Froh und erleichtert endlich geimpft zu sein: Rosa und Peter Lechner, Dr. Thomas Hary mit seiner Versorgungsassistentin Corinna Mäder.
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Froh und erleichtert endlich geimpft zu sein: Rosa und Peter Lechner, Dr. Thomas Hary mit seiner Versorgungsassistentin Corinna Mäder.

Die Impf-Tour der Hausärzte hat begonnen

Hausärzte haben am heutigen Mittwoch im Landkreis Dachau begonnen, über 80 Jahre alte, bettlägerige Menschen sowie deren pflegende Angehörige zu Hause zu impfen. Die Menschen waren sehr dankbar für das Angebot.

Rosa Lechner aus Welshofen ist heilfroh, dass sie und ihr Mann nun endlich geimpft sind. Hausarzt Dr. Theodor Hegele in Erdweg hatte Rosa Lechners Mann als Schlaganfallpatienten, der an den Rollstuhl gefesselt und auf Hausbesuche angewiesen ist, ganz oben auf der Liste und Anfang der Woche sofort verständigt, dass er sich jetzt zusammen mit ihr daheim impfen lassen könne. „Jetzt muss ich wenigstens keine Angst mehr um meinen Mann haben, und ich bin auch geschützt und muss mir weniger Sorgen machen“, betonte die 76-jährige Welshoferin.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hatte Rosa Lechner auf die Unterstützung des Pflegedienstes verzichtet und sich Tag und Nacht selbst um ihren Mann kümmert. Entsprechend froh war sie, dass Hegeles Kollege, Dr. Thomas Hary, am heutigen Mittwoch extra für die Impfung nach Welshofen kam. Nach einem Aufklärungsgespräch checkte Hary den Gesundheitszustand des Impflings; währenddessen bereitete seine Mitarbeiterin Corinna Mäder die Injektionen vor.

Den Impfstoff selbst hatten Hary und Mäder heute früh um 9 Uhr im Impfenzentrum in Karlsfeld in einer Kühlbox abgeholt, um die lückenlose Kühlung bei etwa 5 Grad Celcius zu gewährleisten. Für die Praxis schafften Hegele und Hary zusätzlich einen Kühlschrank an – ab April sollen ja die Hausärzte auch mit Impfstoffen versorgt werden und direkt in der Praxis impfen dürfen.

Weder Peter Lechner noch seine Frau hatten Schmerzen bei der Impfung. Zur Sicherheit blieb Dr. Hary aber noch 15 Minuten bei jedem Patienten sitzen – mit einem kompletten Notfallset zur Hand, falls doch allergische Reaktionen auftreten.

So hielt es am Mittwoch auch Dr. Csaba Balogh aus Dachau, der Anfang dieses Jahres die Praxis von Dr. Baran in Dachau-Ost übernommen hatte. Balogh wird bis zum morgigen Freitag schon 20 Patienten, die aufgrund ihres körperlichen Zustandes nicht zu ihm in die Praxis kommen können, mit Astrazeneca geimpft haben. Die erste auf seiner Liste war die 96-jährige Maria Schade aus Dachau-Ost, die aufgrund mehrerer Stürze nicht mehr mobil, geistig aber noch topfit ist.

Schade ließ sich gerne impfen, „damit meine Kinder und Enkelkinder an Ostern endlich wieder kommen können“! Der Mediziner Balogh klärte seine Patienten vor jeder Impfung auf, füllte den Papierkram aus, der vor jeder Impfung fällig ist, und nahm sich danach noch Zeit, zu ratschen. Die 15 Minuten vergingen so wie im Flug – und dann ging es für Csaba Balogh auch schon weiter zum nächsten Impfling.  

SIMONE WESTER

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