+
Blumen und einen Geschenkkorb überreichte OB Hartmann an Ruth und Josef Kneißl.

Eiserne Hochzeit im Hause Kneißl

Erst hat’s gekracht, dann hat’s gefunkt

Ihre Eiserne Hochzeit, also 65 gemeinsame Jahre, haben Josef und Ruth Kneißl am Rumburger Ring in Dachau gefeiert. Ihr Start ist alles andere als einfach gewesen.

Dachau – Oberbürgermeister Florian Hartmann gratulierte mit einem Geschenkkorb und überbrachte die Glückwünsche der bayerischen Staatsregierung in Form einer Urkunde und eines Glückwunschschreibens.

Als sich die Kneißls 1952 kennenlernten, war an eine gemeinsame Zukunft zuerst einmal nicht zu denken. Ruth Grundmann, wie die gebürtige Breslauerin mit Mädchennamen hieß, hatte einen Bruder, Dieter. Der war Lehrling bei der Bäckerei Hartmann am Papierberg in Dachau. Dieter versaute die Brezen und fing sich vom Gesellen und Ausbilder Josef Kneißl – wie das damals noch so üblich war – eine saubere Watschn ein. Doch das wollte die große Schwester, die damals in Ampermoching wohnte, keinesfalls dulden und marschierte kurz entschlossen in die Backstube, um Josef Kneißl zur Rede zu stellen!

Später trafen sich die beiden zufällig im Waldfrieden beim Tanzen wieder. Beim Rock‘n’Roll schwand der Zorn aufeinander, beide kamen sich näher – und dann ging es ganz schnell: Am 30. Oktober 1954 fand die Hochzeit statt, am 1. Dezember desselben Jahres kam Joachim, der erste von zwei Söhnen, auf die Welt. Mit Sohn Peter und den Töchtern Evelin, genannt Evi, und Ute komplettierte sich die Familie mit den Jahren.

Josef Kneißl wurde in Randelsried bei Altomünster geboren, ging aber schon in Dachau zur Schule. Da Josef Kneißl ein uneheliches Kind war, übernahm er den Namen seiner Mutter, deren Großonkel der berühmte Räuber Mathias Kneißl war, der einst vor allem bei Kleinbauern und Gütlern als eine Art revolutionärer Volksheld in Opposition zur Obrigkeit galt. „Ja das war nicht immer leicht“, sagte Urgroßneffe Josef. „Erst war ich der Räuber, und dann machte man mich zum Helden.“

Auch sonst war das Leben der beiden Kneißls nicht immer so leicht. „Es gab Höhen und Tiefen“, sagen beide übereinstimmend. Um die wachsende Familie durchzubringen, arbeitete der heute 88-Jährige Josef Kneißl extrem viel: „Ich hatte teilweise zwei Jobs.“ Neben seiner Tätigkeit als Bäcker fuhr er lange Jahre in Dachau Taxi und machte sich später als Brotverkaufsfahrer und Großhändler selbständig. 48 Kunden belieferte er in München.

Seine mittlerweile 85-jährige Frau ergänzt: „Am Anfang hatten wir nicht viel und wohnten nur in einem Zimmer. Aber als der Josef selbständig war, ging es dann leichter.“ Leider ist Ruth Kneißl, die sich stets als Hausfrau um Kinder und Haushalt kümmerte, nur noch mit einem Rollator beweglich.

Josef Kneißl besucht dagegen immer noch den allmonatlichen Motorradstammtisch, geht zum Frühschoppen und ist täglich vormittags im AEZ im Café anzutreffen. Vom AEZ bringt er dann kleine Einkäufe mit nach Hause. „Die größeren erledigen die Kinder“, betont Ruth Kneißl sehr dankbar. „Auf unsere Kinder können wir uns immer verlassen!“

rds

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
Adrian aus dem Landkreis Dachau war gerade einmal 15, als er die Diagnose bekam. Es war ein Tag, an dem sich alles änderte - und den er fast nicht überlebte.
15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
FDP jetzt auch in Haimhausen
Nach den FDP-Ortsverbänden für die Stadt Dachau, Karlsfeld, Petershausen und Altomünster ist nun auch in Haimhausen ein liberaler Ortsverband gegründet worden.
FDP jetzt auch in Haimhausen
Nachfrage nach Senioren-Wohnungen bereits riesengroß
In der Ortsmitte von Röhrmoos werden Wohnungen für Senioren gebaut. Die Nachfrage ist enorm.
Nachfrage nach Senioren-Wohnungen bereits riesengroß
Weichser CSU schickt 16 Bewerber in Kommunalwahlkampf
16 Bewerber schickt die CSU Weichs in den Kommunalwahlkampf. Ziel: Wieder sechs Sitze im Gemeinderat.
Weichser CSU schickt 16 Bewerber in Kommunalwahlkampf

Kommentare