sie im Herbst dem Stadtrat zur finalen Entscheidung vorlegen. Der Stadtrat will im Herbst damit beginnen, den Flächennutzungsplan für Dachau zu ändern. In anderen Kommunen habe ein neuer Flächennutzungsplan zehn Jahre gebraucht, so OB Florian Hartmann, doch viele Streitfragen seien in Dachau bereits durch die Bürgerworkshops geklärt worden. Wie lange es bei uns dauern werde, könne er daher nicht sagen. Hartmann: „Wir müssen sehen, was sich realisieren lässt. Es wird meine Aufgabe der kommenden Jahre sein, möglichst viel davon umzusetzen.“ Einem möglichen Bürgerfrust wollte Annegret Michler vorbauen. Sie warb um Verständnis, dass die Umsetzung der Bürgerideen nun einmal Zeit bräuchte.

Stadtbauamtsleiter Moritz Reinhold betonte, es gelte ein Bild zu entwickeln, wo zum Beispiel Gewerbe und wo Erholungsflächen hinkommen sollen. Das sah Bündnis-für-Dachau-Stadtrat Bernhard Sturm ähnlich: „Wir müssen ein Konzept verkaufen und nicht einfach nur neue Gewerbeflächen ausweisen. Dieses Konzept muss zur Stadt-Infrastruktur, zur räumlichen Umgebung, aber auch zum Bevölkerungs-Querschnitt passen.“

Der Dachauer Multipercussionist Christian Felix Benninghatte aus riesigen Beilagscheiben, Rohren, Gittern, blechernen Abluftkanälen und anderem auf dem Gelände vorgefundenen Material Klanginstrumente gebaut. In der Nacht vor der Veranstaltung hatte er ein eigenes Stück komponiert, das er bei einem Konzert am Ende des Bürgerworkshops uraufführte. Das Publikum war begeistert. Projektleiterin Jungwirth war ebenfalls von Benning angetan, aber vor allem von den Bürgern, die „den Workshop so gut angenommen haben“. Reinhard-Dietmar Sponder

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