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Ein Mann mit Ideen: CSU-Stadtrat und OB-Kandidat Peter Strauch am Sonntag in Pellheim. 

Vorstellung des Wahlprogramms im Gasthaus Liegsalz

CSU-Politik mit Maß und für die Mitte

CSU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Strauch hat am Sonntag in Pellheim sein Wahlprogramm vorgestellt. Unterstützt von Landtagspräsidentin Ilse Aigner forderte Strauch teure Investitionen in den Nahverkehr sowie die Verkehrsinfrastruktur, in sozialen Wohnungs- und Schulbau. Haushaltsdisziplin würde unter seiner Ägide außerdem Chefsache.

Dachau – „Ich will nicht mehr zusehen, wie ein links-sozialisierter Oberbürgermeister die Stadt führt!“ Diesen Satz ließ Peter Strauch im Gasthaus Liegsalz in Pellheim gleich zu Beginn seiner Rede raus, als er sich selbst die Frage stellte, warum gerade er OB in Dachau werden wolle.

Da brach dann zum ersten Mal tosender Applaus unter den rund 100 anwesenden Gästen aus – darunter viele Stadtratsmitglieder der CSU sowie der Vater vom aktuellen Dachauer OB Florian Hartmann. Vater Hartmann unterbrach Strauch denn auch mehrmals und ergriff Partei für seinen Sohn.

Strauch meisterte diese Zwischenrufe souverän und revanchierte sich, indem er Bürgermeister Kai Kühnel vom Bündnis für Dachau als „Strippenzieher“ und „extrem weit links“ bezeichnete und das „Linksbündnis“ aus SPD, Bündnis für Dachau und den Grünen laut Strauch der Grund sei, warum es in Dachau keine Mitte mehr gebe. „Sie können dann nicht mehr so leben, wie sie wollen“, prophezeite Peter Strauch den Pellheimern.

Unter Oberbürgermeister Florian Hartmann sei viel passiert, höre er in Dachau immer wieder. Doch wenn er nachfrage, was genau denn das sei, dann erhalte er nur ernüchternde Antworten, so Strauch. Von 100 beschlossenen Sozialwohnungen seien gerade einmal acht gebaut, der Bau von Genossenschaftswohnungen sei noch nicht einmal weiterverfolgt worden! Genau hier will Strauch als OB ansetzen und bezahlbaren Wohnraum, unter anderem auch für Sozialberufe und Senioren, schaffen.

Auch beim Thema Verkehr will Strauch handeln. Unter Hartmann seien nur „Radwege auf Straßen gemalt“ worden, was für ihn keine Lösung sei. Er forderte den Umbau des Busbahnhofs in Dachau, der immer noch so aussehe „wie vor 25 Jahren“, sonst drohe das Chaos auszubrechen. Dies prophezeite er auch für die von Hartmann geplante Umstellung der Ampeln in Dachau auf die „maximale Rotphase“, ebenso bei der Errichtung von sogenannten Pförtnerampeln, was gerade die Pellheimer auf dem Weg nach Dachau „ausbremsen“ würde. Mit Peter Strauch als Dachauer Oberbürgermeister werde es außerdem „definitiv eine Umgehungsstraße geben“, die eine Entlastung von 10 000 Fahrzeugen pro Tag bedeute. „Das können Sie mit einem Linksbündnis vergessen“, warnte Strauch die Anwesenden.

Zudem gebe es mit der CSU ein neues Konzept für Radfahrer und Busse, das vom „Linksbündnis im Stadtrat“ abgelehnt worden sei, „nur weil es von der CSU kam“. Emissionsfreie Busse, aber ohne Erdgas, sondern mit Wasserstoff, seien die Zukunft. Ein Dachau-Ticket für jeden, egal welche Altersgruppe, Fahrradschnellwege nach München, Seilbahnen, vereinfachte Magnetschwebebahnen über die Münchner Straße, eine Mobilitätsstation am Stadtbahnhof mit Ladestationen für E-Autos und Leihstationen für Autos und Fahrräder – Peter Strauch präsentierte viele Ideen, die den Verkehr der Zukunft schneller durch Dachau fließen lassen sollen.

So soll es mit ihm als OB auch eine „Mobilitätsdrehscheibe Breitenau“ in Zusammenarbeit mit BMW geben. Der BMW-Mitarbeiter parke dort sein Auto, steige in den Bus und logge sich bereits im Bus an seinem Arbeitsplatz ein – somit gehöre die Fahrt bereits zur Arbeitszeit.

Ein wichtiger Punkt für den OB-Kandidaten der CSU ist auch die Dachauer Wirtschaftsförderung, die derzeit „an der kurzen Leine“ gehalten werde. „Lasst sie arbeiten, nicht knebeln“, forderte Strauch. Er und seine CSU-Stadtratskollegen wollen sich zudem für neue Kindertagesstätten und gegen immer mehr Container-Lösungen einsetzen. Es soll eine Berufsoberschule und eine Fachhochschule nach Dachau kommen. Die CSU will moderne Medien an Schulen fördern und sich für den Bau einer neuen Turnhalle für die Klosterschule einsetzen.

„Viel beschlossen, nichts getan“: So fasste Strauch das Thema Sport zusammen. Es müsse einfach alles getan werden, was schon längst beschlossen sei, so Peter Strauch, wie beispielsweise den Bau der neuen Eishalle oder die Aussiedelung des TSV 1865 Dachau. „Es kann nicht sein, dass die Aussiedelung des TSV an den Befindlichkeiten von zwei Leuten liegt“, empörte sich Strauch.

Der Verwaltung sprach er ein großes Lob aus, würde aber mit ihm als Oberbürgermeister unter anderem noch mehr auf Digitalisierung und bürgerfreundlichere Öffnungszeiten setzen.

„Bei den Finanzen dagegen sei „es 5 vor 12“. Haushaltsdisziplin solle unter seiner Führung daher wieder zur Chefsache werden. Denn, so der Kandidat: „Meine Kinder sollen nicht in einer Stadt aufwachsen, die vor lauter Schulden nicht mehr handlungsfähig ist!“

Simone Wester

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