Blumen und ein Buch voller Erinnerungen: Angelika Rogg mit Schülern der SMV. foto: schuri

Dachauer Realschule verabschiedet sich von ihrer langjährigen Schulleiterin

Frau Rogg hat es gerockt

„Da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Diesen Spruch werden die Schüler und Lehrer der Dr.-Josef-Schwalber-Realschule sicher vermissen. Es ist der Lieblingsspruch von Rektorin Angelika Rogg. Über 16 Jahre hat sie die Dachauer Realschule geleitet, jetzt ist sie in den verdienten Ruhestand verabschiedet worden.

Dachau – Kollegen, Schüler, Amtsträger, Familie und Freunde – alle waren gekommen, um mit ihr auf ihre Schulkarriere zurückzublicken, die – Angelika Rogg hatte extra nachgeschaut – am 3. September 1959 begonnen hatte. Mit großer Schultüte und etwas aufgeregt hatte sie damals als kleines Mädchen den ersten Schultag. „Da wusste ich noch nicht, dass ich 60 Jahre lang in die Schule gehen würde“, erinnerte sie sich bei ihrer Abschiedsrede.

60 Jahre, die sehr schnell vorbei gegangen seien. Seit dem Schuljahr 1978/1979 ist Angelika Rogg als Lehrerin im Schuldienst tätig, ihre erste Stelle war in Unterfranken. Zum Abschied hatte sich der Ministerialbeauftragte Ernst Fischer die Mühe gemacht, Roggs erste Beurteilung als junge Lehrerin herauszusuchen: Vielseitig interessiert sei sie, außerdem hätte sie ein hohes Fachwissen und würde Kindern den Raum für eigene Beiträge geben, hieß es damals. Kritik gab es lediglich an ihrem „zu hohen Medieneinsatz“. Selbstbewusst, kritisch und lebhaft sei Rogg gewesen, ist in den Akten zu lesen. „Um eine exzellente Führungskraft zu werden, müsste sie Kritik manchmal ruhiger und toleranter äußern“, wurde ihr jedoch geraten.

Längst ist Angelika Rogg zur Führungskraft gereift. Nachdem sie zuvor stellvertretende Schulleiterin in Puchheim war, kam sie im Schuljahr 2003/2004 als Direktorin an die Dachauer Realschule. Damals war die Schule noch in der Steinstraße, der Neubau in der Nikolaus-Deichl-Straße war eines von Roggs größten Projekten. „Das Gebäude hier ist Ihr Kind“, erklärte auch Landrat Stefan Löwl und bedankte sich für die „immer konstruktive Zusammenarbeit“.

Es war eine sehr persönliche Abschiedsfeier, die die Schule für Angelika Rogg vorbereitet hatte. Die Referendare und die Groove AG hatten Musikstücke einstudiert, und der Personalrat führte einen Sketch auf, in dem die Lehrer einen Einblick in viele Situationen mit Rogg gaben. „Eine Schule wie unsere kann man nicht mit einem Schnellboot vergleichen, sondern eher mit einem Ozeanriesen“, sagte Lehrer Christian Raschbichler, der bei seiner Rede sichtlich gerührt war. „Sie haben das Schiff über alle Weltmeere gesteuert“, erklärte er. „Frau Rogg, Sie haben es gerockt!“

Das fanden auch die Schüler der SMV. Die ehemaligen Schülersprecher Erik Broussard, Markus Zuckermayer und Lucas Breiding haben zwar inzwischen ihr Abschlusszeugnis, für die Verabschiedung kehrten sie aber noch einmal an ihre alte Schule zurück. „Sie hatten immer ein offenes Ohr für uns“, bedankte sich Markus Zuckermayer. „Liebe Frau Rogg, Sie waren für alle da.“ Zur Erinnerung schenkten die Schüler ein Buch mit Einträgen aller Klassen.

Sehr persönlich war auch die Rede von Oberbürgermeister Florian Hartmann. Seine Frau war einst Schülerin auf der Realschule – und nutzte ihre alten Kontakte ins Lehrerzimmer, um einen Spion auf Angelika Rogg anzusetzen. Dessen Fazit: Die Zielperson hätte ein außergewöhnlich großes Herz und auch ein großes Gehirn sowie sie ein Höchstmaß an Disziplin und Pflichtbewusstsein. Der Spion kam deshalb zu einem eindeutigen Ergebnis: „Die Zielperson steht unter schwerem Verdacht, eine Schulleiterin zu sein, wie man sie sich nur wünschen kann. Sie ist eine Schulleiterin der Herzen.“

Kein Wunder, dass bei so viel Lob auch Angelika Rogg Tränen in den Augen hatte. „Dieser Schule werde ich stets verbunden sein. Ich erinnere mich gerne an diese wunderbaren Jahre“, betonte sie gerührt. Roggs Nachfolge wird ab September ihre bisherige Stellvertreterin Tanja Huber antreten. 

Claudia Schuri

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schwabhausen trauert um Leni Baumgartner
Schwabhausen trauert um Magdalena Baumgartner, die im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Viele Vereine und die Bücherei gäbe es ohne ihr Engagement so heute nicht.
Schwabhausen trauert um Leni Baumgartner
Chaos auf A8: Einsatzkräfte müssen zu Fuß gehen - Fahrer blockieren Rettungsgasse
Ein Unfall hat auf der A8 zu einem Verkehrschaos geführt. Größtes Problem:  Lkw- und Autofahrer blockierten die Rettungsgasse, Einsatzkräfte mussten zu Fuß zur …
Chaos auf A8: Einsatzkräfte müssen zu Fuß gehen - Fahrer blockieren Rettungsgasse
Greta Fischer ist jetzt Indersdorfer Ehrenbürgerin
An ihrem 110. Geburtstag wurde Greta Fischer posthum die Ehrenbürgerwürde von Markt Indersdorf verliehen. Die Ernennung durch Bürgermeister Franz Obesser am 19. Januar …
Greta Fischer ist jetzt Indersdorfer Ehrenbürgerin
Polizei stoppt illegales Autorennen - bei Kontrolle der Wagen fällt sofort etwas auf
München gegen Dachau - das war die Konstellation eines illegalen Autorennens vergangene Nacht. Die Autos dafür hatten die beiden Fahrer allerdings erst ausleihen müssen.
Polizei stoppt illegales Autorennen - bei Kontrolle der Wagen fällt sofort etwas auf

Kommentare