Großer Andrang herrscht an der neuen Schnelltest-Station am Parkplatz des Gymnasiums Indersdórf.
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Großer Andrang herrscht an der neuen Schnelltest-Station am Parkplatz des Gymnasiums Indersdórf.

Über zwei Drittel Mutation

Hohe Corona-Inzidenz in Dachau: Doch keine Hotspots und keine Erklärung - Briten-Mutante auf dem Vormarsch

Dachau – Seit rund einer Woche hat der Landkreis Dachau eine im Vergleich zur Region deutlich höhere Inzidenz. Eine Begründung dafür fanden auch die Experten in der Sitzung der Koordinierungsgruppe Pandemie am vergangenen Dienstag nicht.

Corona in Dachau: Exponentielles Wachstum

Der Landkreis Dachau befinde sich aktuell im exponentiellen Wachstum, Einzelereignisse seien aktuell nicht erkennbar, wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung erklärt. Auch ein Verdacht, dass es – gerade auch bei bereits geimpften Personen – vermehrt zu sogenannten „falsch-positiven“ Testergebnissen kommt, habe sich nicht erhärtet. Nach intensiven Überprüfungen zeige sich, dass die Tests korrekt sind und auch geimpfte Personen weiterhin positiv auf Corona getestet werden (und den Virus wohl auch weitergeben) können, auch wenn diese keine Krankheitssymptome zeigen.

In der vergangenen Woche vom 22. bis 28. März wurden dem Gesundheitsamt 334 neue Indexfälle gemeldet. Bei einem hohen Anteil (über zwei Drittel) davon handelt es sich um Infektionen durch die britische Mutante. Am Ostersonntag lag die Inzidenz bei 164,0.

Altersstruktur

Die Altersstruktur der Indexfälle lässt sich folgendermaßen aufschlüsseln:

20 Prozent: 0-18 Jahre

30 Prozent: 19-39 Jahre

37 Prozent: 40-59 Jahre

11 Prozent: 60-79 Jahre

2 Prozent: 80 und älter

Die Infektionsrate gerade bei den jüngeren Personen (50 Prozent der aktuellen Indexfälle sind im Alter unter 40 Jahren) ist eine neue Entwicklung und zeigt nach Einschätzung der Ärzte und Experten im Landkreis zum einen die nach wie vor hohen Kontakte (Arbeit, Schule, dort insbesondere die Wege, aber auch in der Freizeit ohne Maske), zum anderen aber wohl auch die erhöhte Anfälligkeit dieser Personengruppen bei den Mutanten.

Corona-Impfquote in Dachau

Insbesondere am Anteil der über 80-Jährigen zeigen sich die Ergebnisse der Impfungen in den vergangenen Wochen. Knapp 18 000 Personen haben bereits eine Erstimpfung erhalten, davon über 7000 Personen im Alter von über 80 Jahren (wir berichtete). Damit sind in dieser gefährdeten Altersgruppe knapp 80 Prozent geimpft.

Das Landratsamt geht davon aus, dass während den Osterferien voraussichtlich über 20 000 Erstimpfungen erreicht werden. Momentan liegt die Impfquote im Landkreis Dachau mit 11,6 Prozent im überdurchschnittlichen Bereich (Bayern: 11,2 Prozent, Deutschland 10,8 Prozent).

Schwere der Corona-Krankheitsverläufe im Landkreis Dachau

Der Impferfolg zeige sich laut Landratsamt auch in der Schwere der Krankheitsverläufe: Im Helios Amper Klinikum befanden sich – Stand vergangenen Dienstag – zehn Personen in stationärer Behandlung, vier davon auf der Intensivstation. Das Durchschnittsalter beträgt hier aktuell 62,5 Jahre, auf der Normalstation 59 Jahre. Es werden nur noch vereinzelt Personen über 80 behandelt. Anfang Januar lagen – bei vergleichbaren Inzidenzwerten – zehn Personen auf der Intensivstation mit einem Durchschnittsalter von 72,6 Jahren sowie 28 Patienten auf der Normalstation mit einem Durchschnittsalter von 80,5 Jahren. Im Dezember 2020 sind noch 18 Menschen im Landkreis mit Corona verstorben, im März 2021 waren es vier. Insgesamt sind aktuell ca. 50 Prozent der gemeldeten Fälle symptomatisch (meist leichte bis mittelgradige grippale Symptome).

Großer Andrang an Schnelltest-Station

Großer Andrang herrschte am Donnerstag an der neu eröffneten Corona-Schnelltest-Station am Parkplatz des Gymnasiums Indersdorf. Bereits kurz nach 14 Uhr waren beide Wartestreifen fast voll. Hier werden nun täglich von 14 bis 18 Uhr ohne vorherige Anmeldung kostenlose Schnelltests vorgenommen. Die Ergebnisse sollen nach 30 bis 60 Minuten per SMS oder E-Mail übermittelt werden. dn

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