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Zu alt und zu klein: Die alte Schulturnhalle in Dachau-Ost wird einem Neubau weichen müssen. Entsprechende Planungen hat der Stadtrat am Dienstag gebilligt.   

Teuer aber alternativlos

Schulzentrum in Dachau-Ost bekommt definitiv neue Dreifachturnhalle

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Das Schulzentrum in Dachau-Ost bekommt nun definitiv eine neue Dreifachturnhalle – inklusive einem Parkdeck, auf das die Halle aufgeständert wird. Die CSU, die diese Variante kurz vor der Wahl noch als zu teuer abgelehnt hatte, stimmte im Ferienausschuss dem 13,7-Millionen-Euro-Projekt jetzt doch zu.

Dachau – Eine ungewöhnliche Allianz aus Peter Strauchs CSU-Fraktion und Thomas Kreß (Grüne) hatte in der letzten Bauausschusssitzung vor der Wahl die Planung für den Neubau der dringend benötigten Dreifachturnhalle an der Grund- und Mittelschule Dachau-Ost inklusive Parkplätzen und Mehrzweckräumen verhindert. CSU-Mann Strauch war die Maßnahme schlicht zu teuer, und der Grüne Kreß fand, dass man sich das Parkdeck und damit eine Menge Kosten doch einfach sparen könne.

Am Dienstag, in der ersten Sitzung des Ferienausschusses – der in Corona-Zeiten nun übergangsweise die Arbeit des Stadtrats erledigen wird – kam das Großprojekt nun aber doch einen Schritt weiter. Grund dafür war auch die Tatsache, dass sich herausstellte, dass die geschätzten Baukosten von 13,7 Millionen Euro nicht wesentlich sinken würden, wenn man das Parkdeck einfach wegließe und die Halle damit ein Stockwerk flacher bauen würde. Die Haustechnik müsste in diesem Fall nämlich teuer unterkellert werden und die Parkgarage in Form eines oberirdischen Parkplatzes auf einen Teil des Schulhofs platziert werden. Ganz auf Parkplätze zu verzichten sei ohnehin nicht möglich, so Oberbürgermeister Florian Hartmann: Dies würde gegen die Stellplatzsatzung der Stadt verstoßen und „dann könnten wir keine Baugenehmigung erteilen“.

CSU-Sprecher Florian Schiller meinte nach Hartmanns Ausführungen, dass in diesem Fall eine Einsparung wohl tatsächlich „nicht möglich ist“. In der vorliegenden Planung sei „das Beste rausgeholt“ worden. Die CSU werde daher „zustimmen, auch wenn es schwer fällt“.

Auch Franz Vieregg (ÜB) fand, dass „der Schulhof zu schade für einen Parkplatz“ ist. Und Schulreferentin Katja Graßl (CSU) erklärte: „Wir würden uns alle wünschen, dass das Ding günstiger wäre.“ Die Parkfläche sei aber schlicht und ergreifend nötig, schließlich sei die Parkplatzsituation im umliegenden Wohngebiet „eh schwierig“.

Thomas Kreß jedoch blieb bei seiner Ablehnung. Die aktuelle Stellplatz-Politik der Stadt sei doch „Schnee von gestern“ und das Stadtratsgremium offensichtlich „unflexibel“. Die Schulkinder kämen ohnehin aus dem Schulsprengel Dachau-Ost und bräuchten damit ohnehin keine Parkplätze. Und Vereinen, allen voran dem TSV 1865 Dachau, müsse es zuzumuten sein, dass er Auswärtsmannschaften beispielsweise am Stammgelände an der Jahnstraße parken lasse und dann per „Shuttleservice“ in die Dreifachturnhalle an der Anton-Günther-Straße chauffiere.

Während die anderen Kollegen von SPD, CSU, ÜB, FDP und FW sich von Kreß’ Enthusiasmus nicht anstecken ließen, schloss sich Bündnis-Stadträtin Sabine Geißler dem Grünen an. „Vorhin haben wir über 100 000 Euro diskutiert, jetzt geht’s um acht Mal so viel“, erinnerte sie; tatsächlich hatte das Gremium nur wenige Minuten zuvor aus Spar-Gründen zwei Maßnahmen erst einmal aufgeschoben, da diese in einem von der Corona-Rezession geschrumpften Haushalt schlicht nicht mehr finanzierbar seien.

Am Ende ging Bauamtsleiter Moritz Reinhold auf die Kritiker der teuren Maßnahme zu. Selbstverständlich würden in das Parkdeck auch Fahrradstellplätze integriert. Und eine neue, moderne Stellplatzsatzung werde aktuell ja ausgearbeitet. Das Bauamt erstelle derzeit einen „Katalog“, der „im Lauf des Jahres“ dem Stadtrat vorgestellt werde. Solange diese neue Satzung aber noch nicht fertig sei, mache es seiner Meinung nach wenig Sinn, nur „an einer Stelle zu schrauben“ – in diesem Fall an einer Schulturnhalle.

Oberbürgermeister Florian Hartmann brachte es schließlich auf den Punkt: Die aufgeständerte Halle, inklusive Parkdeck, sei zwar teuer, aber ansonsten schlicht „alternativlos“.

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