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Schon die Liedauswahl passte perfekt: Dan Lucas alias Lutz Salzwedel sang „You’re the Voice“, „Du bist die Stimme“.

Viele Jugendliche im Landkreis kennen den 64-Jährigen gut

Dan Lucas ist „the Voice“!

Dan Lucas hat die Juroren bei „The Voice Senior“ umgehauen mit seiner Interpretation von „You’re the Voice“. Viele Jugendliche im Landkreis Dachau kennen den 64-Jährigen gut.

Dachau/München – SAT 1 lässt rüstige Rocker auf großer Bühne ran: Seit Sonntag läuft „The Voice Senior“, kurz TVS, ein Ableger der Erfolgsreihe „The Voice of Germany“. Mitmachen dürfen Sängerinnen und Sänger ab 60.

Auch der Münchner Dan Lucas, der in Wahrheit Lutz Salzwedel heißt, hat sich beworben. Viele Jugendliche aus dem Landkreis Dachau kennen den Mann mit Vollbart und Rockermähne jedoch weniger als Musiker, sondern als engagierten Berater. Lucas betreute als Mitarbeiter des beruflichen Fortbildungszentrums über Jahre Mittelschulen im Landkreis. Den Schülern gab er viele wichtige Tipps zur Berufswahl mit auf den Lebensweg.

Salzwedel wurde 1954 in Falkensee im heutigen Bundesland Brandenburg geboren. Als er elf war, schenkte ihm sein Vater eine Gitarre. Der junge Lutz brachte sich das Spielen selbst bei. Mit 15 trat er erstmals auf, mit seiner Schülerband Apollos vor einer staatlichen Jury. Und die wählte die Lieder aus, die zu spielen waren. Schon an diesem Tag wurde Lutz Salzwedel klar, dass er als Rockmusiker unter besonderer Beobachtung des DDR-Regimes stehen würde. Wer sich nicht an die strikten Auflagen hielt, besonders bei Texten, dem drohte Auftrittsverbot. „Da dachte ich zum ersten Mal, dass ich das Land früher oder später verlassen will“, sagte Salzwedel einmal den Dachauer Nachrichten.

Am Pfingstsonntag 1985 war es soweit. Salzwedel sang damals in der in der DDR äußerst populären Band „Karussell“, die auch in der Bundesrepublik spielen durfte. Der Stasi-Mitarbeiter, der die Tour überwachte, schlief noch. Salzwedel und der Gitarrist der Band setzten sich ab.

Im Westen rockte er natürlich weiter, und das durchaus mit Erfolg, sogar schon im Vorprogramm von Konzerten des Weltstars Meat Loaf war er zu hören. Doch jetzt, im gesetzten Alter, will Salzwedel alias Dan Lucas noch mal durchstarten. Nimmt man die Reaktionen der TVS-Juroren zum Maßstab, dann dürfte das gelingen. In Runde eins, der sogenannten „Blind Audition“, sieht die Jury die Auftretenden nicht, sie hört nur die Stimmen. Überzeugt das Gehörte, drehen die Juroren – genannt Coaches – ihre Sessel herum. Dies ist gleichbedeutend mit: Ich will mit diesem Sänger arbeiten.

Dan Lucas wollten alle. Juror Alec Völkel fand die Darbietung „megafett“, sein Boss-Hoss-Kollege Sascha Vollmer attestierte schon nach Runde eins des Castings: „Du bist the Voice!“ Yvonne Catterfeld sprach von einem „gigantischen Laserstrahl, der durchs Publikum“ geschossen sei, und Mark Forster versprach, bis zum Finale im Dan-Fan-T-Shirt rumzulaufen, wenn Lucas nur ihn als Coach erwählte.

Das tat Dan Lucas nicht, er entschied sich für den bekannten Sänger Sasha, der ihm zuvor für einen „unfassbaren Moment“ gedankt hatte. „Auch für mich war es ein unfassbarer Moment“, sagte Salzwedel, „deshalb gehe ich zu Dir, Sasha.“

Die zweite Runde von „The Voice Senior“ wird am Sonntag, 30. Dezember, 20.15 Uhr, in Sat 1 ausgestrahlt.

Thomas Leichsenring

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